Im Rahmen der europaweiten ROADPOL-Speed-Kontrollwoche fanden verstärkte Verkehrskontrollen statt. Rund 48.800 Fahrzeuge wurden am 6. August kontrolliert, 3.018 Fahrer überschritten die Geschwindigkeitsbegrenzung.
Osthessen: Hessenweiter Action Day Speed – Polizei zieht Bilanz

Osthessen (ost)
Während der europaweiten ROADPOL-Speed-Kontrollwoche fanden vom 3. bis 9. August verstärkte Verkehrskontrollen in Hessen statt. Das Ziel war es, das Bewusstsein für die Risiken von überhöhter Geschwindigkeit zu schärfen. Zu schnelles Fahren ist eine der häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle und trägt zu einem großen Teil der tödlichen Unfälle bei.
Der Höhepunkt der Kontrollwoche war der „Action Day Speed“ am 6. August. In ganz Hessen waren etwa 240 Einsatzkräfte im Einsatz. Neben Geschwindigkeitskontrollen suchten Polizisten an vielen Orten das Gespräch mit Bürgern, um auf die Gefahren von zu schnellem Fahren aufmerksam zu machen. Denn Rücksichtnahme, angepasste Geschwindigkeit und verantwortungsbewusstes Verhalten sind wichtige Voraussetzungen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Von den insgesamt 48.800 kontrollierten Fahrzeugen in Hessen am 6. August hielten sich 3.018 Fahrer nicht an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Für 92 von ihnen hat die Überschreitung außerdem ein Fahrverbot zur Folge.
Im Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen wurden mehrere, teils erhebliche Verstöße festgestellt. Auf der Theodor-Heuss-Brücke wurde ein Fahrzeug, das von Mainz in Richtung Wiesbaden fuhr, mit 87 km/h gemessen. Erlaubt sind dort 50 km/h. Der Fahrer erwartet ein Bußgeld von 260 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister und ein einmonatiges Fahrverbot. Bei einer Kontrolle im Bereich Klarenthaler Straße/Blumenthalstraße stellten die Einsatzkräfte fest, dass zwei Kinder auf der Rückbank eines Fahrzeugs ohne Sicherheitsgurt befördert wurden. Für diesen Verstoß sieht der Bußgeldkatalog ein Bußgeld von 70 Euro und einen Punkt im Fahreignungsregister vor. Bei der Überprüfung des Fahrers stellten die Beamten fest, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorlag. Der Mann wurde verhaftet. Eine weitere Kontrolle auf der Theodor-Heuss-Brücke verlief besonders gefährlich. Ein blauer VW Polo wurde mit 64 km/h gemessen, als er von Mainz nach Wiesbaden fuhr. Als die Beamten das Fahrzeug kontrollieren wollten, beschleunigte der Fahrer und fuhr in den Gegenverkehr. Anschließend bog er auf die Rampenstraße in Richtung Wiesbadener Straße ab. Die Beamten schätzten ein, dass es nur dem Zufall zu verdanken war, dass es zu diesem Zeitpunkt keinen Verkehrsunfall gab. Eine sofortige Verfolgung und Fahndung nach dem Fahrzeug verliefen zunächst ergebnislos. Kurz darauf konnten Zivilbeamte das Fahrzeug in der Nähe der Rampenstraße finden und beobachten. Wenige Minuten später erschien der Fahrer und wollte losfahren. Die Zivilbeamten konnten ihn festnehmen. Gegen den Fahrer wurde ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs, des Fahrens unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet.
Auch an Kontrollstellen in Südosthessen wurden erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Ein 54-jähriger Fahrer wurde auf der A661 im Baustellenbereich mit 141 km/h bei erlaubten 100 km/h gemessen. Ihn erwarten ein Bußgeld von 320 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister und ein einmonatiges Fahrverbot.
In Frankfurt am Main überschritt ein Fahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Sindlinger Mainbrücke (B40) erheblich. Er wurde mit 141 km/h gemessen, obwohl dort nur 60 km/h erlaubt sind. Auch er erhält ein Fahrverbot. Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr
Die Ergebnisse des Aktionstages zeigen, dass viele Fahrer die Gefahren von Geschwindigkeitsüberschreitungen nach wie vor nicht ernst nehmen. Schon eine scheinbar geringe Überschreitung kann darüber entscheiden, ob ein Unfall verhindert werden kann oder schwere Folgen hat. Die Polizei appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, die Geschwindigkeit den Verkehrs- und Straßenverhältnissen anzupassen und stets rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst unterwegs zu sein.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Hessen für 2023
Im Jahr 2023 gab es in Hessen insgesamt 145.422 Verkehrsunfälle. Davon waren 19.527 Unfälle mit Personenschaden, was 13,43% aller Unfälle ausmacht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 6.914 Unfälle aus, was 4,75% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 1.164 Fällen registriert, was 0,8% aller Unfälle ausmacht. Die übrigen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 117.817, was 81,02% aller Unfälle entspricht. Innerorts gab es 14.839 Unfälle (10,2%), außerorts (ohne Autobahnen) 7.577 Unfälle (5,21%) und auf Autobahnen 3.013 Unfälle (2,07%). Insgesamt gab es 188 Getötete, 3.537 Schwerverletzte und 21.704 Leichtverletzte.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 145.422 |
| Unfälle mit Personenschaden | 19.527 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 6.914 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 1.164 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 117.817 |
| Ortslage – innerorts | 14.839 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 7.577 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 3.013 |
| Getötete | 188 |
| Schwerverletzte | 3.537 |
| Leichtverletzte | 21.704 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








