Ermittlungen ergeben keine Hinweise auf Tötungsdelikt gegen Festgenommenen.
Tatverdacht entkräftet im Todesfall im Wald bei Söhrewald

Kassel (ost)
Gemeinsame Bekanntgabe der Staatsanwaltschaft Kassel und des Polizeipräsidiums Nordhessen
Söhrewald (Landkreis Kassel): Am Sonntag, dem 4. August 2024, wurde im Waldgebiet Söhrewald eine leblose Frau entdeckt. Die daraufhin eingeleiteten Untersuchungen und ersten Ermittlungen ergaben den Verdacht, dass die Frau Opfer eines Tötungsdelikts geworden sein könnte. Dieser Verdacht verstärkte sich, als ein 62-jähriger Mann aus dem nördlichen Schwalm-Eder-Kreis am folgenden Dienstag, dem 6. August, persönlich auf einer Polizeistation erschien und sich selbst beschuldigte, eine Handlung begangen zu haben, die möglicherweise zum Tod der Frau geführt hätte. (Die Staatsanwaltschaft und die Polizei berichteten über diesen Fall am 5., 6. und 7. August in Pressemitteilungen unter https://www.presseportal.de/blaulicht/nr/44143.) Zudem gab es konkrete Hinweise darauf, dass sich der Mann zur fraglichen Zeit tatsächlich in der Nähe des späteren Fundorts der Leiche aufgehalten hatte.
Die weiteren intensiven Ermittlungen widerlegten jedoch den Verdacht, dass der 62-Jährige die Frau getötet hatte. Die Obduktion des Leichnams ergab keine Anzeichen dafür, dass ihr Tod auf stumpfe Gewalteinwirkung zurückzuführen war, wie zunächst angenommen. Insgesamt lieferte die Untersuchung des Leichnams keinerlei Hinweise auf eine gewaltsame Todesursache.
Außerdem entlastet den 62-Jährigen, dass die toxikologischen Untersuchungen, die von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben wurden, ergaben, dass die Verstorbene vor ihrem Tod Drogen konsumiert hatte. Das Rechtsmedizinische Institut erklärte in einer Vorabmitteilung, dass eine Drogenvergiftung als mögliche Todesursache in Betracht kommt.
Aufgrund der mittlerweile gewonnenen Ermittlungsergebnisse hat die Staatsanwaltschaft Kassel Ende der vergangenen Woche die Aufhebung des Haftbefehls beantragt, da der dringende Tatverdacht gegen den 62-Jährigen wegen eines vorsätzlichen Tötungsdelikts entkräftet wurde. Das zuständige Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und hat den Haftbefehl gegen den 62-Jährigen mittlerweile aufgehoben, sodass er aus der Haftanstalt entlassen wurde.
Die Ermittlungen zum genauen Ablauf der Ereignisse dauern weiterhin an. Bezüglich des 62-jährigen bleibt der Verdacht der Körperverletzung zum Nachteil der später Verstorbenen bestehen.
Andreas Thöne, Pressesprecher Staatsanwaltschaft Kassel, Tel. 0561 – 912 2653 Matthias Mänz, Pressesprecher Polizeipräsidium Nordhessen, Tel. 0561 – 910 1020
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Hessen für 2021/2022
Die Mordraten in Hessen zwischen 2021 und 2022 sind leicht gesunken. Im Jahr 2021 wurden 255 Fälle registriert, während es im Jahr 2022 nur noch 243 waren. Die Anzahl der gelösten Fälle ging von 245 auf 224 zurück. Die Anzahl der Verdächtigen sank von 323 auf 308. Von den Verdächtigen waren 275 Männer und 48 Frauen im Jahr 2021, während es im Jahr 2022 283 Männer und 25 Frauen waren. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 137 auf 147. Im Vergleich dazu hatte Bayern im Jahr 2022 die höchste Anzahl an Mordfällen in Deutschland mit 403 Fällen.
| 2021 | 2022 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 255 | 243 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 245 | 224 |
| Anzahl der Verdächtigen | 323 | 308 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 275 | 283 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 48 | 25 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 137 | 147 |
Quelle: Bundeskriminalamt








