Sechs Jahre Freiheitsstrafe für Bauunternehmer wegen Arbeitsentgeltveruntreuung, Netzwerk von Serviceunternehmen aufgedeckt
Berlin: Stralsunder Zoll beendet Ermittlungsverfahren im Baugewerbe

Stralsund (ost)
Ein Mann aus Montenegro, der im Bau tätig war, wurde vom Landgericht Berlin I zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt, weil er 52 Mal Arbeitsentgelt vorenthalten und veruntreut hatte. Sein deutscher Geschäftspartner, 74 Jahre alt, erhielt eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren zur Bewährung. Das Gericht ordnete auch die Einziehung von 551.850 Euro an.
Die Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Stralsund begannen mit einer anonymen Anzeige. Sie deckten ein Netzwerk von 17 beteiligten Serviceunternehmen auf, das zur Verschleierung der Straftaten genutzt wurde. Es wurden Scheinwerkverträge abgeschlossen, Mitarbeiter nur als Teilzeitkräfte angemeldet und gefälschte Belege sowie Rechnungen erstellt.
Außerdem wurden ausbeuterische Arbeits- und Unterbringungsbedingungen festgestellt, darunter Lohnrückstände, überlange Arbeitszeiten, Nachtarbeit, fehlende Schutzausrüstung und mangelhafte Unterkünfte für die Beschäftigten.
Zwischen Januar 2015 und Dezember 2018 wurden Nettoschwarzlöhne in Höhe von etwa 6,59 Millionen Euro gezahlt. Der entstandene Beitragsschaden belief sich auf etwa 4,76 Millionen Euro.
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Der Zoll kämpft gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung, um die korrekte Abführung von Abgaben wie Sozialversicherungsbeiträgen sicherzustellen. Besuchen Sie www.zoll.de für weitere Informationen.
Quelle: Presseportal








