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Lauterbach: Kontrollaktion zur Wildunfallprävention

Polizei sensibilisiert und klärt auf. Etwa jeder zweite Verkehrsunfall in der Polizeidirektion Vogelsberg ist ein Wildunfall. Geschwindigkeitskontrollen und Präventionshinweise sollen Zusammenstöße reduzieren.

Foto: Depositphotos

Alsfeld (ost)

Etwa jeder zweite in der Polizeidirektion Vogelsberg polizeilich aufgenommene Verkehrsunfall ist ein Unfall mit Wild. Die Zusammenstöße gehen für die Tiere häufig tödlich aus und sind auch für die betroffenen Fahrzeugführer gefährlich.

Gerade in den frühen Morgenstunden sowie in der Abenddämmerung ist in der Region vermehrt mit Wildwechsel zu rechnen. Insbesondere entlang von Waldgebieten und auf unübersichtlichen Streckenabschnitten besteht ein erhöhtes Risiko für Zusammenstöße mit Rehen, Wildschweinen und anderen Wildtieren.

Vor diesem Hintergrund führte der Regionale Verkehrsdienst am Donnerstag (07.05.) bereits in der Morgendämmerung Geschwindigkeitskontrollen in solchen Streckenabschnitten durch, in denen besonders häufig Unfälle mit Wildtieren zu verzeichnen sind.

Ab 9 Uhr folgten auf der B254 in der Gemarkung Alsfeld – Altenburg, Parkplatz „Fursche Fabrik“ Verkehrskontrollen mit der Unterstützung von Polizeianwärterinnen und -anwärter.

Neben der Ahndung von Verkehrsverstößen suchten die Beamtinnen und Beamten gezielt das Gespräch mit Verkehrsteilnehmenden, um für die Gefahren durch Wildwechsel zu sensibilisieren. Viele Fahrerinnen und Fahrer zeigten sich aufgeschlossen und nutzten die Gelegenheit, sich über richtiges Verhalten in entsprechenden Situationen zu informieren.

Thematisiert wurden unter anderem angepasstes und vorausschauendes Fahren, das richtige Reagieren bei plötzlich auftauchendem Wild sowie das korrekte Verhalten nach einem Wildunfall.

Unterstützt wurde die Kontrollaktion durch den Landesjagdverband, der mit Flyern und Bannern auf die Gefahren von Wildwechsel aufmerksam machte. Die Banner werden gezielt an bekannten Unfallschwerpunkten angebracht. Hessen Mobil trägt darüber hinaus langfristig durch besonders intensive Mäharbeiten an gefährdeten Straßenabschnitten zur Verbesserung der Sichtverhältnisse bei. Auch die Stadt Lauterbach sowie die zuständigen Verkehrsämter unterstützen die Maßnahmen, insbesondere bei der Auswahl geeigneter Standorte für die Banner.

Insgesamt kontrollierte die Polizei zahlreiche Fahrzeuge. Dabei wurden bei den Geschwindigkeitsmessungen auf der B254 auf Höhe Klingelhof über 500 Fahrzeuge gemessen und lediglich ein Verstoß festgestellt. Hier fuhr ein Autofahrer 115 km/h bei erlaubten 100 km/h. Dieses Ergebnis ist sehr zufriedenstellend und zeigt, dass sich die allermeisten Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Nicht angepasste Geschwindigkeit stellt nach wie vor eine der Hauptursachen für Wildunfälle dar.

Weiterhin versuchte sich ein Autofahrer der Kontrollstelle zu entziehen und wendete kurzentschlossen auf der Bundesstraße. Auch er konnte durch nachfahrende Einsatzkräfte angehalten und kontrolliert werden. Der Grund des riskanten Wendemanövers war schnell klar: Der Fahrer konnte keine Fahrerlaubnis vorweisen und muss sich nun einem Verfahren wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis stellen.

Auch der Schwerlastverkehr war Teil der Kontrollen. Hier stellten die Beamten neben Geschwindigkeitsüberschreitungen auch Verstöße gegen die Sozialvorschriften -wie Lenk- und Ruhezeiten – fest. Ein Sattelzug wies zudem Mängel bei der Ladungssicherung auf.

„Die Resonanz der Verkehrsteilnehmenden war durchweg positiv. Viele zeigten Verständnis für die Maßnahmen und nahmen die Präventionshinweise dankbar an“, bilanziert Polizeidirektor Torsten Englert, Leiter der Polizeidirektion Vogelsberg. „Unser Ziel ist es, die Menschen für die Gefahren zu sensibilisieren und so langfristig die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren.“

Die Polizei appelliert daher weiterhin an alle Verkehrsteilnehmenden, insbesondere in waldreichen Gebieten aufmerksam zu fahren, die Geschwindigkeit anzupassen und jederzeit bremsbereit zu sein.

(Steffen Heil)

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Verkehrsunfällen in Hessen für 2023

Die Verkehrsunfallstatistik für Hessen im Jahr 2023 zeigt insgesamt 145.422 Unfälle. Davon hatten 19.527 Unfälle Personenschäden, was 13,43% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 6.914 Unfälle aus, was 4,75% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel waren mit 1.164 Fällen oder 0,8% vertreten. Die restlichen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 117.817 Fälle oder 81,02%. Innerorts ereigneten sich 14.839 Unfälle (10,2%), außerorts (ohne Autobahnen) 7.577 Unfälle (5,21%) und auf Autobahnen 3.013 Unfälle (2,07%). Insgesamt gab es 188 Getötete, 3.537 Schwerverletzte und 21.704 Leichtverletzte.

2023
Verkehrsunfälle insgesamt 145.422
Unfälle mit Personenschaden 19.527
Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden 6.914
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel 1.164
Übrige Sachschadensunfälle 117.817
Ortslage – innerorts 14.839
Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) 7.577
Ortslage – auf Autobahnen 3.013
Getötete 188
Schwerverletzte 3.537
Leichtverletzte 21.704

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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