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Kassel: Verstärkte Verkehrskontrollen während Karnevalszeit

Die nordhessische Polizei warnt vor Alkohol und Drogen am Steuer. Unfälle unter Einfluss von Alkohol und Drogen zeigen die Wichtigkeit der Kontrollen.

Foto: Depositphotos

Kassel (ost)

Kassel/ Nordhessen:

Am nächsten Donnerstag beginnt die Karnevalszeit mit der Altweiberfastnacht. Auch in Nordhessen stehen bis zum Aschermittwoch viele Karnevalsveranstaltungen an, bei denen viele Narren ausgelassen feiern werden. Da Alkohol und andere berauschende Mittel oft eine Rolle spielen, warnt die Polizei vor den Gefahren und wird auch in diesem Jahr verstärkte Kontrollen durchführen, um betrunkene Fahrer aus dem Verkehr zu ziehen. Daher empfiehlt die Polizei, im Voraus über die Heimreise nachzudenken: Ob mit einem Taxi, öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn oder durch Freunde oder Verwandte abholen lassen – es gibt verschiedene Möglichkeiten für eine sichere Heimfahrt. Insbesondere in Gruppen lohnt es sich, im Voraus einen nüchternen Fahrer zu bestimmen. Denn wer unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen fährt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere.

Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss

Die Bedeutung der Kontrollen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zeigt sich auch in den Unfallzahlen: Im Jahr 2024 verursachten 371 alkoholisierte und 40 berauschte Fahrer Unfälle auf nordhessischen Straßen. Bei weiteren 38 Unfällen wurde sogar ein Mischkonsum von Alkohol und Drogen bei den Fahrern festgestellt. Die Unfallzahlen für das Jahr 2025 liegen noch nicht endgültig vor, aber es ist bereits erkennbar, dass die Zahlen der unter Alkohol- und Drogeneinfluss verursachten Unfälle auf einem ähnlich hohen Niveau liegen.

Was droht wann?

Autofahrer sollten sich während der Karnevalszeit auf verstärkte Verkehrskontrollen einstellen. Bereits ab 0,3 Promille kann der Führerschein entzogen werden, wenn Anzeichen für Fahruntauglichkeit vorliegen oder man in einen Unfall verwickelt ist. Ab 0,5 Promille wird der Führerschein auch ohne offensichtliche Ausfallerscheinungen für mindestens einen Monat entzogen, ab 1,1 Promille droht der gerichtliche Entzug des Führerscheins für mehrere Monate. Darüber hinaus müssen betrunkene Fahrer mit hohen Geldbußen und Geldstrafen rechnen. Für Fahrer unter 21 Jahren oder in der Probezeit gilt ohnehin die gesetzliche 0,0 Promille-Grenze und ein absolutes Cannabisverbot am Steuer. Auch für die Fahrer von Elektrorollern, die immer beliebter werden, gelten die gleichen Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer. Nach einer durchfeierten Nacht sollten alle Fahrer berücksichtigen, dass auch am nächsten Morgen noch Restalkohol im Körper vorhanden sein kann. Auch der Konsum von Cannabis und anderen Rauschmitteln kann das Unfallrisiko erhöhen. Wer am Straßenverkehr teilnimmt, darf den Grenzwert von maximal 3,5 Nanogramm (ng) THC pro Milliliter Blutserum nicht überschreiten. Wer Ausfallerscheinungen zeigt oder einen Unfall verursacht, macht sich auch unterhalb des Grenzwerts strafbar. Darüber hinaus ist der Mischkonsum von Alkohol und THC nicht erlaubt. Die Polizei appelliert, sich nach Alkohol- oder Drogenkonsum grundsätzlich nicht ans Steuer zu setzen!

Zu guter Letzt sollte die Wahl des Kostüms gut überlegt sein, denn neben freiem Gehör, freier Sicht und uneingeschränkter Bewegungsfreiheit sollten die wesentlichen Gesichtszüge eines Fahrers erkennbar sein, ansonsten können Bußgelder von bis zu 60 Euro fällig werden.

Quelle: Presseportal

Statistiken zur Drogenkriminalität in Hessen für 2022/2023

Die Drogenraten in Hessen zwischen 2022 und 2023 sind angestiegen. Im Jahr 2022 wurden 24363 Fälle aufgezeichnet, während es im Jahr 2023 bereits 26518 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 22378 im Jahr 2022 auf 23101 im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen blieb jedoch relativ konstant bei etwa 19100. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Drogenfällen in Deutschland mit 73917 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 24.363 26.518
Anzahl der aufgeklärten Fälle 22.378 23.101
Anzahl der Verdächtigen 19.168 19.133
Anzahl der männlichen Verdächtigen 17.079 17.106
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 2.089 2.027
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 6.494 7.004

Quelle: Bundeskriminalamt

Statistiken zu Verkehrsunfällen in Hessen für 2023

Die Verkehrsunfallstatistik für Hessen im Jahr 2023 zeigt insgesamt 145.422 Unfälle. Davon waren 19.527 Unfälle mit Personenschaden, was 13,43% aller Unfälle entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 6.914 Unfälle aus, was 4,75% aller Unfälle entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 1.164 Fällen registriert, was 0,8% aller Unfälle ausmacht. Die übrigen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 117.817, was 81,02% aller Unfälle entspricht. Innerorts gab es 14.839 Unfälle (10,2%), außerorts (ohne Autobahnen) 7.577 Unfälle (5,21%) und auf Autobahnen 3.013 Unfälle (2,07%). Insgesamt gab es 188 Getötete, 3.537 Schwerverletzte und 21.704 Leichtverletzte.

2023
Verkehrsunfälle insgesamt 145.422
Unfälle mit Personenschaden 19.527
Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden 6.914
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel 1.164
Übrige Sachschadensunfälle 117.817
Ortslage – innerorts 14.839
Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) 7.577
Ortslage – auf Autobahnen 3.013
Getötete 188
Schwerverletzte 3.537
Leichtverletzte 21.704

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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