Mehr als 60 Betriebe kontrolliert, 19 Ermittlungsverfahren eingeleitet, illegale Prostitution, unerlaubter Aufenthalt, Verstöße gegen Gesetze und Verordnungen, Bußgelder über 30.000 Euro drohen.
Landkreis Groß-Gerau: Über 100 Anzeigen und Festnahmen

Landkreis Groß-Gerau (ost)
Am Abend des Donnerstags (17.9.) wurden im Zeitraum zwischen 19 Uhr und 1 Uhr im Landkreis Groß-Gerau mehr als 60 Gaststätten, Spielhallen, Bars und Lokale überprüft. Der Fokus lag auf den Betrieben selbst, ihren Geschäftsabläufen, dem Personal und den Gästen. Insgesamt leiteten die Ordnungshüter 19 Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen des Verdachts auf illegale Prostitution, illegalen Aufenthalt und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Fast einhundert Ordnungswidrigkeitenanzeigen wurden wegen Verstößen gegen Glücksspielgesetze und Spielhallenverordnungen eingeleitet. Einige Betriebe wurden wegen gewerblicher und baulicher Verstöße belangt, einige erfüllten nicht die Pfandkennzeichnungspflicht. Es gab auch Unregelmäßigkeiten bei den Kassensystemen und der Kassenführung. Einige Betreiber hielten nicht alle Hygienevorschriften ein.
Mehr als 150 Mitarbeiter verschiedener Behörden und Organisationen waren insgesamt an der Aktion beteiligt. Neben der Polizei aus Südhessen, Frankfurt und der Bereitschaftspolizei waren auch Beamte des hessischen Landeskriminalamtes, des Zolls und der Staatsanwaltschaft Darmstadt beteiligt. Die Stadtpolizeien, das Finanzamt, die Steuerfahndung, das Bau-, Gesundheits- und Gewerbeamt sowie das Regierungspräsidium Darmstadt führten Kontrollen durch.
In einem Lokal in Büttelborn wurden zwei Geldspielautomaten versiegelt, da sie keine Genehmigung hatten. Außerdem fehlte die Erlaubnis, Alkohol auszuschenken.
Als die Kontrolleure eine Bar in Biebesheim betraten, versuchte eine Person zu fliehen, wurde aber festgenommen. Der Grund für die Flucht war ein Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz.
Weitere aufenthaltsrechtliche Verstöße wurden in einem Hotel in Ginsheim-Gustavsburg festgestellt. Acht Personen hielten sich illegal in Deutschland auf und betrieben teilweise illegale Prostitution. Sechs wurden vorläufig festgenommen, zwei blieben in Gewahrsam und sollten am nächsten Tag einem Richter vorgeführt werden. Bei dem Hotelbetreiber wurden Drogen gefunden und beschlagnahmt.
Das Hauptzollamt Darmstadt leitete ein Ermittlungsverfahren gegen eine Angestellte in einer Gaststätte in Rüsselsheim ein. Die Frau gab an, sechs Tage die Woche je 11 Stunden zu arbeiten und nur 1200 Euro im Monat zu verdienen, was unter dem gesetzlichen Mindestlohn lag.
In der Küche einer Gaststätte in Kelsterbach arbeiteten zwei Männer illegal. Sie wurden vorläufig festgenommen, da sie sich illegal in Deutschland aufhielten. Einer von ihnen sollte am nächsten Tag einem Richter vorgeführt werden, um über die sofortige Ausreise zu entscheiden.
In einem Lokal in Mörfelden-Walldorf wurde ein 30-jähriger Mann festgenommen, der per Haftbefehl gesucht wurde. Er hatte eine Geldstrafe nicht bezahlt, konnte dies jedoch bei der Polizei nachholen und gehen.
Insgesamt wurden über 600 Personen und 12 Fahrzeuge überprüft. Den Betreibern drohen Bußgelder in Höhe von über 30.000 Euro.
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Hessen für 2022/2023
Die Drogenraten in Hessen stiegen zwischen 2022 und 2023 leicht an. Im Jahr 2022 wurden 24.363 Fälle von Drogenkriminalität erfasst, während es im Jahr 2023 bereits 26.518 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 22.378 auf 23.101. Die Anzahl der Verdächtigen blieb mit 19.133 konstant, wobei die Anzahl der männlichen Verdächtigen von 17.079 auf 17.106 stieg und die Anzahl der weiblichen Verdächtigen von 2.089 auf 2.027 sank. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen erhöhte sich von 6.494 auf 7.004. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Drogenfällen in Deutschland mit 73.917 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 24.363 | 26.518 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 22.378 | 23.101 |
| Anzahl der Verdächtigen | 19.168 | 19.133 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 17.079 | 17.106 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 2.089 | 2.027 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 6.494 | 7.004 |
Quelle: Bundeskriminalamt








