Opfer von Love- oder Romance-Scamming werden emotional abhängig und überweisen hohe Geldbeträge ins Ausland, ohne die Betrüger jemals persönlich zu treffen.
Hersfeld-Rotenburg: Betrug mit vorgetäuschter Liebe – Schwindler erbeuten fünfstelligen Geldbetrag

Hersfeld-Rotenburg (ost)
Betrug durch falsche Liebe – Gauner erbeuten fünfstellige Geldsumme
Osthessen. Besonders hinterhältig und für die Opfer mit starken emotionalen Belastungen verbunden ist das Love- oder Romance-Scamming. In Online-Dating-Plattformen oder auch in sozialen Medien sind die Betrügerinnen und Betrüger auf der Suche nach potenziellen Opfern – mit dem alleinigen Ziel, ihnen Geld abzunehmen.
Die Betrüger geben sich als attraktive Männer oder Frauen in jüngerem Alter aus und erwecken durch das Versenden von Bildern und Videos in schicker Kleidung – entweder lässig oder autoritär – bei ihren Opfern den Eindruck, es handle sich um eine real existierende Person. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn die Person auf dem Bildmaterial ist definitiv nicht diejenige, die schreibt. Daher kommt es nie zu einem persönlichen Treffen.
Um Vertrauen aufzubauen, überhäufen Betrüger ihre Opfer frühzeitig und über einen langen Zeitraum hinweg mit Komplimenten und übertriebenen Liebesbekundungen. Solche Phasen dauern oft mehrere Wochen oder Monate, bis schließlich finanzielle Notlagen vorgetäuscht und um Geldüberweisungen gebeten wird. Viele Opfer zahlen auch, da sie zu diesem Zeitpunkt bereits emotional von ihrem Internet-Partner abhängig sind.
Wenn die Betroffenen auf eine persönliche Geldübergabe bestehen, behaupten die vermeintlichen Liebhaber, verhindert zu sein, und schicken angebliche Vertrauenspersonen, die das Geld entgegennehmen und übergeben sollen.
So erging es auch einer Frau aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Sie vertraute dem vermeintlichen Partner in sozialen Medien und überwies über einen längeren Zeitraum Geld ins Ausland. Insgesamt ergaunerten die Betrüger so 65.000 Euro. Als die Dame den Betrug bemerkte, informierte sie die Polizei.
Folgen wie sozialer Rückzug und Scham bieten Betrügern eine Gelegenheit. Sprechen Sie offen über das Geschehene, jeder kann Opfer werden. Zögern Sie nicht, die Polizei zu kontaktieren, wenn Sie Zweifel haben oder bereits auf einen Betrug hereingefallen sind. Die Polizei wird Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
So erkennen Sie Love-Scammer:
Haben Sie den Verdacht, Opfer geworden zu sein? Hier sind einige Schritte, die Sie unternehmen können:
Sandra Suski, Pressesprecherin
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Hessen für 2021/2022
Die Cyberkriminalitätsraten in Hessen stiegen zwischen 2021 und 2022 an. Im Jahr 2021 wurden 8896 Fälle registriert, während es im Jahr 2022 bereits 9798 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle ging jedoch von 4173 auf 3961 zurück. Die Anzahl der Verdächtigen verringerte sich ebenfalls von 2766 auf 2653. Von den Verdächtigen waren 1945 männlich, 821 weiblich und 948 nicht-deutsche Staatsbürger. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2022 die höchste Anzahl an registrierten Fällen von Cyberkriminalität in Deutschland mit 29667 Fällen.
| 2021 | 2022 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 8.896 | 9.798 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 4.173 | 3.961 |
| Anzahl der Verdächtigen | 2.766 | 2.653 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 1.945 | 1.806 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 821 | 847 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 948 | 851 |
Quelle: Bundeskriminalamt








