Erneut wurden Seniorin um über 10.000 Euro betrogen, Polizei warnt vor Betrugsmasche und bittet um Hinweise
Landkreis Waldeck-Frankenberg: Falsche Polizeibeamte ergaunern Bargeld und Schmuck

Korbach (ost)
Erneut wurden skrupellose Betrüger dazu gebracht, eine beträchtliche Menge Bargeld und Schmuck zu stehlen. Ein Gauner gab sich am Telefon als Polizist aus und überzeugte eine ältere Dame davon, dass ihr Vermögen in Gefahr sei. Unter Druck gesetzt, übergab die Seniorin schließlich Bargeld und Schmuck im Wert von über 10.000 Euro. Die Kriminalpolizei Korbach führt nun die Ermittlungen, bittet um Hinweise zu verdächtigen Personen und Fahrzeugen und warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche.
Am Dienstag (17. Februar) gegen 17.00 Uhr erhielt die Seniorin aus Waldeck einen Anruf. Der Anrufer gab sich als „Herr Sperling vom K 4 des Raubdezernat Korbach“ aus. Dramatisch berichtete er, dass eine Nachbarin des angerufenen Frau im Haus von Einbrechern gefesselt, geknebelt und ausgeraubt worden sei. Die Polizei habe einen der Täter festgenommen und eine Liste mit weiteren Adressen gefunden, darunter auch die Anschrift der Seniorin. Mit dem angeblichen Ziel, weitere Raubstraftaten zu verhindern, bat man um ihre Hilfe. Ihr gesamtes zu Hause gelagertes Vermögen müsse gesichert werden. Unter Druck gesetzt, folgte sie den Anweisungen und legte Bargeld und Schmuck im Gesamtwert von über 10.000 Euro in einen Kochtopf und stellte diesen gegen 19.00 Uhr vor ihr Haus.
Aus Sicherheitsgründen sollte sie sich dann von der Haustür und den Fenstern fernhalten. Einige Minuten später wurde ihr mitgeteilt, dass die Werte abgeholt wurden. Anschließend hielten die Betrüger die Seniorin bis etwa 21.30 Uhr am Telefon fest. Dabei wurde ihr gesagt, dass man sich am nächsten Tag erneut melden werde, da ihre bei einem Geldinstitut gelagerten Vermögenswerte nicht sicher seien, da auch ein Bankmitarbeiter in die Sache verwickelt sei.
Als die Frau am Mittwochmorgen (18. Februar) bei ihrem Geldinstitut anrief, wurde der Betrug entdeckt und sie informierte sofort die Polizei. Am Donnerstagmorgen (19. Februar) gingen tatsächlich zahlreiche weitere Anrufe ein, die informierte Seniorin fiel jedoch nicht erneut auf die Betrüger herein.
Die Kriminalpolizei Korbach hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise. Wer am Dienstag (17. Februar), insbesondere zwischen 17.00 und 20.00 Uhr, aber auch an den folgenden Tagen im Bereich der Bahnhofstraße und der Straße Am Ziegenberg in Waldeck verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen hat oder sonstige Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 05631/9710 zu melden.
Da es in den letzten Wochen im Landkreis Waldeck-Frankenberg vermehrt zu Betrugsversuchen am Telefon gekommen ist, ist davon auszugehen, dass die Kriminellen auch in Zukunft versuchen werden, die Bürger mit verschiedenen Telefonbetrügereien um ihr Geld zu bringen. Die Polizei gibt daher folgende Ratschläge:
Die „echte“ Polizei fragt am Telefon nicht nach Details zu Bargeld oder Wertgegenständen im Haus.
Die Polizei verlangt kein Bargeld oder Wertgegenstände zur Sicherung oder Überprüfung.
Die Polizei fragt niemals nach Kontodaten und fordert Sie niemals auf, Banküberweisungen oder Bargeldabhebungen zu tätigen.
Geben Sie am Telefon keine Informationen zu Ihren finanziellen oder familiären Umständen preis.
Seien Sie wachsam: Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Sie haben immer Zeit, sich mit Angehörigen, Vertrauenspersonen und der örtlichen Polizei zu beraten.
Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen oder einschüchtern. Legen Sie einfach auf.
Selbst wenn Sie die „110“ oder eine Telefonnummer mit einer bekannten Vorwahl im Display sehen: Das sogenannte „Call-ID-Spoofing“ ermöglicht es Kriminellen, ihre Rufnummer zu ändern und anstelle der Originalrufnummer eine beliebige Nummer anzuzeigen. Kriminelle nutzen diese Möglichkeit, um ihre Identität zu verschleiern und bei ihrem Gesprächspartner den Eindruck zu erwecken, es handle sich um einen Anruf von der Polizei oder einer anderen Behörde.
Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt oder Sie bereits Opfer geworden sind. WICHTIG: Beenden Sie das vorherige Gespräch durch Auflegen und wählen Sie erst nach einigen Minuten die 110.
Sprechen Sie mit gefährdeten Angehörigen über diese Betrugsmasche.
Dirk Richter
Kriminalhauptkommissar
Quelle: Presseportal








