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Osthesssen: Polizei kontrolliert Raser- und Poserszene in Fulda

Am 25. September und 15. Oktober überprüften Einsatzkräfte im Stadtgebiet und Umland 106 Fahrzeuge. Sie sprachen 35 Verwarnungen aus, leiteten fünf Strafverfahren ein und stellten sechs Fahrzeuge sicher.

Symbolfoto
Foto: Presseportal.de

Osthesssen (ost)

Heulende Motoren, vermeidbarer Fahrzeuglärm und gefährliche Fahrmanöver: Das Verhalten einzelner Verkehrsteilnehmer führt immer wieder zu Beschwerden aus der Bevölkerung. Vor allem an bekannten Treffpunkten der sogenannten Raser- und Poserszene erregen Fahrzeuge durch übermäßigen Lärm, auffälliges Fahrverhalten oder unerlaubte technische Umbauten Aufmerksamkeit. Diese Beobachtungen und Hinweise von Anwohnerinnen und Anwohnern nimmt die Polizei zum Anlass, regelmäßig gezielte Kontrollen vorzunehmen.

Am Donnerstag (25.09.) und Mittwoch (15.10.) waren daher erneut Einsatzkräfte der osthessischen Polizei im Stadtgebiet Fulda und im Umland im Einsatz, um vor allem szenetypische Fahrzeuge und ihre Fahrer genauer zu überprüfen. Bei den beiden Aktionen kontrollierten die Beamten insgesamt 106 Fahrzeuge, erteilten 35 Verwarnungen und eröffneten fünf Strafverfahren. Darüber hinaus stellten sie sechs Fahrzeuge sicher. Zeitweise erhielten die Einsatzkräfte Unterstützung von Sachverständigen der DEKRA, die mehrere Fahrzeuge direkt vor Ort begutachteten.

Getuntes Kleinkraftrad fährt mehr als 100 km/h

Ein Kleinkraftrad der Marke Simson fiel den Beamten am 25. September im Bereich Künzell besonders auf. Der Fahrer war mit zwei weiteren Zweiradfahrern unterwegs, die teilweise versuchten, ihre Maschinen auf dem Hinterrad zu fahren. Bei der darauffolgenden Kontrolle der Simson entdeckten die Einsatzkräfte umfangreiche technische Umbauten. Auf einem Rollenprüfstand erzielte das Zweirad eine Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h. Anschließend wurde die Messung abgebrochen. Wegen der erheblichen Leistungssteigerung und der damit einhergehenden Änderung der Fahrzeugklasse vom Kleinkraftrad zum Leichtkraftrad bestand der Verdacht, dass die Betriebserlaubnis erloschen war. Für eine weitere Begutachtung durch einen Sachverständigen stellten die Beamten das Kleinkraftrad sicher.

In der Fuldaer Mackenrodtstraße bemerkten die Zivilkräfte außerdem einen Autofahrer, der mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. Den Verstoß hielten die Beamten mithilfe ihrer Messtechnik fest. Bei der anschließenden Kontrolle gab der Fahrer an, er habe nur noch schnell Chips für eine Familienfeier kaufen wollen. Nun drohen ihm ein Bußgeld von 260 Euro, zwei Punkte und ein Fahrverbot für einen Monat.

Zur Fahndung ausgeschriebener Mercedes beschlagnahmt

Während der Kontrollen fiel einer weiteren Zivilstreife in der Fuldaer Innenstadt ein Mercedes-AMG C 63 auf. Die Überprüfung ergab, dass eine andere Polizeibehörde den Wagen nach einer Straftat zur Eigentumssicherung ausgeschrieben hatte. Die beiden Insassen machten den Beamten gegenüber Angaben zu dem Fahrzeug, die den Sachverhalt zunächst nicht vollständig klären konnten. Die Beamten stellten den Mercedes sicher. Die Kriminalpolizei übernimmt die weiteren Ermittlungen, unter anderem wegen des Verdachts der Unterschlagung. Das Fahrzeug soll an seinen rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden.

Motorradfahrer entkommt einer Polizeikontrolle

Bei der erneuten Kontrollaktion am 15. Oktober registrierten die Einsatzkräfte ebenfalls verschiedene Verstöße. Einer Zivilstreife fiel unter anderem zwischen Bronnzell und Eichenzell ein Motorradfahrer wegen einer besonders lauten Abgasanlage und riskanter Fahrmanöver auf. Mit der Videotechnik ihres Dienstfahrzeugs hielten die Beamten seine Fahrweise fest. Als die Einsatzkräfte den Mann kurz darauf in Eichenzell kontrollieren wollten, lief er zu Fuß über angrenzende Grundstücke davon. Sein Motorrad blieb zurück. Bei der anschließenden technischen Prüfung fanden die Beamten Hinweise auf Manipulationen an der Abgasanlage und weitere unerlaubte Umbauten. Zur Begutachtung stellten sie das Motorrad sicher. Die Ermittlungen zum Fahrer laufen derzeit noch. Ihn erwartet unter anderem ein Ordnungswidrigkeitenverfahren.

Kontrolle der Geschwindigkeit in der Petersberger Straße

Zusätzlich zu den Fahrzeugkontrollen nahmen die Einsatzkräfte am 25. September zusammen mit der Stadtpolizei Fulda Geschwindigkeitsmessungen in der Petersberger Straße vor. Dabei erfassten sie mehr als 2.000 Fahrzeuge. Die Kontrollkräfte registrierten insgesamt 115 Geschwindigkeitsverstöße. Verwarnungen wurden in 103 Fällen ausgesprochen, während in zwölf Fällen Bußgeldverfahren eingeleitet wurden. Zudem müssen drei Verkehrsteilnehmer mit einem Fahrverbot rechnen.

Polizei führt Kontrollen konsequent weiter

Die Polizei bewertet die wiederkehrenden Kontrollmaßnahmen positiv. Die gezielte Überwachung bekannter Treffpunkte und die konsequente Verfolgung festgestellter Verstöße entfalten Wirkung. Trotzdem fallen weiterhin Verkehrsteilnehmer durch zu hohe Geschwindigkeit, unnötigen Fahrzeuglärm oder gefährliche Fahrmanöver auf. Die osthessische Polizei wird daher auch in Zukunft gezielte Kontrollen vornehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Verhinderung gefährlicher Fahrmanöver, einschließlich sogenannter Driftmanöver zur Winterzeit, die Verringerung vermeidbarer Lärmbelästigungen und vor allem die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Wer öffentliche Straßen für riskante Fahrmanöver oder zur Selbstdarstellung als Bühne verwendet, muss auch künftig mit konsequenten Kontrollen und entsprechenden Folgen rechnen.

(Regionaler Verkehrsdienst Fulda)

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Verkehrsunfällen in Hessen für 2023

Im Jahr 2023 wurden in Hessen insgesamt 145.422 Verkehrsunfälle registriert. Davon waren 19.527 Unfälle mit Personenschaden (13,43 %), 6.914 schwerwiegende Unfälle mit ausschließlich Sachschaden (4,75 %), 1.164 Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel (0,8 %) und 117.817 übrige Sachschadensunfälle (81,02 %). Nach Ortslage wurden 14.839 Unfälle innerorts (10,2 %), 7.577 außerorts ohne Autobahnen (5,21 %) und 3.013 auf Autobahnen (2,07 %) erfasst; die Prozentangaben beziehen sich jeweils auf die Gesamtzahl der Unfälle. Dabei wurden 188 Menschen getötet, 3.537 schwer und 21.704 leicht verletzt.

2023
Verkehrsunfälle insgesamt 145.422
Unfälle mit Personenschaden 19.527
Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden 6.914
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel 1.164
Übrige Sachschadensunfälle 117.817
Ortslage – innerorts 14.839
Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) 7.577
Ortslage – auf Autobahnen 3.013
Getötete 188
Schwerverletzte 3.537
Leichtverletzte 21.704

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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