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Kassel: Fahrradfahrer von Zug erfasst

Schwer verletzter Mann nach Zugunfall, Schaulustiger beleidigt Polizisten

Foto: Depositphotos

Gießen (ost)

Ein 51-jähriger Mann aus Gießen wurde gestern Abend (10.10. / 17:42 Uhr) schwer verletzt. Er fuhr mit seinem Fahrrad auf dem Fahrradweg entlang der Bahnstrecke (Gießen – Fulda) im Bereich Anneröder Siedlung / Gießen-Waldstadion und überquerte plötzlich die Bahnstrecke auf Höhe der Umlaufsperre. Ein Zug der Hessischen Landesbahn, der von Großen-Buseck in Richtung Gießen fuhr, erfasste den Radfahrer und schleuderte ihn zur Seite. Aufgrund der schweren Verletzungen wurde der 51-Jährige ins Gießener Uni-Klinikum gebracht.

Zug führte Notbremsung durch

Als der Lokführer den Radfahrer bemerkte, leitete er sofort eine Notbremsung ein, konnte den Unfall jedoch nicht verhindern. Zuvor wurde auch ein Warnsignal abgegeben. Die 22 Passagiere im Zug blieben unverletzt. Neben der Bundespolizei waren auch der Notfallmanager der Deutschen Bahn AG und ein Notarzt im Einsatz.

,,Schaulustige“ beleidigte Bundespolizisten

Ein 24-jähriger Mann aus Gießen betrat den abgesperrten Bereich, weigerte sich trotz mehrfacher Aufforderung, ihn zu verlassen. Nur durch einfache körperliche Gewalt konnte er entfernt werden. Anschließend beleidigte er die Beamten und versuchte zu fliehen. Der 24-jährige Schaulustige wurde schnell gefasst und zur Dienststelle gebracht. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab einen Wert von knapp 1,8 Promille. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren unter anderem wegen Beleidigung eingeleitet.

Warnung der Bundespolizei:

Wie der bedauerliche Vorfall zeigt, besteht eine große Gefahr, von Zügen erfasst und schwer verletzt oder sogar getötet zu werden. Wer einen Bahnübergang oder eine Stelle mit Umlaufsperren überqueren möchte, sollte daher aufmerksam und ungestört sein, um einen herannahenden Zug rechtzeitig zu erkennen. Die Umlaufsperren sollen das schnelle und unbedachte Überqueren der Gleise verhindern und Fußgänger / Radfahrer auf die Gefahrenstelle aufmerksam machen.

,,Gaffen“ ist kein Kavaliersdelikt

Neben der Behinderung der Einsatzkräfte durch ,,Gaffer“ ist es untersagt, Verletzte zu fotografieren oder zu filmen. Dies ist strafbar und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden (vgl. § 201a StGB).

Durch den Vorfall kam es zu erheblichen Störungen im Bahnverkehr. Sieben Züge hatten insgesamt 313 Minuten Verspätung. Außerdem kam es zu zwei Zugausfällen.

Die Bundespolizeiinspektion Kassel hat die Ermittlungen aufgenommen. Hinweise werden unter der Tel.-Nr. 0561 81616-0 oder über www.bundespolizei.de erbeten.

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Verkehrsunfällen in Hessen für 2022

Im Jahr 2022 gab es in Hessen insgesamt 136.931 Verkehrsunfälle. Davon waren 19.155 Unfälle mit Personenschaden, was 13,99% aller Unfälle ausmacht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 6.406 Fälle aus, was 4,68% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 1.202 Fällen registriert, was 0,88% aller Unfälle ausmacht. Die restlichen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 110.168, was 80,46% aller Unfälle entspricht. Innerorts ereigneten sich 90.136 Unfälle (65,83%), außerorts (ohne Autobahnen) 32.117 Unfälle (23,45%) und auf Autobahnen 14.678 Unfälle (10,72%). Insgesamt gab es 208 Getötete, 3.878 Schwerverletzte und 20.881 Leichtverletzte.

2022
Verkehrsunfälle insgesamt 136.931
Unfälle mit Personenschaden 19.155
Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden 6.406
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel 1.202
Übrige Sachschadensunfälle 110.168
Ortslage – innerorts 90.136
Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) 32.117
Ortslage – auf Autobahnen 14.678
Getötete 208
Schwerverletzte 3.878
Leichtverletzte 20.881

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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