Polizei warnt vor unseriösen Angeboten an der Haustür. Ehepaar zahlte knapp 100.000 Euro für nicht abgeschlossene Arbeiten.
Kassel: Leistungsbetrug durch Dacharbeiter

Kassel (ost)
Stadt und Landkreis Kassel:
Derzeit untersuchen die Ermittler der EG SÄM des Kommissariats 23/24 der Kasseler Kripo zwei Fälle von Betrug in der Stadt und dem Landkreis Kassel, bei denen für begonnene und nicht abgeschlossene Dacharbeiten überhöhte Preise gefordert und in einem Fall auch eine sehr hohe Summe gezahlt wurde. Ein älteres Ehepaar übergab letztlich knapp 100.000 Euro in bar für Dacharbeiten an ihrem Haus, obwohl vor Beginn der Arbeiten ein niedriger fünfstelliger Betrag vereinbart worden war. Neben den laufenden Ermittlungen gegen die noch unbekannten Täter warnt die Polizei vor unseriösen Angeboten, die unaufgefordert an der Haustür gemacht werden.
Hoher Betrag für unvollendete Arbeiten bezahlt
Die Ermittler der EG SÄM berichten, dass sich Anfang Juni eine angebliche Firma bei dem älteren Ehepaar im südlichen Landkreis Kassel an der Haustür meldete und anbot, die Abdichtung und weitere Arbeiten am Dach ihres Einfamilienhauses fortzuführen. Nachdem die Handwerker mehrere Tage lang am Dach arbeiteten und behaupteten, dass zusätzliche Arbeiten erforderlich seien, verlangte der vermeintliche Chef der Firma immer höhere Beträge und einen horrenden Stundenlohn. Das Ehepaar zahlte in den letzten zwei Wochen schrittweise fast 100.000 Euro an die Firma, in dem Glauben, dass die Arbeiten professionell abgeschlossen werden würden. Die Arbeiter erschienen jedoch nach einer Mittagspause eines Tages nicht mehr. Nachdem die Polizei informiert wurde, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Leistungsbetrugs eingeleitet.
Vermeintliche Reparatur eines Dachschadens
In dem zweiten Fall erschien Anfang Juni ein angeblicher Dachdecker unaufgefordert an der Haustür eines Seniors in Kassel und bot an, einen Dachschaden zu reparieren. Der Senior vereinbarte einen Preis von 200 Euro. Nachdem der Handwerker mit den Arbeiten begonnen hatte, erhöhte er am nächsten Tag seine Forderung auf 8.000 Euro. Der unter Druck gesetzte Senior zahlte schließlich 1.000 Euro in bar, woraufhin der Dachdecker nicht mehr auftauchte und der Kontakt abbrach. Der Senior stellte fest, dass die Arbeiten am Dach mangelhaft waren.
Tipps der Polizei
Das Anbieten und Abschließen von Verträgen an der Haustür ist grundsätzlich nicht verboten. Die Polizei empfiehlt jedoch, Dienstleistungen, die unaufgefordert an der Haustür angeboten werden, kritisch zu prüfen. Günstige Angebote können auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, aber unsachgemäße Ausführung oder nicht abgeschlossene Arbeiten können zu Kostenfallen führen. Wucherpreise und fadenscheinige Erklärungen sollten Anlass zur Vorsicht geben. Es ist ratsam, Vergleichsangebote von ortsansässigen Handwerkern einzuholen und keine Barzahlungen im Voraus zu leisten. Bei Verdacht auf ein unseriöses Angebot sollte man einen Angehörigen oder Nachbarn hinzuziehen und sich nicht unter Druck setzen lassen.
Quelle: Presseportal








