Die Task Force Kaisertor hat erfolgreich die Dealerszene im Bahnhofsviertel verunsichert und aufgelöst, wobei mehr als 50 Personen in Gewahrsam genommen wurden.
Task Force Kaisertor, Gezielte Bekämpfung des Drogenstraßenhandels in Frankfurt-Bahnhofsviertel – Bilanz der Frankfurter Polizei

Frankfurt (ost)
Es gab 140 eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen illegalem Handel mit Sucht-, Betäubungs- und Arzneimitteln sowie fast 100 weitere Ermittlungsverfahren wegen Drogenbesitzes, Raubes, Diebstahls und Hehlerei. Es wurden knapp 12.000 Euro Bargeld sichergestellt, etwa 4.500 Tabletten verschreibungspflichtiger Arzneimittel (Pregabalin, Rivotril) und Ecstasy, 100 Mobiltelefone, 18 Gramm Crack und mehr als sechs Kilogramm Marihuana und Haschisch, die für den illegalen Verkauf auf der Straße bestimmt waren – so lautet die Bilanz der Task Force Kaisertor, die die Frankfurter Polizei vor etwa vier Monaten ins Leben gerufen hat.
In der Nähe des Kaisertors hatte sich in der jüngeren Vergangenheit wieder eine Dealerszene etabliert. Diese fiel vor allem dadurch auf, dass sie ihre illegalen Waren aggressiv und teils offensiv zum Kauf anboten. Neben Cannabisprodukten wurden auch Crack und eine Vielzahl von verschreibungspflichtigen Medikamenten angeboten, hauptsächlich starke Beruhigungs- und Schmerzmittel sowie Stoffe, die zur Heroinsubstitution verwendet wurden. Es gab auch Trick- und Taschendiebstähle sowie Körperverletzungen und Raubdelikte, die teilweise ebenfalls von der Szene der Rauschgifthändler begangen wurden. Mehr als die Hälfte aller Beschwerden im Bahnhofsviertel bezog sich zu dieser Zeit auf das Kaisertor.
Als Reaktion darauf gründete die Frankfurter Polizei die „Task Force Kaisertor“, die Anfang April dieses Jahres ihre zivile Arbeit aufnahm. Neun Beamte unterschiedlicher Dienststellen, die auf langjährige Erfahrungen im Bahnhofsviertel zurückblicken können, bildeten den Kern dieser temporären Einheit. Durch verdeckte Maßnahmen, die regelmäßig durch offensive Kontrollen mit Unterstützung des Hessischen Polizeipräsidiums flankiert wurden, gelang es bis zum heutigen Tag, die dort ansässige Dealerszene nachhaltig zu verunsichern und teilweise zu zerschlagen.
Als wirksame Maßnahme erwies sich erneut das Aussprechen von Aufenthaltsverboten. Obwohl sich die Mehrheit der Betroffenen an das Verbot hielt, nahm die Polizei mehr als 50 Personen in Gewahrsam, die sich nicht an die Verfügung hielten. In diesen Fällen ordneten die Richter Ingewahrsamnahmen von bis zu zwölf Tagen an. Aufgrund von Mehrfachverstößen gegen bestehende Aufenthaltsverbote leiteten die Fahnder über 20 Strafverfahren ein, die gemäß § 43b HSOG ein Strafverfahren nach sich ziehen können.
Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte zudem zwölf Verstöße gegen die Waffenverbotszone fest. Die Gewaltbereitschaft der Rauschgifthändler zeigt sich auch in anderen Zahlen: Die Beamten wurden mehrfach bedroht, beleidigt und angegriffen, was zu 13 Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Bedrohung führte.
Die Signalwirkung dieser Maßnahmen ist klar. Die Frankfurter Polizei nimmt die Situation im Bahnhofsviertel weiterhin ernst und reagiert auf aktuelle Entwicklungen und Beschwerden. Solche gezielten Aktionen gegen Drogenhändler sind ein wesentlicher Teil der strategischen Ausrichtung der Polizei im Bahnhofsviertel: Das polizeiliche Handeln wird auch in Zukunft darauf abzielen, gezielt und konsequent gegen Rauschgifthändler vorzugehen und die Bildung offener Drogenszenen im öffentlichen Raum entschieden zu unterbinden.
Die Mitglieder der Task Force werden in Zukunft in anderen Einheiten im Bahnhofsgebiet weiterarbeiten und ihre wertvollen Erfahrungen im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung in diesem Viertel gewinnbringend einsetzen.
Die Polizei wird den Druck auf die Szene mit hoher Präsenz und gezielten Kontrollen im Rahmen der hessischen Innenstadtoffensive gegen Kriminalität nach den sichtbaren Erfolgen der Task Force weiterhin aufrechterhalten und die Maßnahmen in angepasster Weise fortsetzen. Kriminelle sollen sich nicht sicher fühlen und auf Maßnahmen der Polizei einstellen können. Daher werden Bekämpfungskonzepte wie die Task Force regelmäßig angepasst. Es sind bereits weitere gezielte Aktionen und Maßnahmen in Vorbereitung, um das Bahnhofsgebiet insbesondere für Rauschgifthändler so unattraktiv wie möglich zu machen.
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Hessen für 2022/2023
Die Drogenraten in Hessen zwischen 2022 und 2023 sind gestiegen. Im Jahr 2022 wurden 24363 Fälle erfasst, während es im Jahr 2023 bereits 26518 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 22378 auf 23101. Die Anzahl der Verdächtigen blieb mit 19133 relativ konstant. Von den Verdächtigen waren 17106 männlich, 2027 weiblich und 7004 nicht-deutsch. Im Vergleich dazu verzeichnet Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Drogenfällen in Deutschland mit 73917 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 24.363 | 26.518 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 22.378 | 23.101 |
| Anzahl der Verdächtigen | 19.168 | 19.133 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 17.079 | 17.106 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 2.089 | 2.027 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 6.494 | 7.004 |
Quelle: Bundeskriminalamt








