Jugendliche informieren sich über Präventionsthemen und erleben interaktive Workshops zur Verkehrssicherheit und Suchtprävention. Polizei und Netzwerkpartner sensibilisieren für Risiken und bieten Beratung an.
Präventionstag in Wetzlar

Giessen (ost)
Wetzlar: Einsatz von Blaulicht, bevor etwas passiert.
(bs) 180 Jugendliche. Ein Unfallauto. Simulation von Rauschzuständen. Diskussionen über K.-o.-Tropfen, Drogen, Alkohol und Vapes. Der Präventionstag im Haus der Prävention in Wetzlar: eine Kombination aus Workshop, Ausstellung und Informationsveranstaltung.
Die beiden Ansprechpartner vor Ort für die Städte Wetzlar, Leun und Aßlar, Rafael Ludwig und Andreas Püchner, luden am 20. Mai 2026 bereits zum dritten Mal in das Wetzlarer Haus der Prävention ein, um über aktuelle Präventionsthemen aufzuklären und sich auszutauschen.
Im diesem Jahr folgten erneut rund 180 interessierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 und 11 aus Wetzlar und Aßlar der Einladung. Statt langweiliger Vorträge erwartete sie ein Tag voller Begegnungen, Erfahrungen und offener Gespräche. Sie hatten die Gelegenheit, über ihre eigenen täglichen Entscheidungen nachzudenken und zu reflektieren, welche schwerwiegenden und langfristigen Konsequenzen diese haben können – sowohl online als auch im realen Leben.
Wer schon einmal mit einer Rauschbrille versucht hat, einen einfachen Parcours zu bewältigen, versteht schnell, warum Alkohol am Steuer so gefährlich ist. Wer vor einem Unfallfahrzeug steht und die Hintergrundgeschichte erfährt, erkennt, dass Schicksale nicht nur in den Nachrichten, sondern im echten Leben stattfinden. Und wer mit Experten über K.-o.-Tropfen, Drogen oder die Risiken von Vapes spricht, erhält Antworten auf Fragen, die oft unbeantwortet bleiben.
Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern bot die Polizei ein vielfältiges Programm an und ermöglichte den Schülerinnen und Schülern, sich über eine Vielzahl von Präventionsthemen zu informieren:
Die Mitarbeiter der Malteser in Wetzlar informierten über die Gefahren des sogenannten „Sturztrunks“ und vermittelten wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Suchthilfe Wetzlar zeigte Hilfs- und Beratungsangebote auf. Das Frauenhaus Wetterau sensibilisierte für die Risiken von K.-o.-Tropfen. Beim Präventionsprogramm „Gemeinsam sicher im Straßenverkehr“ konnten die Jugendlichen die Auswirkungen von berauschenden Mitteln auf Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit unmittelbar erleben. Gleichzeitig bot die Karriereberatung der Polizei Mittelhessen Einblicke in unser spannendes Berufsfeld.
Andreas Püchner und Rafael Ludwig betonen die Wichtigkeit: „Wir tun dies, weil wir wissen, dass jede verhinderte Straftat, jeder vermiedene Verkehrsunfall und jede junge Person, die rechtzeitig Unterstützung findet, ein Erfolg ist, der in keiner Statistik sichtbar wird. Präventionsarbeit ist ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein unserer Polizeiarbeit.“
Erstmals konnten die Jugendlichen die Veranstaltung digital per QR-Code bewerten. Das Ergebnis war eindeutig: Sämtliche Befragten würden den Präventionstag kommenden Jahrgängen weiterempfehlen. Für die Organisatoren ist das weit mehr als eine positive Bewertung. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Botschaft angekommen ist. Hinter diesem Erfolg steht ein starkes Netzwerk. Das Haus der Prävention ist ein regionales Kompetenzzentrum für Demokratieförderung und Prävention und wird gemeinsam vom Lahn-Dill-Kreis, der Stadt Wetzlar und dem Polizeipräsidium Mittelhessen getragen.
Die Initiatoren des erfolgreichen Präventionstages sind sogenannte „Schutzleute vor Ort“ (SvO) der hessischen Polizei, die bürgernahe Ansprechpartner in den Stadtteilen und Kommunen sind. Sie stehen im direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Schulen, Geschäften und kommunalen Einrichtungen und sind insbesondere in der Präventionsarbeit aktiv. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Präsenz im öffentlichen Raum, die Beratung zu Sicherheits- und Opferschutzthemen sowie die Zusammenarbeit mit Kommunen und lokalen Netzwerken.
Diese stehen als Ansprechpartner unter den folgenden Kontaktdaten von Montag bis Donnerstag zwischen 08:00 und 16:00 Uhr sowie freitags von 08:00 bis 15:00 Uhr zur Verfügung. In dringenden Fällen oder außerhalb dieser Zeiten steht Ihnen selbstverständlich die Polizei jederzeit über den Notruf 110 zur Verfügung.
SvO für Wetzlar, Rafael Ludwig: 06441/918-500. E-Mail: SvO-PSt-WZ.PPMH@polizei.hessen.de
SvO für Aßlar und Leun, Andreas Püchner: 06441/918-510, E-Mail: SvO-Asslar-Leun.PPMH@polizei.hessen.de
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Hessen für 2022/2023
Die Drogenraten in der Region Hessen zwischen 2022 und 2023 zeigen einen leichten Anstieg. Im Jahr 2022 wurden 24363 Fälle registriert, wovon 22378 aufgeklärt wurden. Es gab insgesamt 19168 Verdächtige, darunter 17079 Männer, 2089 Frauen und 6494 Nicht-Deutsche. Im Jahr 2023 stiegen die Zahlen auf 26518 Fälle, von denen 23101 gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen blieb mit 19133 nahezu gleich, wobei 17106 Männer, 2027 Frauen und 7004 Nicht-Deutsche beteiligt waren. Im Vergleich dazu verzeichnete die Region Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Drogenfällen in Deutschland mit 73917 registrierten Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 24.363 | 26.518 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 22.378 | 23.101 |
| Anzahl der Verdächtigen | 19.168 | 19.133 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 17.079 | 17.106 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 2.089 | 2.027 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 6.494 | 7.004 |
Quelle: Bundeskriminalamt








