Die Kriminalitätslage im Landkreis Nordwestmecklenburg zeigt positive Entwicklung. 9.019 Straftaten registriert, Rückgang um 6,6% im Vergleich zum Vorjahr.
Landkreis Nordwestmecklenburg: Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 Nordwestmecklenburg

Wismar (ost)
Nachdem bereits am 25. März 2025 die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2024 für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht wurde, hat heute die Polizeiinspektion Wismar die PKS für den Landkreis Nordwestmecklenburg für das Berichtsjahr 2024 vorgestellt.
Die Auswertung zeigt im Vergleich zum Vorjahr eine positive Entwicklung der Kriminalitätslage im Landkreis Nordwestmecklenburg. Im Berichtsjahr 2024 wurden insgesamt 9.019 Straftaten registriert – ein Rückgang um 635 Fälle (~ 6,6 %) gegenüber dem Vorjahr (2023: 9.654 Straftaten). Damit liegt der Rückgang an Straftaten über dem Landesdurchschnitt von -2,7 % und folgt somit ebenfalls dem positiven Bundestrend.
Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote im Berichtsjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr leicht an – auf 63,6 % (2023: 63 %).
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Deutlicher Rückgang bei Diebstahl, Betäubungsmitteldelikten und Vermögensstraftaten:
In mehreren Deliktsbereichen konnten signifikante Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr festgestellt werden:
Besonders im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität spiegelt der Rückgang nicht nur eine tatsächliche Reduktion wieder, sondern ist auch auf die gesetzlichen Änderungen zurückzuführen.
Im Bereich der Diebstahlsdelikte (sowohl mit als auch ohne erschwerende Umstände) ist im Berichtsjahr 2024 ein Rückgang um 6,8 % von 2.522 in 2023 auf 2.349 Fälle zu verzeichnen. Fahrraddiebstähle sind im Vergleichszeitraum erneut rückläufig (2022: 446 Fälle, 2023: 307 Fälle, 2024: 244 Fälle). Das macht einen Rückgang von 20,5 %. Der einfache Ladendiebstahl ging im Berichtsjahr um 85 Fälle zurück. Das ist ein Minus von 15,2 %. (2023: 559 Fälle, 2024: 474 Fälle) Lediglich im Bereich der Wohnungseinbruchsdiebstähle ist ein Anstieg um 10 Fälle (14,3 %) von 77 Fällen in 2023 auf 88 Fälle in 2024 zu registrieren.
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Rückgang bei Betrugsstraftaten – insbesondere zum Nachteil älterer Menschen:
Im Bereich der Betrugsdelikte, insbesondere Trickbetrug zum Nachteil von Seniorinnen und Senioren, ist ein erfreulicher Rückgang festzustellen. So sank die Zahl der Betrugsstraftaten zum Nachteil von über 60-Jährigen um 154 Fälle (20 %) von 774 Fällen in 2023 auf 620 Fälle in 2024.
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Branddelikte erneut rückläufig:
Branddelikte bildeten im Berichtsjahr 2024 trotz eines erneuten Rückganges um 53 % im Vergleich zum Vorjahr (2023: 141 Fälle) dennoch einen Schwerpunkt der kriminalpolizeilichen Ermittelungsarbeit. Im Berichtsjahr 2024 wurden 71 Fälle registriert. Neben besonderen Gefahren für Leib und Lebend sind in diesem Deliktsbereich häufig hohe Schadenssummen festzustellen. Herausragend in diesem Deliktsfeld war die Serie von Brandstiftungen in Grevesmühlen. Umfangreiche Ermittlungsarbeit und zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung haben die Ermittler der Kriminalpolizei auf die Spur des 35-jährigen Tatverdächtigen gebracht. Der Anteil fahrlässiger Brandstiftungen liegt bei 36 Fällen und somit knapp 50 %.
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Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit nahezu stabil:
Im Bereich der Rohheitsdelikte und der Straftaten gegen die persönliche Freiheit bleibt die Zahl der Fälle nahezu auf dem Niveau von 2023. 2023 wurden hier 2.036 Fälle registriert, im Jahr 2024 setzte sich der Trend mit 2012 erfassten Fällen fort. Die Aufklärungsquote bewegt sich in diesem Bereich bei ~ 90 %.
Fälle Häuslicher Gewalt sind in diesem Deliktsfeld erfasst. Im Berichtsjahr 2024 wurden im Bereich des Landkreises Nordwestmecklenburg insgesamt 558 Fälle und somit 68 Fälle mehr als im Vorjahr (2023: 490, 2022: 366) erfasst.
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Gewalt gegen Einsatzkräfte unverändert:
Entgegen dem Landestrend ist die Zahl der Gewalt gegen Einsatzkräfte, wozu neben tätlichen Angriffen und Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte auch Beleidigungen sowie Bedrohungen gehören, im Landkreis Nordwestmecklenburg auf dem Vorjahresniveau. Während 2022 noch 131 Fälle registriert wurden, sank die Zahl in 2023 auf 98. Für 2024 ist das Niveau gleichbleibend.
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Kinder und Jugendliche unter den Tatverdächtigen – Prävention bleibt wichtig:
Der Anteil der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen liegt mit 14,4 % auf Vorjahresniveau. Die Polizei setzt daher weiter auf enge Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendhilfeträgern, um präventiv einzugreifen und junge Menschen frühzeitig zu erreichen.
Insgesamt wurden 4.236 Tatverdächtige ermittelt. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass einzelne Tatverdächtige durchaus mehrfach Straftaten begangen haben.
Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag im Berichtsjahr bei 17,02 % (2023: 16,82 %). Damit blieb die Zusammensetzung nahezu konstant.
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Fazit der Polizeiinspektion Wismar:
Die stellvertretende Leiterin der Polizeiinspektion Wismar, Kriminaloberrätin Annett Zahn, betonte: „Die Kriminalitätsentwicklung im Landkreis Nordwestmecklenburg zeigt in nahezu allen relevanten Bereichen eine positive Tendenz. Insbesondere der deutliche Rückgang bei Eigentumsdelikten und Rauschgiftstraftaten sowie die stabile Aufklärungsquote sind Ausdruck des Engagements unserer Kolleginnen und Kollegen. Wir danken auch den Bürgerinnen und Bürgern für ihre Unterstützung – denn Sicherheit ist und bleibt eine gemeinsame Aufgabe.“
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Fahrraddiebstählen in Mecklenburg-Vorpommern für 2022/2023
Die Fahrraddiebstahlraten in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 2022 und 2023 zeigen einen leichten Rückgang. Im Jahr 2022 wurden 5250 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 4949 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle blieb jedoch relativ konstant. Im Jahr 2022 wurden 469 Fälle gelöst, während es im Jahr 2023 462 waren. Die Anzahl der Verdächtigen blieb ebenfalls nahezu unverändert, wobei im Jahr 2022 467 Verdächtige ermittelt wurden und im Jahr 2023 468. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Fahrraddiebstählen in Deutschland mit 62036 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 5.250 | 4.949 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 469 | 462 |
| Anzahl der Verdächtigen | 467 | 468 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 426 | 433 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 41 | 35 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 92 | 128 |
Quelle: Bundeskriminalamt
Statistiken zur Drogenkriminalität in Mecklenburg-Vorpommern für 2022/2023
Die Drogenraten in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 2022 und 2023 sind rückläufig. Im Jahr 2022 wurden 8223 Fälle registriert, wovon 7758 gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen belief sich auf 6598, wobei 5556 männlich und 1042 weiblich waren. Es gab auch 713 nicht-deutsche Verdächtige. Im Jahr 2023 wurden 7972 Fälle registriert, wovon 7575 gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen sank auf 6573, wobei 5585 männlich und 988 weiblich waren. Es gab 875 nicht-deutsche Verdächtige. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die meisten aufgezeichneten Drogenfälle in Deutschland mit 73917 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 8.223 | 7.972 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 7.758 | 7.575 |
| Anzahl der Verdächtigen | 6.598 | 6.573 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 5.556 | 5.585 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 1.042 | 988 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 713 | 875 |
Quelle: Bundeskriminalamt








