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Berlin: Coup für die Polizei

Ein Betrüger aus Berlin wurde in Neustrelitz festgenommen, nachdem er gefälschte Produkte bestellte und weiterverkaufte. Die Ermittlungen zu den mehr als 140 bekannten Betrugsfällen dauern an.

Foto: Depositphotos

Neustrelitz/Burg Stargard/Berlin (ost)

Ein Telefonanruf von einem Telekommunikationsanbieter bei der Polizei Neustrelitz hat am Donnerstag alles in Bewegung gesetzt, dann musste es für die Kripo-Ermittler und Revierbeamte schnell gehen: Ein Betrüger aus Berlin soll bald in der Gegend sein, so der Hinweis. Ein Fälscher, der Waren bestellt, nicht bezahlt, aber weiterverkauft.

Nach einigen Telefonaten und Recherchen gab es ein erstes Aha-Erlebnis für die Ermittler. Der Verdächtige sollte vermutlich am Freitag Pakete in Geschäften in Burg Stargard und Neustrelitz erhalten. Inhalt: Technische Geräte einer deutschen Telekommunikationsfirma. Er soll dort seit einiger Zeit mit gefälschten Adressen und Kontakten bestellt haben. Er ließ die Sendungen dann in Paketshops umleiten und holte sie dort mit gefälschten Ausweisen ab. Das war der Firma aufgefallen. Ein Mitarbeiter alarmierte die örtliche Polizei.

Die Revierbeamten in beiden Orten waren am Freitag bereit. Und tatsächlich: Der vermeintliche Fälscher und Betrüger tauchte zuerst in Burg Stargard auf, um das erste Paket abzuholen. Eine Nachricht an die Kollegen in Neustrelitz wurde geschickt. Dadurch hatten sie eine Beschreibung seines Aussehens und Autos.

Die Beamten entdeckten den Mercedes bei einem Paketshop in Neustrelitz. Als der Verdächtige auftauchte, ignorierte er die Beamten. Als ein Beamter zum Auto ging, fuhr der Mann trotzdem los, fast einen Beamten überfahrend. Die Polizisten zwangen ihn gewaltsam aus dem Auto. Während der Maßnahmen versuchte der 29-Jährige, diverse Dokumente mit einem kleinen Aktenvernichter im Auto zu zerstören. Auch davon mussten ihn die Beamten gewaltsam abhalten.

Nach Erlaubnis der örtlichen Justiz wurde seine Wohnung in Berlin von Polizeibeamten aus Berlin im Rahmen der Amtshilfe durchsucht. Dort wurden zahlreiche Datenträger und Fälscherutensilien beschlagnahmt. Eine Durchsuchung seiner Geschäftsräume, in denen er die unbezahlten Produkte aus den Paketen angeblich offiziell verkauft, wurde von der Justiz abgelehnt.

Ein Haftantrag gegen den Verdächtigen, der in Deutschland mehr als 140-mal wegen Betrugs polizeilich bekannt ist und angeblich etwa 30 Aliasnamen verwendet hat, wurde gestellt. Dieser wurde am Freitagnachmittag vom Richter am zuständigen Amtsgericht Waren abgelehnt. Daraufhin wurde er aus dem Revier Neustrelitz entlassen.

Ihm wird unter anderem vorgeworfen, sich mit gefälschten Identitäten aus dem südeuropäischen Ausland ausgewiesen zu haben. Der 29-Jährige ist jedoch türkischer Abstammung. Er soll in vielen Fällen die Masche mit der Bestellung von Produkten, die nicht bezahlt wurden, durchgezogen haben. Wie viele Fälle der Mann bearbeitet hat und welcher Schaden der Firma dadurch entstanden ist, kann noch nicht genau gesagt werden. Es geht jedoch in die Tausende.

Die Ermittlungen in diesem Zusammenhang, einschließlich der Zusammenarbeit mit Behörden in anderen betroffenen Bundesländern, dauern an.

Quelle: Presseportal

nf24