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Kassel: Seniorin durch Betrug um Goldschmuck betrogen

Unbekannte gaben sich als Ärzte aus und erbeuteten mehrere zehntausend Euro in Kassel-Kirchditmold.

Foto: unsplash

Kassel (ost)

Kassel-Kirchditmold:

Ein älterer Bewohner von Kassel wurde gestern Opfer eines besonders hinterhältigen Betrugs. Unbekannte Betrüger gaben sich am Telefon als Ärzte aus einem Krankenhaus aus und schockierten das Opfer mit der Nachricht von der schweren Krebserkrankung seiner Tochter. Auf diese Weise erlangten die Betrüger Goldschmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro, der am Nachmittag an einen Abholer in Kassel-Kirchditmold übergeben wurde, den die Bande geschickt hatte. Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die diesen Täter gesehen haben und Hinweise geben können. Es handelte sich angeblich um einen etwa 60-jährigen Mann von etwa 1,70 Metern Größe mit kräftiger Statur und braunen Haaren, der wahrscheinlich ein kariertes Hemd mit Weste trug und akzentfrei Deutsch sprach.

Der Anruf erfolgte gegen 14:30 Uhr auf dem Festnetzanschluss des Opfers, bei dem eine Frau vorgab, Oberärztin in einem Kasseler Krankenhaus zu sein und berichtete, dass die Tochter des älteren Bewohners mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung in die Notaufnahme gebracht worden sei. Dann übergab sie das Gespräch an einen weiteren vermeintlichen Arzt, der eine Heilungschance durch ein spezielles Medikament aus der Schweiz versprach. Obwohl die Krankenkasse die Kosten im sechsstelligen Euro-Bereich übernehmen würde, würde dies einige Wochen dauern, sodass die Tochter ohne eine vorläufige Kostenübernahme sterben würde, so der falsche Arzt. Unter dem Druck der beiden Täter am Telefon bot die schockierte Frau ihren gesamten Goldschmuck als vorläufige Zahlung für das Medikament an. In dem Glauben, ihrer schwerkranken Tochter zu helfen, übergab sie gegen 15:30 Uhr im Wohngebiet zwischen der Christbuchenstraße und der Straße “Vor dem Forst” den Schmuck in einem durchsichtigen Beutel an den angeblich vom Krankenhaus geschickten Abholer. Dieser ging daraufhin in Richtung Harleshausen davon. Der Schwindel flog später auf, nachdem das Opfer telefonischen Kontakt zu seiner gesunden Tochter aufnehmen konnte.

Hinweise auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Tatortbereich werden beim Polizeipräsidium Nordhessen unter Tel. 0561-9100 entgegengenommen.

Quelle: Presseportal

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