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Schüsse in Gießen: Vier Männer in Untersuchungshaft

Nach Schüssen in der Gießener Innenstadt wurden vier Beschuldigte dem Ermittlungsrichter vorgeführt und befinden sich nun in Untersuchungshaft.

Foto: Depositphotos

Giessen (ost)

Nachdem am Sonntagabend in der Gießener Innenstadt zwei Männer im Alter von 20 und 24 Jahren schwer verletzt wurden, wurden gestern Nachmittag vier Verdächtige im Alter von 21 bis 26 Jahren dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt. Aufgrund eines Antrags der Staatsanwaltschaft wurde Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung erlassen. Außerdem werden den Verdächtigen Verstöße gegen das Cannabis- und Waffengesetz vorgeworfen. Die vier Verdächtigen türkischer Abstammung, die bisher zu den Vorwürfen geschwiegen haben, befinden sich nun in hessischen Justizvollzugsanstalten.

Der fünfte Festgenommene wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft aufgrund fehlenden dringenden Tatverdachts entlassen.

Der Sachverhalt ergibt sich nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen wie folgt:

Am späten Abend des 03.05.2026 sollen sich die Verdächtigen in die Gießener Innenstadt begeben haben, um den 24-jährigen Geschädigten (türkischer Staatsangehöriger) aufgrund eines langjährigen Streits zur Rede zu stellen. Die Unterhaltung soll dann am Lindenplatz in eine körperliche Auseinandersetzung übergegangen sein. Daraufhin griff der bisher unbeteiligte 20-jährige Geschädigte (algerischer Staatsangehöriger) – der nach bisherigen Erkenntnissen keine persönliche Beziehung zu den anderen Beteiligten hat – mit Pfefferspray ein, um dem 24-Jährigen zu helfen. Anschließend gaben zwei Verdächtige mindestens 3 Schüsse ab, wodurch der 20-Jährige am Kopf und der 24-Jährige am Bein verletzt wurde.

Beide Geschädigten befinden sich derzeit nicht mehr in akuter Lebensgefahr.

Unmittelbar nach der Tat begannen die Polizei und die Staatsanwaltschaft umfangreiche Ermittlungen. Über einen Zeitraum von etwa 20 Stunden waren über 170 Beamte aus verschiedenen hessischen Präsidien, einschließlich Spezialeinheiten, sowie 3 Staatsanwälte an den Maßnahmen beteiligt. Durch die komplexe und akribische Ermittlungsarbeit aller Beteiligten gelang es, die Verdächtigen zu identifizieren und schließlich in Bad Wildungen aufzuspüren und festzunehmen. Die Einsatzkräfte befragten Zeugen, sicherten Spuren am Tatort und werteten sie aus. Auch technische Maßnahmen wie die Telefonüberwachung der Verdächtigen trugen zum schnellen Fahndungserfolg bei.

Bei der Durchsuchung in Bad Wildungen, begleitet von Spezialeinsatzkräften, konnten neben einem Kilogramm Cannabis auch drei scharfe Pistolen sichergestellt werden. Die Waffen müssen noch forensisch untersucht werden, um sie gegebenenfalls der Tat zuzuordnen.

Alle Verdächtigen sind bereits wegen verschiedener Straftaten (gefährliche Körperverletzung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Aufenthaltsgesetz) polizeilich bekannt.

Die umfangreichen Ermittlungen, einschließlich Zeugenbefragungen sowie Video- und Spurenauswertungen, dauern weiter an.

Weitere Informationen werden von der Pressestelle der Staatsanwaltschaft Gießen, Herrn Oberstaatsanwalt Hauburger, Tel.: 0641-934-3230, bereitgestellt.

Thomas Hauburger, Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Gießen

Pierre Gath, Polizeihauptkommissar und Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Hessen für 2022/2023

Die Mordraten in Hessen zwischen 2022 und 2023 zeigen einen leichten Rückgang. Im Jahr 2022 wurden 243 Fälle registriert, während es 2023 nur noch 229 waren. Die Anzahl der gelösten Fälle sank ebenfalls von 224 auf 216. Die Anzahl der Verdächtigen ging von 308 auf 267 zurück, wobei die meisten Verdächtigen männlich waren. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Mordfällen in Deutschland mit 470 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 243 229
Anzahl der aufgeklärten Fälle 224 216
Anzahl der Verdächtigen 308 267
Anzahl der männlichen Verdächtigen 283 237
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 25 30
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 147 130

Quelle: Bundeskriminalamt

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