Kriminelle nutzen Dating-Portale, um Opfer um Geld zu bringen. Polizei gibt Empfehlungen zur Vorbeugung.
Kassel: Polizei warnt vor Love-Scamming

Kassel (ost)
Kassel:
Die Ausnutzung der Tatsache, dass Liebe blind machen kann, ist eine schamlose Taktik von Kriminellen, um ihre Opfer mit der sogenannten Love-Scamming-Methode um beträchtliche Geldbeträge zu bringen. Über Dating-Seiten, soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste knüpfen die Betrüger virtuelle Kontakte und täuschen Interesse an ihren Opfern vor. Sie bauen über Wochen hinweg unter falschen Identitäten Vertrauen auf und verwenden dabei erfundene Geschichten und gestohlene Bilder. Nachdem sie ihre Opfer geschickt manipuliert haben, folgen Geldforderungen oder die Bitte um Gefälligkeiten wie die Weiterleitung von Paketen oder die Annahme von Schecks.
In Kassel wurde eine Frau auf diese Weise um etwa 14.000 Euro betrogen. Die Polizei warnt vor dieser hinterhältigen Methode und rät daher dringend, bei Internetbekanntschaften und Geldforderungen immer misstrauisch zu sein.
Ältere Dame wird von angeblich gut situiertem Mann aus dem Ausland betrogen
Vor etwa einem halben Jahr erzählte eine ältere Dame aus Kassel einer Bekannten aus dem Landkreis von ihrem Glück mit ihrer Internetbekanntschaft, einem vermeintlich wohlhabenden Mann aus Amerika. Leider war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt, dass es sich um einen Betrüger handelte. Inspiriert von den Erzählungen ihrer Freundin, interessierte sich auch die Dame aus Kassel für die Liebe im Internet, fragte nach einem alleinstehenden Freund des Amerikaners und erhielt prompt WhatsApp-Nachrichten von einem angeblich ebenfalls gut situierten Mann aus dem Ausland.
Nachdem der Betrüger es geschafft hatte, über mehrere Wochen hinweg das Vertrauen der älteren Dame aus Kassel zu gewinnen und eine vermeintliche Liebesbeziehung aufzubauen, begannen die Bitten um finanzielle Unterstützung. Anfangs waren es nur einige hundert Euro, aber die Forderungen wurden schnell höher. In dem Glauben, ihrem neuen Partner unter anderem die Reise für das erste Treffen zu ermöglichen, kaufte die Dame zahlreiche Gutscheinkarten zur Onlinezahlung und schickte sie an ihre Internetbekanntschaft. Nach einer Weile wurde sie misstrauisch und informierte die Polizei, was den Betrug aufdeckte.
Auch die Dame aus dem Landkreis Kassel wurde mittlerweile von der Polizei kontaktiert und darüber informiert, dass sie Opfer eines Betrugs geworden war. Glücklicherweise hatte sie dem Täter kein Geld überlassen.
Das für Love-Scamming zuständige Kommissariat 23/24 der Kasseler Kriminalpolizei ermittelt derzeit in insgesamt fünf Fällen dieser Betrugsart, die allein in den letzten Wochen zur Anzeige gebracht wurden.
Love-Scamming: Empfehlungen der Polizei
Um sich vor der Masche des Love-Scammings zu schützen, gibt die Polizei folgende Ratschläge:
– Ignorieren: Auf keinen Fall Geld überweisen! Reagieren Sie nicht auf Geldforderungen, überweisen Sie kein Geld und kaufen Sie keine Gutscheinkarten für Ihre Internetbekanntschaft. Stornieren Sie Zahlungen sofort, wenn möglich.
– Sichern: Alle E-Mails und Chats speichern! Speichern Sie Chatverläufe und E-Mails und bewahren Sie Überweisungsbelege auf, da sie später als Beweismittel nützlich sein können.
– Blockieren: Beenden Sie jeglichen Kontakt! Brechen Sie den Kontakt mit dem Betrüger ab und antworten Sie nicht auf Nachrichten oder Anrufe. Es ist ratsam, eine neue Telefonnummer und E-Mail-Adresse zu verwenden.
– Hilfe holen: Erstattung einer Anzeige bei der Polizei! Neben der Verfolgung der Täter ist es wichtig, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten, falls Banken Ansprüche gegen die Opfer geltend machen wollen, beispielsweise weil Schecks weitergeleitet wurden. Die Polizei kann auch dabei helfen, die Betrüger effektiv zu blockieren.
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Hessen für 2022/2023
Die Cyberkriminalitätsraten in Hessen stiegen zwischen 2022 und 2023 leicht an. Im Jahr 2022 wurden 9798 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 bereits 10106 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 3961 auf 4224. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 2653 auf 2828, wobei die meisten Verdächtigen männlich waren. Im Vergleich dazu hatte Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von registrierten Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 9.798 | 10.106 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 3.961 | 4.224 |
| Anzahl der Verdächtigen | 2.653 | 2.828 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 1.806 | 1.918 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 847 | 910 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 851 | 915 |
Quelle: Bundeskriminalamt








