Kriminalbeamte führen Aktionstag in Wetzlar, Aßlar und Herborn durch, um ältere Menschen zu schützen.
Lahn-Dill-Kreis: Präventionsmaßnahmen gegen Taschen- und Trickdiebstahl

Giessen (ost)
Aktionstag „Taschen- und Trickdiebstahl zum Nachteil von älteren Menschen“ / Präventionsmaßnahmen vor Ort in Wetzlar, Aßlar und Herborn
Am Dienstag, den 10. März, führten Kriminalbeamte der Polizeidirektion Lahn-Dill, in Zusammenarbeit mit dem kriminalpolizeilichen Berater für den Lahn-Dill-Kreis, einen Aktionstag zum Thema „Taschen- und Trickdiebstahl zum Nachteil von älteren Menschen“ durch. Dieser Aktionstag umfasste gezielte Präventionsmaßnahmen vor und in Supermärkten in Wetzlar, Aßlar und Herborn. Im Laufe des Tages beinhalteten diese insbesondere Bürgeransprachen und Informationsgespräche an Ständen, an denen Beamte des Fachkommissariats für Diebstahl- und Kfz-Delikte über typische Vorgehensweisen von Dieben sprachen. Weitere Beamte waren in zivil unterwegs, wiesen Kunden direkt auf Sicherheitsmängel hin und verwiesen aktiv auf die Informationsstände und Gesprächsangebote. Dieser innovative und proaktive Ansatz sorgte hier und da nicht nur für kurze Verwunderung, sondern wurde auch sehr positiv aufgenommen. An den Präventionsständen gaben Experten während zahlreicher Gespräche Tipps zum sicheren Umgang mit Bargeld, Wertgegenständen und Zahlungskarten, unter anderem zur sicheren Aufbewahrung der PIN bei Geldabhebungen und Kartenzahlungen.
Die Veranstaltung erfolgte vor dem Hintergrund wiederkehrender Fälle von Taschen- und Trickdiebstahl. Besonders ältere Menschen sind häufig betroffen und leiden neben den materiellen Schäden auch unter einem starken Verlust an Sicherheitsgefühl. Darüber hinaus spähen die Täter oft die PIN-Daten ihrer Opfer aus (sogenannte Erlangungstaten), um dann unberechtigte Geldabhebungen an Geldautomaten vorzunehmen (sogenannte Verwertungstaten).
Das Ziel des Aktionstages war es, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen, das Sicherheitsbewusstsein der Bürger zu stärken und gleichzeitig das Bewusstsein für mögliche Gefahren zu erhöhen. Denn neben Fahrraddiebstählen und Sachbeschädigungen gehören Taschendiebstähle zu den häufigsten Delikten im öffentlichen Raum und sind oft schwer aufzuklären. Dies liegt an der Professionalität der teilweise international agierenden Täter sowie daran, dass Opfer einen Taschen- oder Trickdiebstahl oft nicht sofort bemerken. Daher ist eine umfassende Sensibilisierung und Aufklärung der Bürger umso wichtiger.
Die Beamten empfehlen, beim Einkaufen oder an belebten Orten eine gewisse Skepsis gegenüber Fremden zu zeigen und Abstand zu halten. Es sollte nur das Nötigste an Karten und Bargeld mitgenommen werden. Wertgegenstände sollten nah am Körper getragen und nicht in offenen Taschen oder unbeaufsichtigten Einkaufswagen aufbewahrt werden. Bei Kartenzahlungen sollte darauf geachtet werden, die PIN-Nummer abzudecken. Wenn ein Trick- oder Taschendiebstahl rechtzeitig bemerkt wird, wird empfohlen, laut um Hilfe zu rufen, da dies die meisten Täter abschreckt. Eine direkte Konfrontation wird jedoch nicht empfohlen. Stattdessen sollte sofort die Polizei informiert werden.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier: https://www.polizei-beratung.de/fileadmin/Medien/325-FB-So-schuetzen-Sie-sich-vor-Taschendieben.pdf. Die kriminalpolizeilichen Berater des Polizeipräsidiums Mittelhessen stehen für Fragen und kostenlose Beratungen, auch zu Hause, zur Verfügung. Nutzen Sie das Angebot und lassen Sie sich von unseren Experten beraten. Die Berater sind telefonisch oder per E-Mail unter Beratungsstelle.ppmh@polizei.hessen.de erreichbar. Alle Details zu Zuständigkeiten und Erreichbarkeiten finden Sie auf der Website des Polizeipräsidiums Mittelhessen (https://www.polizei.hessen.de/service/ansprechpersonen/kriminalpolizeiliche-beratungsstelle-im-polizeipraesidium-mittelhessen).
Pierre Gath, Pressesprecher
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Taschendiebstählen in Hessen für 2022/2023
Die Taschendiebstahlraten in Hessen stiegen zwischen 2022 und 2023 leicht an. Im Jahr 2022 wurden 5338 Fälle registriert, von denen 604 gelöst wurden. Es gab insgesamt 549 Verdächtige, darunter 464 Männer und 85 Frauen. 468 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der registrierten Fälle auf 6038, wobei 649 Fälle gelöst wurden. Es gab insgesamt 574 Verdächtige, darunter 473 Männer und 101 Frauen. 495 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Taschendiebstählen in Deutschland mit 39519 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 5.338 | 6.038 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 604 | 649 |
| Anzahl der Verdächtigen | 549 | 574 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 464 | 473 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 85 | 101 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 468 | 495 |
Quelle: Bundeskriminalamt








