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Kirchheim: Kontrollen beim Fernfahrerstammtisch Hessen

Im Rahmen des Aktionstages wurden 46 schwere Nutzfahrzeuge überprüft, von denen nur 16 unbeanstandet blieben.

Fernfahrerstammtisch 2
Foto: Presseportal.de

Kirchheim (ost)

Während des Fernfahrerstammtisches Hessen wurde am Mittwoch (06.05.) in Kirchheim eine Überprüfung des gewerblichen Güterverkehrs durchgeführt. Spezialisierte Einsatzkräfte der Polizeipräsidien Nord-, Ost- und Mittelhessen, des Bundesamtes für Logistik und Mobilität sowie der Regierungspräsidien Gießen und Kassel waren im Einsatz, um gezielte Kontrollen des Schwerverkehrs durchzuführen und wichtige Aufklärungsarbeit zu leisten.

Neben der Erhöhung der Verkehrssicherheit durch gezielte Kontrollen, diente der Aktionstag auf dem Gelände des SVG-Autohofs auch der direkten Kommunikation und dem Austausch mit den anwesenden Fahrern, Transport- und Schulungsunternehmen, Berufsverbänden und anderen interessierten Personen. So konnten beispielsweise den Mitarbeitern osthessischer Ordnungsämter sowie privaten Ausbildungsdienstleistern die Möglichkeit geboten werden, den Kontrollkräften bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen und wichtige Themen aus der Schwerverkehrskontrollpraxis unmittelbar kennenzulernen.

Neben der Einhaltung der Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten, der technischen Fahrzeugzustände, der Ladungssicherung, der Abmessungen und Gewichte der Fahrzeuge, bildete das Thema illegale Beschäftigung einen weiteren Schwerpunkt der gezielten Kontrollen. Insgesamt wurden 46 schwere Nutzfahrzeuge überprüft. Davon blieben nur 16 unbeanstandet.

Im Bereich des Kirchheimer Dreiecks fiel den Beamten ein Sattelzug auf, dessen seitliche Plane deutlich nach außen gedrückt wurde – ein Hinweis darauf, dass die Ladung möglicherweise nicht richtig gesichert war. Bei der anschließenden Kontrolle auf dem Autohof bestätigte sich der Verdacht: Bereits beim Öffnen des Heckportals rollten den Polizisten Kartoffeln entgegen. Diese waren in 18 großen „Big Bags“ – auf der Ladefläche verladen, jedoch nicht ausreichend gesichert. Da eine Nachsicherung der rund 25 Tonnen schweren Ladung vor Ort nicht möglich war und die Gefahr bestand, dass diese und bei stärkeren Fahrbewegungen wie Ausweichmanövern, Spurwechseln oder Gefahrenbremsungen sogar der Auflieger kippen könnte, untersagten die Beamten die Weiterfahrt. Auf den Fahrer und den verantwortlichen Transportunternehmer kommen nun Bußgelder zu.

Teil der Kontrolle war auch die mobile Achslastwaage der Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld, mit der Einzelachsen mit einem Gewicht von bis zu 20 Tonnen gemessen werden können. Unter großem Interesse aller Beteiligten wurde am Kontrolltag neben dem Kartoffeltransport auch ein Schwertransport gewogen, der eine große selbstfahrende Forstmaschine – einen sogenannten „Forwarder“ oder „Tragrückschlepper“ – geladen hatte. Dieser Schwertransport war einer Polizeistreife auf der A7 im Bereich des Hattenbacher Dreiecks aufgefallen, weil vorgeschriebene Sicherheitseinrichtungen sichtlich fehlten und das Fahrzeug augenscheinlich zu hoch war. Beide Verdachtsmomente bestätigten sich: Der Transport war mit 4,20 Metern rund 20 Zentimeter höher als genehmigt. Zudem wurde beim Wiegen festgestellt, dass das zulässige Gesamtgewicht von 41,8 Tonnen um rund 8,7 Prozent überschritten wurde. Auch diesem Fahrzeug wurde die Weiterfahrt untersagt. Sowohl der Fahrer als auch das Transportunternehmen müssen mit Bußgeldern im dreistelligen Eurobereich sowie mit Punkten im Fahreignungsregister rechnen.

In einem weiteren Fall besteht der Verdacht der illegalen Beschäftigung eines Kraftfahrers. In fünf Fällen musste aufgrund der vorliegenden Verstöße die Weiterfahrt bis zur Mängelbeseitigung untersagt werden.

Insgesamt wurden 33 Verwarnungs- und Bußgeldverfahren, mit zu erwartenden Regelbußen in fünfstelliger Gesamthöhe, eingeleitet.

Parallel zur Kontrolle bot der Fernfahrerstammtisch natürlich auch Möglichkeit zum offenen Austausch. Fahrer, Pressevertreter und Interessierte nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und in das direkte Gespräch mit den Kontrollbehörden zu kommen.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass der Aktionstag, der seit mehreren Jahren wiederkehrend stattfindet, erneut einen wertvollen Beitrag zur Steigerung der Verkehrssicherheit geleistet hat.

(Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld)

Quelle: Presseportal

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