Im Skandal um die JVA Euskirchen wird bekannt, dass der verurteilte Clan-Chef Michael Goman während seiner Haftzeit im Rolls-Royce geblitzt wurde. Ermittlungen gegen Justizbeamte und Häftlinge wegen Bestechung werfen ein neues Licht auf die Zustände im Gefängnis.
Luxusfahrt während der Haft: Clan-Boss im Rolls-Royce in Euskirchen ertappt

Euskirchen (NRW) – Die Vorfälle in der Justizvollzugsanstalt Euskirchen nehmen immer skandalösere Züge an. Neueste Informationen zeigen, dass einer der bekanntesten Clan-Chefs Deutschlands während seiner Haftzeit in einem Rolls-Royce unterwegs war und dabei von der Polizei geblitzt wurde.
Michael Goman, auch bekannt als „Don Mikel“, wurde 2019 wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt. Er hatte unter anderem ein älteres Ehepaar um rund eine Million Euro betrogen. Im März 2026 wurde Goman offiziell aus der Haft entlassen, doch Berichten zufolge genoss er seine Freiheit bereits deutlich früher.
Ermittlungen gegen Justizbeamte
Gegen acht Justizvollzugsbeamte im Alter zwischen 37 und 58 Jahren wird seit mehreren Monaten ermittelt. Ihnen wird vorgeworfen, Bestechungsgelder von Häftlingen angenommen und diesen unerlaubte Vergünstigungen gewährt zu haben. Laut Ermittlern wurde Goman während seiner Haftzeit am Steuer seines Rolls-Royce von der Polizei erfasst. Der Verdacht steht im Raum, dass er JVA-Mitarbeiter bestochen hat, um unrechtmäßigen Hafturlaub oder Ausgang zu erhalten.
„Wir prüfen derzeit die Vorwürfe und die möglichen Verbindungen zwischen den Beamten und den Häftlingen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn.
Weitere Ermittlungen und skandalöse Details
Zusätzlich zu den acht Beamten wird auch gegen drei Häftlinge wegen möglicher Bestechung ermittelt. Die genauen Summen und der Zeitraum des mutmaßlichen Bestechungssystems sind noch Gegenstand der Ermittlungen. Die JVA Euskirchen hat in der Vergangenheit bereits für negative Schlagzeilen gesorgt. Im Januar 2023 gelang dem sogenannten Versace-Rocker Aykut Ö. eine spektakuläre Flucht aus dem Gefängnis. Auch der als „Rolls-Royce-Knacki“ bekannte Filipp S. saß dort ein, kehrte jedoch nach einem Freigang nicht mehr zurück.
Im Rahmen der laufenden Ermittlungen wurden zudem weitere skandalöse Details bekannt. Ein Schloss der JVA soll mit einem manipulierten Feuerwehr-Transponder geöffnet worden sein. Diese Geräte waren ursprünglich für Notfälle gedacht und sollten sicher aufbewahrt werden. Bei einer Überprüfung stellten die Ermittler fest, dass das Original-Innenleben von zwei Transpondern entfernt und durch andere Technik ersetzt worden war.
Die Vorfälle werfen ein besorgniserregendes Licht auf die Sicherheitsstandards in der JVA Euskirchen und die Integrität der dortigen Mitarbeiter.
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