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Kassel: Erste Festnahme nach Erpressungen und Brandstiftungen

Die Polizei hat einen ersten Tatverdächtigen festgenommen, der mit anderen Fällen in Verbindung steht.

Foto: Depositphotos

Kassel (ost)

Gemeinsame Bekanntmachung der Staatsanwaltschaft Kassel und des Polizeipräsidiums Nordhessen

Kassel:

Derzeit ermitteln die Kriminalpolizei Kassel und die Staatsanwaltschaft Kassel in drei vermuteten Erpressungsfällen, bei denen eine Gruppe von Tätern von verschiedenen Geschäftsinhabern Geld gefordert hat oder andernfalls mit Brandanschlägen gedroht hat. In zwei Fällen wurden später tatsächlich Glasflaschen mit Brandsätzen geworfen, wobei die Polizei und die Staatsanwaltschaft in einem der Fälle sogar wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermitteln. Am Montagabend konnte die Polizei schließlich in der Kasseler Innenstadt einen ersten Tatverdächtigen in einem dritten Fall festnehmen, dessen Verbindungen zu den anderen Erpressungen ebenfalls intensiv geprüft werden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Zur Aufklärung der Fälle wurde bei der Kriminalpolizei die Arbeitsgruppe “Bistro” eingerichtet.

Erste Brandstiftung in Bistro in der Innenstadt

Nach aktuellen Ermittlungen ereignete sich die erste Tat am Samstag, dem 28. August 2026, gegen 2:15 Uhr in der Kurt-Schumacher-Straße. Zuvor hatten unbekannte Täter über das Internet Kontakt zum Besitzer eines Bistros aufgenommen und von ihm unter Androhung eines Brandanschlags eine höhere Geldsumme gefordert. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Glasflasche mit einem Brandsatz, umgangssprachlich auch Molotow-Cocktail genannt, durch die offene Eingangstür des Bistros geworfen. Der entstandene Brand konnte jedoch schnell von anwesenden Personen gelöscht werden. Es gab keine Personenschäden oder größeren Sachschäden.

Zweiter Vorfall im Ostring: Ermittlungen wegen versuchten Tötungsdelikts

Der zweite Vorfall, der nach aktuellen Ermittlungen auf das Konto derselben Tätergruppe gehen dürfte, ereignete sich in der Nacht zum vergangenen Freitag im Kasseler Ostring. Das Polizeipräsidium Nordhessen berichtete bereits in einer Pressemitteilung unter https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/44143/6345879 darüber. In diesem Fall laufen die Ermittlungen inzwischen wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts, da der Brandsatz, der gegen 4:15 Uhr von einem unbekannten Täter geworfen wurde, angeblich einen 23-Jährigen nur knapp verfehlt hat. Auch in diesem Fall war offenbar eine Erpressung eines ansässigen Imbissbetreibers mit entsprechender Geldforderung vorausgegangen.

Festnahme eines 21-Jährigen bei Geldübergabe

Im Rahmen weiterer intensiver Ermittlungen zu den beiden Erpressungsfällen und Brandsatzwürfen wurde bei der Kriminalpolizei Kassel die AG Bistro eingerichtet. Die Ermittler erlangten Erkenntnisse darüber, dass es einen weiteren Erpressungsfall zum Nachteil eines Kasseler Geschäftsinhabers gibt, bei dem es zu einer Geldübergabe kommen könnte. Schließlich gelang es der Polizei am Montagabend gegen 21:00 Uhr, einen 21-jährigen Tatverdächtigen aus Kassel im Innenstadtbereich festzunehmen. Bei einer anschließenden Durchsuchung der Wohnung fanden die Ermittler auch eine beträchtliche Menge an Betäubungsmitteln. Der 21-Jährige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kassel einem Haftrichter vorgeführt und befindet sich nun in Untersuchungshaft.

Hinweise und Videos sind willkommen

Die Ermittlungen der AG Bistro zu allen drei Erpressungsfällen dauern an und laufen auf Hochtouren. Mögliche Verbindungen des festgenommenen 21-Jährigen zu den anderen Taten werden intensiv geprüft, obwohl er nach aktuellen Erkenntnissen anscheinend nicht der Initiator der Erpressungen und Geldforderungen war. Die Ermittler suchen weiterhin nach Zeugen zur Aufklärung der Fälle und zur Identifizierung weiterer Tatverdächtiger.

Zusätzlich bitten sie darum, möglicherweise vorhandene Videos im Zusammenhang mit den Brandanschlägen oder der Flucht der Täter von den beiden Tatorten der Polizei zu übermitteln. Hierfür wurde ein Portal zum Hochladen von relevanten Video- oder Bilddateien eingerichtet.

Zeugenhinweise nimmt das Polizeipräsidium Nordhessen unter Tel. 0561 – 9100 entgegen.

Relevante Videos oder Fotos können über den Link https://chronos.polizei-nordhessen.de/s/ARQYD97L87zzmM4 oder den beigefügten QR-Code (Passwort: Leserhinweis) hochgeladen werden.

Matthias Mänz

Pressesprecher Polizeipräsidium Nordhessen Tel. 0561 – 910 1020

Moritz Teschner

Stellvertretender Pressesprecher Staatsanwaltschaft Kassel Tel. 0561 – 912 2759

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Hessen für 2022/2023

Die Mordraten in Hessen zwischen 2022 und 2023 sind rückläufig. Im Jahr 2022 wurden 243 Fälle von Mord registriert, wovon 224 aufgeklärt wurden. Es gab insgesamt 308 Verdächtige, darunter 283 Männer und 25 Frauen. 147 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 sank die Zahl der Mordfälle auf 229, wobei 216 Fälle aufgeklärt wurden. Es gab insgesamt 267 Verdächtige, darunter 237 Männer und 30 Frauen. 130 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an registrierten Mordfällen in Deutschland mit 470 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 243 229
Anzahl der aufgeklärten Fälle 224 216
Anzahl der Verdächtigen 308 267
Anzahl der männlichen Verdächtigen 283 237
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 25 30
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 147 130

Quelle: Bundeskriminalamt

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