Mehrere Demonstrationen mit 25.000 Teilnehmern führten zu Verkehrsbeeinträchtigungen und Gewaltausbrüchen, Polizei setzt Wasserwerfer ein.
Vielfache Demonstrationen in Gießen

Giessen (ost)
Gießen, 29.11.2025 ab 06.20 Uhr
Heute fanden im Stadtgebiet von Gießen mehrere Kundgebungen statt, an denen nach Schätzungen der Polizei etwa 25.000 Personen teilnahmen. Es handelte sich um angemeldete Versammlungen sowie um spontane Aktionen.
Im Laufe des Samstags kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt sowie auf den umliegenden Bundesstraßen und Autobahnen.
Die Polizei war den ganzen Samstag im Einsatz, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten und einen reibungslosen Ablauf der verschiedenen Versammlungen und Proteste sicherzustellen. Die Ausübung von Grundrechten wurde geschützt und bei Gefahren oder Rechtsverstößen eingegriffen.
Die angemeldeten Versammlungen verliefen größtenteils friedlich. Es gab jedoch Blockaden und Angriffe auf Einsatzkräfte. Einige Personen versuchten, Absperrungen zu durchbrechen, um in den Bereich der Messehallen zu gelangen.
Erste Blockaden wurden gegen 06.30 Uhr auf Landes- und Bundesstraßen sowie Autobahnen um Gießen herum errichtet. Gegen 08.00 Uhr verließen etwa 500 Teilnehmer zwei angemeldete Demonstrationen in der Innenstadt von Gießen und blockierten die Konrad-Adenauer-Brücke. Polizeikräfte wurden an verschiedenen Orten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen. Die Beamten verteidigten sich, auch mit Pfefferspray und Einsatzstöcken.
Ab etwa 08:30 Uhr blockierten rund 2.000 Personen die B 49 in der Nähe des Bergwerkswaldes. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, die Straße freizumachen. Da dies ignoriert wurde, setzte die Polizei unter anderem Wasserwerfer ein, um den Bereich zu räumen.
In Lahnau-Atzbach wurden Fahrzeuge von unbekannten Tätern beschädigt. Ermittlungen wurden aufgenommen und Strafverfahren eingeleitet. Ein weiteres Verfahren wurde wegen eines Angriffs auf einen Politiker der AfD eingeleitet. Der Politiker, ein Mitglied des Deutschen Bundestages, wurde gegen 08.30 Uhr angegriffen und verletzt. Der Verdächtige wurde sofort festgenommen. Die Ermittlungen laufen.
Außerhalb der angemeldeten Proteste versuchten am Nachmittag Einzelpersonen und Gruppen, mitunter gewaltsam, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen; unter anderem am Westufer, unterhalb der Konrad-Adenauer-Brücke und in der Schlachthofstraße, wo Personen versuchten, die Absperrungen in Richtung Messehalle zu überwinden. Einige wurden unter Anwendung von Zwang zurückgedrängt. Auch Wasserwerfer kamen zum Einsatz.
Seit den frühen Abendstunden verlassen viele Menschen das Gebiet.
Im Laufe des Einsatzes wurden insgesamt zehn Einsatzkräfte leicht verletzt. Über verletzte Teilnehmer der Versammlungen liegen der Polizei derzeit keine gesicherten Informationen vor.
Die Gesamtzahl der eingesetzten Kräfte aus Hessen und anderen Bundesländern erreichte an diesem Tag eine mittlere bis hohe vierstellige Zahl. Die Zusammenarbeit mit anderen Behörden verlief professionell und konstruktiv.
Die Polizeiführung zieht eine erste positive Bilanz. Das Einsatzkonzept hat bisher funktioniert. Die Polizei hofft auf einen friedlichen Verlauf in den kommenden Nachtstunden und appelliert an alle Teilnehmer, ihre Meinung gewaltfrei zu äußern und Absperrungen zu respektieren.
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(PB)
Quelle: Presseportal








