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Offenbach am Main: Geldabholer festgenommen

22-Jähriger in Untersuchungshaft nach Cybertrading-Betrug. Polizei warnt vor Internet-Anlagebetrug mit gefälschten Investments und Deepfakes.

Was ist Cybertrading Fraud?
Foto: Presseportal.de

Mühlheim am Main (ost)

Gemeinsame Erklärung von Staatsanwaltschaft Darmstadt – Zweigstelle Offenbach und Polizeipräsidium Südosthessen

(fg) In einem umfangreichen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des schweren Betrugs in Verbindung mit fingierten Geldinvestitionen in Bitcoin und anderen Kryptowährungen wurde am Montagnachmittag ein 22-jähriger Mann in Mühlheim am Main vorläufig festgenommen. Er plante, mehrere tausend Euro von einer Frau in Mühlheim am Main abzuholen.

Der Beschuldigte wurde am Dienstagvormittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt – Zweigstelle Offenbach – vor der zuständigen Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Offenbach am Main vorgeführt, die den Haftbefehl erließ und Untersuchungshaft anordnete. Der 22-Jährige befindet sich nun in einer Justizvollzugsanstalt.

Hintergrund:

Vor der Festnahme am Montagnachmittag gab es in den letzten Monaten Überweisungen an bisher unbekannte Täter. Der Frau wurde telefonisch betrügerisch Hilfe bei Verkaufsgeschäften angeboten.

Unbekannte Täter behaupteten, dass mit dem überwiesenen Geld unter anderem Aktien und Kryptowährungen gekauft würden. Die Frau aus Mühlheim sollte von den Investitionen profitieren.

Um eine angeblich gesperrte App für die Transaktionen zu reaktivieren, sollte am Montag (13. Juli 2026) Bargeld übergeben werden. Bei der Übergabe wurde der 22-Jährige vorläufig festgenommen, der keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat.

Aufgrund der laufenden Ermittlungen können derzeit keine weiteren Details bekannt gegeben werden.

Fragen zu dieser Meldung richten Sie bitte an die gemeinsame Pressestelle der Staatsanwaltschaft Darmstadt – Zweigstelle Offenbach, E-Mail: pressestelle@sta-darmstadt.justiz.hessen.de.

PRÄVENTIONSHINWEISE

Cybertrading-Betrug: Polizei warnt vor Gefahren im Internet Die Polizei warnt eindringlich vor der häufig auftretenden Betrugsmasche im Internet: dem sogenannten Cybertrading-Betrug (Anlagebetrug im Internet). Dabei handelt es sich um professionell organisierte Anlagebetrugsdelikte, bei denen Täter vermeintlich lukrative Online-Investments bewerben und gezielt das Vertrauen von Bürgerinnen und Bürgern ausnutzen.

Die Täter nutzen gezielt soziale Medien wie Facebook oder Instagram, um Personen zu erreichen. Oft werden täuschend echte, KI-generierte Videos (Deepfakes) verwendet, in denen bekannte Persönlichkeiten scheinbar für die Investments werben. Hohe Gewinne bei geringem Risiko werden versprochen, oft schon ab einem Einstieg von 250 Euro.

Nach dem Erstkontakt geben sich die Täter als professionelle Finanzberater aus und bauen gezielt Vertrauen auf. Über manipulierte Handelsplattformen werden den Opfern scheinbare Gewinne angezeigt, um sie zu weiteren Investitionen zu bewegen. Diese Gewinne existieren jedoch nicht.

Die Gefahr endet nicht mit dem ersten Betrug

Nach dem ursprünglichen Betrug werden die Opfer oft erneut kontaktiert. Unter dem Vorwand, das verlorene Geld zurückzubekommen, geben sich die Täter als Ermittler, Anwälte oder Behörden aus. Für angebliche Rückholaktionen werden erneut Gebühren verlangt.

Die Polizei betont, dass Aufklärung und Vorsicht der beste Schutz vor Cybertrading-Betrug sind. Bürgerinnen und Bürger sollten insbesondere auf folgende Warnsignale achten:

Konkrete Verhaltensempfehlungen:

Bei Zweifeln oder Betroffenheit wenden Sie sich bitte umgehend an die Polizei.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: https://www.polizei.hessen.de/praevention/gemeinsam-sicher-in-hessen/sicher-im-internet/online-trading

Weiterer Hinweis: Dieser Meldung ist ein Bild beigefügt (Quelle: PP Südosthessen).

Offenbach, 14.07.2026, Pressestelle, Felix Geis

Quelle: Presseportal

Cybercrime-Statistiken in Hessen für 2022/2023

Die Cyberkriminalitätsraten in Hessen zwischen 2022 und 2023 sind gestiegen. Im Jahr 2022 wurden 9798 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 bereits 10106 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 3961 im Jahr 2022 auf 4224 im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 2653 im Jahr 2022 auf 2828 im Jahr 2023. Unter den Verdächtigen waren 1806 Männer, 847 Frauen und 851 Nicht-Deutsche im Jahr 2022, während es im Jahr 2023 1918 Männer, 910 Frauen und 915 Nicht-Deutsche waren. Im Vergleich dazu hatte Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von registrierten Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 9.798 10.106
Anzahl der aufgeklärten Fälle 3.961 4.224
Anzahl der Verdächtigen 2.653 2.828
Anzahl der männlichen Verdächtigen 1.806 1.918
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 847 910
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 851 915

Quelle: Bundeskriminalamt

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