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Künzell: Präventionsaktion der Polizei Osthessen

Polizei führt Einbruchschutzaktion in Wohngebieten durch. Bürger zeigen großes Interesse an Beratungsangebot.

Aktionstag
Foto: Presseportal.de

Osthessen (ost)

Denken wie ein Dieb: Bewertung der Präventionsaktion der Polizei Osthessen während der Ferienzeit

Fulda. Es ist Sommer und die Tage sind länger. Der Gedanke an einen Einbruch scheint weit entfernt zu sein, da es die Dunkelheit ist, die Dieben Möglichkeiten bietet. Ein weit verbreiteter Irrglaube besagt zumindest! Aber der Griff durch das gekippte Fenster dauert nur wenige Sekunden. Das Entdeckungsrisiko ist oft minimal, egal ob Tag oder Nacht, und so wird das Fenster im Erdgeschoss zum unerwünschten Eintrittstor für Einbrecher in die eigenen vier Wände.

Um genau das zu verhindern und Bürgerinnen und Bürger auf potenzielle Schwachstellen an ihren Wohnhäusern aufmerksam zu machen, führte das Polizeipräsidium Osthessen am Donnerstag (15.08.) eine Aktion zum Einbruchschutz in Wohngebieten in Künzell und Eichenzell durch. Dabei hatten die Polizistinnen und Polizisten Grundstücke, Häuser und abgestellte Fahrzeuge im Blick, die frei zugänglich waren. Das Besondere an der Aktion: Die Einsatzkräfte wurden beauftragt, sich in die Lage der Kriminellen zu versetzen und potenzielle Tatgelegenheiten aus der Sicht eines Einbrechers aufzudecken. Stand eine Tür offen, war ein Fenster komplett geöffnet oder gekippt oder das Auto in der offenen Garage nicht verschlossen, verteilten die als Polizeibeamte erkennbaren „Einbrecher für einen Tag“ spezielle „Knöllchen“, die entsprechende Präventionsbroschüren enthielten und auf denen die Ansprechpartner der Einbruchschutzberatung des Polizeipräsidiums Osthessen aufgeführt waren.

Positive Bilanz der Polizei – Prävention betrifft Jeden

Während des Aktionstages betrachteten die Einsatzkräfte am Donnerstag mehrere hundert Häuser und Fahrzeuge aus der Sicht eines Einbrechers, und das Interesse in der Bevölkerung war deutlich groß. Viele Menschen in Osthessen zeigten sich erfreut über das spontane Beratungsangebot und tauschten sich ausführlich mit den Beamten zu verschiedenen Präventionsthemen und insbesondere zum Einbruchschutz aus.

Zu ihrer Überraschung berichtete ein Großteil der Befragten während der Gespräche, dass nicht nur Einbruch ein Thema in ihren eigenen vier Wänden sei, sondern auch betrügerische Anrufe wie der sogenannte Schockanruf und die falschen Amtsträger. Die Beamten nutzten die Gelegenheit daher, um den Menschen hilfreiche Tipps zum Trickbetrug zu geben und sie um ihre Mithilfe zu bitten, indem sie aufforderten, Verwandte, Angehörige, Bekannte und Freunde ebenfalls für diese Themen zu sensibilisieren. Um so viele Menschen wie möglich zu schützen, erscheint der persönliche Dialog besonders wichtig. Das Polizeipräsidium Osthessen bedankt sich daher bei allen engagierten Helfern, die durch ihr Engagement und Interesse an Präventionsthemen zum Schutz anderer beitragen.

Die Ansprechpartner der Präventionsabteilung in Osthessen stehen allen interessierten Menschen auch außerhalb des Aktionstages kostenlos für Beratungen zur Verfügung. Ein Anruf, ein Termin und damit ein Stück mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden. In den letzten fünf Jahren haben bereits etwa 1.200 Bauherren, Geschäftsleute sowie Haus- und Wohnungseigentümer das kriminalpolizeiliche Angebot genutzt. Denn obwohl die Zahlen im Bereich Wohnungseinbruchsdiebstahl (WED) seit 2017 auf einem konstant niedrigen Niveau liegen, ist jeder Einbruch einer zu viel! Ein Einbruch oder Betrug verursacht nicht nur finanzielle Schäden, sondern geht zwangsläufig auch mit einem Eindringen in die Privatsphäre einher und führt manchmal zu einem verlorenen Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden.

Die Ansprechpartner der kriminalpolizeilichen Beratungsstellen im Überblick:

Kriminalhauptkommissar Marco Hohmann, Tel. 0661/105-2041 (Landkreis Fulda), Kriminalhauptkommissar Maik Dorsch, Tel. 06621/932-112 (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und Kriminalhauptkommissarin Lorena Decher, Tel. 06641/971-111 (Vogelsbergkreis)

Wer sich alle Informationen zum Aktionstag noch einmal ansehen möchte, kann dies gerne in den Highlights der Instagram-Seite des Polizeipräsidiums Osthessen unter polizei_oh tun.

Sandra Suski, Pressesprecherin

Quelle: Presseportal

Einbruchstatistiken in Hessen für 2021/2022

Die Einbruchsraten in Hessen stiegen zwischen 2021 und 2022 leicht an, wobei im Jahr 2021 insgesamt 3858 Fälle registriert wurden, während es im Jahr 2022 4275 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle ging jedoch von 810 auf 723 zurück. Insgesamt wurden 637 Verdächtige identifiziert, darunter 571 Männer und 66 Frauen. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 266 auf 275. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2022 die höchste Anzahl an Einbrüchen in Deutschland mit 23528 Fällen.

2021 2022
Anzahl erfasste Fälle 3.858 4.275
Anzahl der aufgeklärten Fälle 810 723
Anzahl der Verdächtigen 637 569
Anzahl der männlichen Verdächtigen 571 498
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 66 71
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 266 275

Quelle: Bundeskriminalamt

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