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Korbach: Falsche Polizeibeamte ergaunern Bargeld und Schmuck

Dreiste Betrüger geben sich als Polizeibeamte aus, täuschen Gefahrenlage vor und erbeuten Bargeld und Schmuck in Bad Arolsen. Polizei warnt vor dieser miesen Betrugsmasche.

Foto: unsplash

Korbach (ost)

Dreiste Betrüger erbeuteten Mitte April in Bad Arolsen eine große Summe Bargeld und wertvollen Schmuck. Sie gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus, täuschten eine Gefahrensituation vor und überredeten einen Mann, seinen Schmuck und mehrere zehntausend Euro Bargeld vor die Haustür zu legen. Dort wurde die Beute von den Tätern abgeholt. Die Kriminalpolizei Korbach ermittelt, bittet um Hinweise zu den Geldabholern und warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche.

Am Mittwoch (23. April) erstattete der Bad Arolser bei der Kriminalpolizei Korbach Anzeige. Bis nach Ostern war er der Meinung, dass er zuvor tatsächlich mit echten Polizisten gesprochen hatte.

Am Freitag, den 11. April, gegen 14.45 Uhr erhielt er den ersten Anruf. Der Anrufer gab sich als Markus Stöber von einer Sonderkommission der Polizei Korbach aus und nannte seine vermeintliche Dienstausweisnummer. Er erzählte zunächst von einer Bedrohungssituation, da osteuropäische Männer in Häuser einbrachen. Dann behauptete der Betrüger, dass auch mehrere Banken und Sparkassen involviert seien und deshalb überwacht würden. Um diese Bedrohung zu beenden, benötige man dringend die Hilfe des Bad Arolsers. Dieser glaubte der Lügengeschichte des Betrügers am Telefon. Während der Betrüger noch am Telefon war, legte der Bad Arolser einen grauen Rucksack mit Geld und Schmuck vor seine Haustür, wo es von einem Komplizen gegen 16.00 Uhr abgeholt wurde.

Weitere Telefonate wurden mit Passwörtern vereinbart. In den folgenden Tagen gab der angebliche Polizist die neuesten Ermittlungsergebnisse bekannt und forderte weiterhin die Hilfe des Bad Arolsers, um die kriminellen Machenschaften aufzudecken.

Derselbe Anrufer überredete den Bad Arolser zu verschiedenen Transaktionen bei seiner Bank, um die angeblich kriminellen Angestellten zu überführen. Er hob Bargeld ab und veranlasste die Bereitstellung einer größeren Summe. Am Mittwoch, den 16. April, legte der Bad Arolser zum zweiten Mal Geld vor seine Haustür, diesmal in einer braunen Einkaufstasche. Diese wurde von einem der Täter abgeholt. Ein erneuter Anruf nach Ostern wurde vereinbart, fand aber nicht statt. Die Handynummer des betrügerischen Anrufers war nicht mehr erreichbar. Danach wurde dem Bad Arolser klar, dass er Opfer von dreisten Betrügern geworden war. Er erstattete Anzeige bei der richtigen Polizei.

Die Kriminalpolizei Korbach hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise. Personen, die am 11. oder 16. April in Bad Arolsen im Bereich der Straßen Hünighäuser Weg / Fohlenkamp verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben oder sonstige Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 05631/9710 zu melden.

Tipps der Polizei zum Thema „Falscher Polizeibeamter“

Da davon ausgegangen wird, dass die Kriminellen auch weiterhin versuchen werden, die Bürger am Telefon um ihr Geld zu betrügen, gibt die Polizei folgende Hinweise:

Die „echte“ Polizei fragt am Telefon niemals nach Details zu Bargeld oder Wertgegenständen im Haus.

Die Polizei fordert kein Bargeld oder Wertgegenstände zur Sicherung oder Überprüfung an.

Die Polizei fragt niemals nach Kontodaten und fordert Sie auch niemals auf, Banküberweisungen oder Bargeldabhebungen durchzuführen.

Geben Sie am Telefon keine Informationen zu Ihren finanziellen oder familiären Verhältnissen preis.

Seien Sie misstrauisch: Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Sie haben immer Zeit für eine Rücksprache mit Angehörigen, Vertrauenspersonen und der örtlichen Polizei.

Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen oder einschüchtern. Legen Sie einfach auf.

Selbst wenn im Display die „110“ oder eine Telefonnummer mit einer bekannten Vorwahl erscheint: Das sogenannte „Call-ID-Spoofing“ ermöglicht es Kriminellen, ihre Rufnummer zu ändern und eine beliebige Nummer anzuzeigen. Kriminelle nutzen dies, um ihre Identität zu verschleiern und den Eindruck zu erwecken, es handle sich um einen Anruf von der Polizei oder einer anderen Behörde.

Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig erscheint oder Sie bereits Opfer geworden sind. WICHTIG: Beenden Sie das Gespräch durch Auflegen und wählen Sie erst nach einigen Minuten die 110.

Sprechen Sie mit gefährdeten Angehörigen über diese Betrugsmasche.

Dirk Richter

Kriminalhauptkommissar

Quelle: Presseportal

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