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Rheingau-Taunus-Kreis: Brand in Gewerbekomplex in Niedernhausen

Großbrand zerstört Gewerbekomplex, über 250 Einsatzkräfte im Einsatz. Feuer griff auf angrenzenden Gebäudekomplex über, Waldbrand konnte verhindert werden.

Foto: Unsplash

Niedernhausen (ost)

Ein schwerer Brand hat am Donnerstagmittag einen Gewerbekomplex am Rande von Niedernhausen zerstört und einen der größten Feuerwehreinsätze im Rheingau-Taunus-Kreis seit Jahren ausgelöst. Gegen 12:30 Uhr gingen mehrere Notrufe über eine starke Rauchentwicklung bei der Leitstelle ein. Schon auf dem Weg dorthin war die dichte, dunkle Rauchsäule kilometerweit sichtbar. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand eine Halle von etwa 25 mal 20 Metern in Flammen. In dem Gebäude befanden sich ein Reifenhandel mit mindestens 200 gelagerten Reifen, eine Schreinerei, eine Werkstatt und ein Metallbaubetrieb. Es kam immer wieder zu Explosionen von Gasflaschen und platzen Reifen, was den Einsatz zusätzlich gefährlich machte. Außerdem musste ein Flüssiggastank gekühlt werden, der stark vom Feuer betroffen war.

Das Feuer griff später auf einen direkt angrenzenden Gebäudekomplex über. Dort hatte sich der Brand bereits ins Dach gefressen. Um die Flammen zu bekämpfen, musste das Dach großflächig geöffnet werden, teilweise unter Einsatz von Höhenrettern. Da im Altbau vermutlich Asbest verbaut war, wurden strenge Schutzmaßnahmen ergriffen, einschließlich einer Ausweitung des Atemschutzeinsatzes und spezieller Hygieneregeln zur Dekontamination. Der gesamte Gebäudekomplex, der über Jahrzehnte gewachsen war, erstreckte sich über etwa 60 Meter Länge und 25 Meter Breite. Betriebsstoffe traten aus den Hallen aus, die mit dem Löschwasser vermischt in den Dasbach und das angrenzende Wasserschutzgebiet gelangen drohten. In enger Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde errichteten die Einsatzkräfte mobile Dämme und setzten Ölbindemittel ein, um die Ausbreitung zu stoppen.

Unmittelbar neben dem Brandobjekt befand sich ein Waldstück, das mehrfach durch Funkenflug und Wärmestrahlung gefährdet war. Durch gezielte Löschangriffe konnte ein Waldbrand verhindert werden. Dabei wurden zeitweise drei Drehleitern gleichzeitig eingesetzt, um die Flammen von verschiedenen Seiten zu bekämpfen. Die hohen Temperaturen von über 30 Grad machten den Einsatz für die Teams besonders anstrengend. Über 100 Atemschutzgeräte wurden bis Mitternacht verwendet, Trupps mussten immer wieder frühzeitig aus dem Innenangriff zurückgezogen werden. Zwei Feuerwehrleute erlitten Hitzeschäden und wurden medizinisch versorgt. Eine Person aus einem der betroffenen Betriebe wurde mittelschwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde sofort eine Warnung an die Bevölkerung herausgegeben, die bis 21:20 Uhr in Kraft war. Die Bewohner wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungsanlagen abzuschalten. Messfahrzeuge überwachten kontinuierlich die Luft- und Wasserqualität. Bisher wurden keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffkonzentrationen festgestellt. Durch die starke Thermik wurden die Rauchpartikel größtenteils in höhere Luftschichten getragen. Der Einsatz erforderte nicht nur Personal, sondern auch logistische Stärke. Über 250 Einsatzkräfte waren mit mehr als 70 Fahrzeugen beteiligt. Die Landstraße 3026 musste stundenlang gesperrt werden, überörtliche Kräfte sammelten sich bei der Feuerwehr Idstein.

Aus dem Rheingau-Taunus-Kreis:

Überörtliche Unterstützung:

Die Bürgermeisterin von Niedernhausen, Lucie Maier-Frutig, sowie Landrat Sandro Zehner waren stundenlang vor Ort und dankten den Einsatzkräften persönlich für ihre Arbeit. Eine besonders schöne Geste kam von der Bevölkerung: Anwohner brachten spontan große Mengen Eis am Stiel zur Einsatzstelle, eine willkommene Erfrischung für die erschöpften Kräfte. Die Nachlöscharbeiten und Kontrollen dauern an. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Der Sachschaden kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden, wird jedoch voraussichtlich im Millionenbereich liegen.

Der Einsatz dauert derzeit noch an und wird mit den Nachlöscharbeiten noch mehrere Stunden andauern.

Quelle: Presseportal

nf24