Zoll und Polizei verhaften mutmaßlichen Kopf in Bosnien und sieben Tatbeteiligte in Deutschland und der Schweiz.
Rhein-Main-Gebiet: Drogenschmugglerbande zerschlagen

Frankfurt am Main / Wiesbaden (ost)
Gemeinsame Bekanntmachung des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des Hessischen Landeskriminalamts vom 11.08.2026
Aufgrund von Untersuchungen des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) wurde am 17.07.2026 der vermutliche Anführer einer hessischen Drogenschmugglerbande in Bosnien sowie zuvor sieben weitere Tatbeteiligte in Deutschland und der Schweiz verhaftet.
Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main und des HLKA führt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wiesbaden seit Frühjahr 2025 ein kompliziertes Verfahren gegen eine Gruppierung aus dem Rhein-Main-Gebiet. Ihnen wird der organisierte Schmuggel von Betäubungsmitteln sowie der Handel mit Drogen in nicht geringen Mengen vorgeworfen.
Der Ausgangspunkt waren die Sicherstellungen von über 600 Kilogramm verschiedener Betäubungsmittel im April 2025. In vier leerstehenden, als illegale Bunker genutzten Gebäuden stellten Zollfahnder und Polizisten etwa 350 Kilogramm Marihuana, über 200 Kilogramm Amphetamin und ungefähr 186 Kilogramm Codein in Frankfurt am Main, Trebur, Niedernhausen und Walluf sicher. Es gab daraufhin vier Festnahmen (siehe Pressemitteilung vom 25.04.2025: https://www.zoll.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/Rauschgift/2025/z50_rauschgiftbunker_zfaffm.html). Die gewonnenen Erkenntnisse führten die Ermittler der GER Hessen auf die Spur einer weiteren Rauschgiftschmuggelgruppe.
Verhaftung auf dem Balkan
Der vermutliche Hauptverantwortliche dieser Gruppe wurde nun in Sarajevo durch die Fahndung des HLKA aufgespürt und von den örtlichen Strafverfolgungsbehörden festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnräume wurden außerdem drei scharfe Schusswaffen mit Munition beschlagnahmt. Er soll zur Strafverfolgung nach Deutschland überstellt werden. Der 34-jährige Mann steht im Verdacht, die illegale Einfuhr von mindestens 88 Kilogramm Kokain unter anderem aus den Niederlanden nach Deutschland angeordnet zu haben. Dabei organisierte er den Drogenschmuggel durch sogenannte Rauschgiftkuriere, deren Fahrzeuge mit professionellen Verstecken ausgestattet waren. Die Drogen waren für eine europaweite Verteilung bestimmt.
Im Rahmen von Ermittlungsmaßnahmen durch Zoll- und Polizeikräfte der GER Hessen sowie durch Spezialeinheiten der hessischen Polizei und des Zollfahndungsamts Frankfurt am Main konnten im Mai 2026 in München, Frankfurt am Main und der Schweiz rund 88 Kilogramm Kokain, Crystal-Meth und Amphetamin im einstelligen Kilogrammbereich sowie 145.000 Euro Bargeld sichergestellt werden. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden zwei Frauen und fünf Männer im Alter von 23 bis 39 Jahren festgenommen. Sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.
Zusätzliche Informationen:
Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) Hessen wurde im Jahr 2012 als Kooperation zwischen Ermittlerinnen und Ermittlern des Hessischen Landeskriminalamtes und des Zollfahndungsamtes Frankfurt am Main gegründet. Das Ziel der GER Hessen ist die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität in Hessen und über die Grenzen hinaus. Als Experteneinheit führt die GER Hessen besonders umfangreiche Ermittlungsverfahren im Bereich der schweren und organisierten Kriminalität mit Schwerpunkt auf Drogendelikte durch.
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Hessen für 2022/2023
Die Drogenraten in Hessen stiegen zwischen 2022 und 2023 an. Im Jahr 2022 wurden 24363 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 bereits 26518 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 22378 auf 23101. Die Anzahl der Verdächtigen blieb mit 19133 relativ konstant, wobei die Anzahl der männlichen Verdächtigen von 17079 auf 17106 stieg und die Anzahl der weiblichen Verdächtigen von 2089 auf 2027 sank. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen erhöhte sich von 6494 auf 7004. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Drogenfällen in Deutschland mit 73917 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 24.363 | 26.518 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 22.378 | 23.101 |
| Anzahl der Verdächtigen | 19.168 | 19.133 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 17.079 | 17.106 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 2.089 | 2.027 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 6.494 | 7.004 |
Quelle: Bundeskriminalamt








