Dreiste Betrüger täuschen Senior mit falscher Polizei-Story, erbeuten zehntausende Euro. Polizei warnt vor Betrugsmasche und bittet um Hinweise.
Willingen: Betrüger ergaunern Bargeld und Schmuck

Korbach (ost)
Erneut wurde ein älterer Mann von skrupellosen Betrügern getäuscht und um eine beträchtliche Menge Bargeld und Gold erleichtert. Einer der Täter gab sich am Telefon als Polizeibeamter aus und überzeugte den angerufenen älteren Mann davon, dass sein Vermögen in Gefahr sei und daher die Einbruchssicherheit seines Hauses überprüft werden müsse. Ein vermeintlicher Polizeibeamter erschien am Haus, überprüfte angeblich die Sicherheit und nahm eine größere Menge Bargeld und Gold mit, um es angeblich ebenfalls zu überprüfen. Die Polizei bittet um Hinweise zu dem Abholer, warnt erneut vor dieser hinterhältigen Masche und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.
Am Dienstag, den 21. April, gegen 16.00 Uhr, erhielt der ältere Herr aus Schwalefeld zunächst einen Anruf von einem angeblichen Mitarbeiter seiner Bank. Dieser sprach von einer verdächtigen Überweisung auf dem Konto des älteren Herrn in Verbindung mit einer angeblichen Bestellung. Der ältere Herr glaubte dem Betrüger nicht und legte auf.
Circa eine halbe Stunde später erfolgte der zweite Anruf, bei dem sich der Anrufer diesmal als Kriminalbeamter aus Korbach vorstellte. Er erzählte die bereits bekannte Geschichte, dass es in der Nachbarschaft zu einem Einbruch gekommen sei und bereits ein Täter festgenommen worden sei. Bei diesem sei eine Liste mit Namen und Adressen gefunden worden, auf der auch der Name des älteren Herrn stehe. Da er gefährdet sei, müsse sein Haus auf Einbruchssicherheit überprüft werden. Am Telefon wurde er nach Wertsachen befragt. Der vermeintliche Kriminalbeamte kündigte an, dass ein Kollege von ihm zu dem älteren Herrn kommen würde, dafür wurde ein Passwort vereinbart. Kurz darauf erschien der vermeintliche Kriminalbeamte, nannte das zuvor vereinbarte Passwort und gab vor, die Einbruchssicherheit zu überprüfen.
Auf erneute Nachfrage nach Wertsachen zeigte der ältere Herr sein Geld und Gold. Dies nahm der Betrüger an sich und erklärte, dass die Polizei dies überprüfen und mitnehmen müsse. Ein weiterer Betrüger setzte den älteren Herrn währenddessen am Telefon unter Druck und erklärte das Vorgehen der vermeintlichen Polizei. Erst als der falsche Polizist nach einiger Zeit nicht wie vereinbart zurückkehrte, schöpfte der ältere Herr Verdacht und informierte die richtige Polizei. Ihm entstand ein Schaden von mehreren zehntausend Euro.
Von dem Täter, der die Wertsachen abholte, liegt bisher folgende Beschreibung vor:
Etwa 20 bis 25 Jahre alt,
170 bis 175 cm groß, gepflegtes Aussehen, kurze, dunkle Haare, sprach akzentfrei Deutsch, trug Jeans und dunkle Weste.
Die EG SÄM der Kasseler Kriminalpolizei hat die Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen und bittet um Hinweise. Wer am Dienstag, den 21. April, zwischen 15.00 und 17.00 Uhr in Schwalefeld verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen hat, wird gebeten, sich unter Tel. 0561-9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden.
Am Dienstag wurden der Polizei Korbach zahlreiche weitere Betrugsversuche am Telefon gemeldet. Während die Betrüger am Morgen hauptsächlich Bürger aus Korbach anriefen, waren sie nachmittags in der Region Willingen aktiv. In den meisten Fällen erzählten die Betrüger die Geschichte, dass Einbrecher in den jeweiligen Gebieten unterwegs seien. Die Polizei habe einen Täter festgenommen und bei diesem die Adresse des Angerufenen gefunden, daher gehe man davon aus, dass der Angerufene das nächste Opfer der Einbrecher werde. Die Wertsachen müssten in Sicherheit gebracht werden. Mit Ausnahme des älteren Herrn aus Schwalefeld erkannten alle Angerufenen die betrügerischen Anrufe, legten auf und informierten die richtige Polizei.
Da anzunehmen ist, dass die Kriminellen auch weiterhin mit verschiedenen Betrugsmaschen am Telefon versuchen werden, die Bürger um ihr Erspartes zu bringen, gibt die Polizei die folgenden Tipps:
Die „echte“ Polizei fragt am Telefon niemals nach Details zu Bargeld oder Wertgegenständen im Haus.
Die Polizei nimmt kein Bargeld oder Wertgegenstände zur Sicherung oder Überprüfung entgegen
Die Polizei fragt niemals nach Kontodaten und fordert Sie auch niemals auf, Banküberweisungen oder Bargeldabhebungen zu tätigen.
Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen oder familiären Verhältnissen preis.
Seien Sie misstrauisch: Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Sie haben immer Zeit für eine Rücksprache mit Angehörigen, Vertrauenspersonen und der örtlichen Polizei.
Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen oder einschüchtern. Legen Sie einfach auf.
Auch wenn Sie im Display die „110“ oder eine Telefonnummer mit einer Ihnen bekannten Vorwahl sehen: Das sogenannte „Call-ID-Spoofing“ ermöglicht es Kriminellen, die eigene Rufnummernanzeige zu ändern und anstelle der Originalrufnummer eine beliebige Rufnummer anzeigen zu lassen. Kriminelle nutzen diese Möglichkeit nicht nur, um ihre Identität zu verschleiern, sondern auch, um gezielt bei ihrem Gesprächspartner den Eindruck zu erwecken, es handle sich um einen Anruf von der Polizei oder einer anderen Behörde.
Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig erscheint oder Sie bereits Opfer geworden sind. WICHTIG: Beenden Sie das vorherige Telefonat unbedingt durch Auflegen und wählen Sie erst nach einigen Minuten die 110.
Sprechen Sie mit gefährdeten Angehörigen über diese Betrugsmasche.
Dirk Richter
Kriminalhauptkommissar
Quelle: Presseportal








