Einsatzkräfte haben seit Sonntagabend alle Hände voll zu tun. Die Anzahl der Verkehrsunfälle steigt kontinuierlich an, während sich die Lage langsam entspannt.
Obertshausen: Glatte Straßen sorgen für zahlreiche Unfälle und festgefahrene Fahrzeuge

Südosthessen (ost)
Glattes und verschneites Wetter hat seit Sonntagabend Einsatzkräfte beschäftigt. Auch im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen gab es viele Einsätze. In zahlreichen Fällen mussten festgefahrene oder querstehende Fahrzeuge geholfen werden, die nicht mehr weiterkamen und teilweise die Straßen blockierten. Der Großteil der Notrufe und Meldungen betraf Verkehrsunfälle. Nachdem sich die Anzahl der vermutlich schneebedingten Verkehrsunfälle bis gestern Morgen auf 20 belief (siehe: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43561/6203551), hat sie sich inzwischen auf aktuell 58 Unfälle im gesamten Bereich erhöht.
Auszug aus den bisherigen Ereignissen:
Am Montagmorgen gegen 6.30 Uhr verlor eine Autofahrerin auf der Bundesstraße 486 die Kontrolle über ihr Fahrzeug, geriet in den Gegenverkehr und kollidierte dort mit einem entgegenkommenden Caddy sowie einem Linienbus. Der Caddy wurde durch den Aufprall in die Leitplanke geschoben und dann gegen den Bus gedrückt. Der geschätzte Gesamtschaden beträgt über 22.000 Euro. Die mutmaßliche Unfallverursacherin erlitt leichte Verletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht.
Gleichzeitig geriet in Sinntal zwischen Sterbfritz und Oberzell ein Streufahrzeug von der Straße ab, rutschte in einen Graben und kippte um. Das geladene Streusalz verteilte sich dabei in der Umgebung. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.
Etwa eine Stunde später kollidierte ein weiteres Winterdienstfahrzeug in der Rue de Conflans in Hanau mit mehreren geparkten Autos. Die Höhe des Schadens ist noch nicht bekannt.
Kurz darauf rutschte in Niederdorfelden ein Schulbus beim Abbiegen auf glatter Straße in den Zaun eines Sportgeländes. Auch hier wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand verletzt.
Gegen Mittag verlor vermutlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit eine Autofahrerin auf der Bundesstraße 276 zwischen Brachttal und Wächtersbach die Kontrolle über ihren Hyundai, geriet ins Schleudern und kollidierte mit einem Transporter. Die Frau erlitt blutige Kopfverletzungen und wurde in eine Klinik gebracht. Beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, die Straße war mehr als zwei Stunden lang voll gesperrt.
Am Nachmittag wurden in Erlensee Jugendliche gemeldet, die große Schneehaufen von einer Brücke auf die Straße der Landesstraße 3193 warfen. Schäden sind bisher nicht bekannt, die Verantwortlichen konnten vor Ort nicht mehr gefunden werden.
Gegen 14.45 Uhr kollidierte in der Hanauer Rochusstraße ein Linienbus mit einem Wohnhaus. Auch hier blieb es nach derzeitigem Stand bei Sachschaden.
Kurz nach 17 Uhr stürzte auf der Landesstraße 3405 zwischen Offenbach und Heusenstamm ein Baum auf ein Auto, so die Meldung. Die Fahrerin blieb offenbar unverletzt. Als mögliche Ursache wird Schneelast angenommen. Die Feuerwehr entfernte den Baum, sodass die Straße kurz darauf wieder freigegeben werden konnte.
Ebenfalls um diese Zeit wurden im Bereich des sogenannten Omega-Tunnels in Obertshausen Jugendliche oder Kinder gemeldet, die Schnee- und Eisbrocken auf vorbeifahrende Fahrzeuge warfen. Auch in diesem Fall kam es nach bisherigen Erkenntnissen zu keinen Schäden.
In der Nacht zum Dienstag kam ein 44-jähriger Mercedes-Fahrer gegen 2.20 Uhr auf der Landesstraße 3117 bei Rodgau in einer Kurve an der Abzweigung zur Udenhoutstraße von der Straße ab und stürzte mit seinem C-Klasse auf die Seite. Der Mann stand unter Alkoholeinfluss; ein Atemalkoholtest ergab 1,84 Promille. Eine Blutentnahme wurde angeordnet.
Derzeit entspannt sich die Situation. Die Anzahl der wetterbedingten Einsätze geht spürbar zurück.
Für sicheres Vorankommen sind neben angepasster Geschwindigkeit insbesondere die richtige Bereifung und der ordnungsgemäße Zustand der Fahrzeuge entscheidend. Polizeibeamte des Reviers Hanau führten daher am Montag entsprechende Kontrollen durch. Zusammen mit Kräften des Hessischen Polizeipräsidiums Einsatz wurde insbesondere darauf geachtet, ob Fahrzeuge schneefrei waren und die Kennzeichen ordnungsgemäß lesbar waren. Bei den Kontrollen zwischen 10 Uhr und 16.30 Uhr an drei Orten im Stadtgebiet wurden zahlreiche Verstöße festgestellt: Zehn Fahrzeuge hatten unzureichende Bereifung, in fünf Fällen waren Fahrzeuge nicht vom Schnee befreit worden, bevor sie losfuhren. Die Einsatzkräfte ahndeten auch Gurt- und Handyverstöße – besonders unter den aktuellen Witterungsbedingungen ein erhebliches Risiko.
Bildquelle: Polizeipräsidium Südosthessen
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Hessen für 2023
Die Verkehrsunfallstatistik für Hessen im Jahr 2023 zeigt insgesamt 145.422 Unfälle. Davon entfallen 19.527 auf Unfälle mit Personenschaden, was 13,43% aller Unfälle ausmacht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machen 6.914 Fälle aus, was 4,75% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel kommen auf 1.164 Fälle, was 0,8% sind. Die restlichen Sachschadensunfälle belaufen sich auf 117.817, was 81,02% aller Unfälle ausmacht. Innerorts ereigneten sich 14.839 Unfälle (10,2%), außerorts (ohne Autobahnen) 7.577 (5,21%) und auf Autobahnen 3.013 (2,07%). Die Anzahl der Getöteten lag bei 188, die Schwerverletzten bei 3.537 und die Leichtverletzten bei 21.704.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 145.422 |
| Unfälle mit Personenschaden | 19.527 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 6.914 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 1.164 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 117.817 |
| Ortslage – innerorts | 14.839 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 7.577 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 3.013 |
| Getötete | 188 |
| Schwerverletzte | 3.537 |
| Leichtverletzte | 21.704 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








