Festnahme nach tödlicher Messerattacke – Haftbefehl erlassen. Ermittlungsverfahren wegen Tötungsdelikts gegen 19-jährigen Mann.
Tödliche Messerattacke in Gießen

Giessen (ost)
Die Staatsanwaltschaft Gießen und das Kriminalpolizei Gießen führen derzeit eine Untersuchung wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts gegen einen 19-jährigen Mann. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, in der Nacht von Samstag (5.9.) auf Sonntag in der Hindemithstraße in Gießen zwei Männer mit einem Messer so schwer verletzt zu haben, dass einer der beiden Opfer noch am Tatort verstarb.
Um 02:44 Uhr ging ein Notruf bei der Rettungsleitstelle ein. Ein Passant meldete im Kreuzungsbereich “Frankfurter Straße – Robert-Sommer-Straße” eine Person mit blutenden Verletzungen. Es handelte sich um einen 26-jährigen Mann, der sofort ins Uniklinikum Gießen gebracht wurde. Während der ärztlichen Behandlung wurden mehrere Stichverletzungen im Oberkörper- und Kopfbereich festgestellt. Sein Gesundheitszustand ist stabil, er konnte jedoch noch nicht zum Vorfall befragt werden. Die Polizeibeamten konnten den Weg des Verletzten bis zu einem Balkon in der Hindemithstraße zurückverfolgen. In der Wohnung fanden sie einen 18-jährigen schwer verletzten Mann vor. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen verstarb er noch am Tatort.
Die Tatortaufnahme wurde von der Kriminalpolizei unter Beteiligung der Rechtsmedizin Gießen und des leitenden Staatsanwalts durchgeführt. Es wurden Fotos gemacht, der Tatort vermessen, Nachbarn befragt und umfangreiche Spuren gesichert. Der Leichnam wurde gestern auf Anordnung der Staatsanwaltschaft obduziert. Dabei wurden ebenfalls mehrere Messerstichverletzungen festgestellt. Ein Stich traf das Herz und führte zum Tod.
Zum genauen Tatablauf und dem Motiv gibt es derzeit keine gesicherten Erkenntnisse. Der Beschuldigte stellte sich gestern Morgen auf der Polizeistation Gießen Nord und trug blutverschmierte Kleidung. Er gab an, im Zuge eines Streits zwei Personen mit einem Messer verletzt zu haben. Weitere Informationen gab er zunächst nicht preis. Daraufhin wurde er vorläufig festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt. Gestern Nachmittag wurde der Beschuldigte auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt, der einen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des versuchten und vollendeten Totschlags sowie der gefährlichen Körperverletzung erließ.
Der Beschuldigte, der zuletzt obdachlos war, befindet sich nun in einem hessischen Gefängnis. Alle Beteiligten sind afghanische Staatsangehörige. Alle drei dürften sich zumindest gekannt haben. Offenbar hielt sich das Opfer zum Tatzeitpunkt in der Wohnung des 26-jährigen Verletzten in der Hindemithstraße auf, bis es dort zum Angriff des Beschuldigten kam. Der Beschuldigte ist bisher nicht polizeilich bekannt. Die umfangreichen Ermittlungen mit Zeugenbefragungen und Spurenauswertungen dauern an.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass aufgrund der laufenden Ermittlungen derzeit keine weiteren Informationen verfügbar sind. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Gießen, Herrn Oberstaatsanwalt Hauburger, Tel.: 0641-934-3230 oder per E-Mail an: thomas.hauburger@sta-giessen.justiz.hessen.de.
Thomas Hauburger, Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Gießen
Pierre Gath, Polizeihauptkommissar und Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Hessen für 2022/2023
Die Mordraten in Hessen zwischen 2022 und 2023 sind rückläufig. Im Jahr 2022 wurden 243 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 nur noch 229 waren. Die Anzahl der gelösten Fälle sank ebenfalls von 224 auf 216. Die Anzahl der Verdächtigen ging von 308 auf 267 zurück, wobei die meisten Verdächtigen Männer waren. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Mordfällen in Deutschland mit 470 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 243 | 229 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 224 | 216 |
| Anzahl der Verdächtigen | 308 | 267 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 283 | 237 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 25 | 30 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 147 | 130 |
Quelle: Bundeskriminalamt








