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Love Scamming: 65-Jährige um 150.000 Euro betrogen

Eine 65-jährige Frau wurde Opfer eines Liebesbetrügers, der sie um 150.000 Euro betrog. Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche.

Foto: unsplash

Vorpommern-Greifswald (ost)

Die Täuschung rund um das sogenannte Love Scamming (Liebesbetrug) ist alt, aber bedauerlicherweise immer noch effektiv, wie ein aktuelles Beispiel aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald zeigt.

Heute hat eine 65-jährige Frau aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald eine Strafanzeige wegen Betrugs bei der Polizei erstattet. Sie wurde Opfer eines sogenannten Liebesbetrügers und erlitt einen erheblichen finanziellen Schaden von etwa 150.000 Euro.

Beim “Love Scamming” handelt es sich um eine moderne Betrugsmasche, bei der die Täter meist mit alleinstehenden Personen über soziale Netzwerke oder Partnerbörsen in Kontakt treten und versuchen, oft eine romantische Beziehung aufzubauen. Dabei verwenden sie oft gefälschte Identitäten und geben sich vorzugsweise als Angehörige vertrauenswürdiger Berufsgruppen wie Ärzte, Soldaten oder Ingenieure aus. Das Ziel dieser Betrüger ist es, durch das Vortäuschen starker (auch freundschaftlicher) Gefühle das Gegenüber emotional so zu beeinflussen, dass ihm finanzielle Zuwendungen übertragen werden. Sobald die emotionale Abhängigkeit besteht, folgen erfundene Notlagen wie Unfälle, Festnahmen, Kontensperrungen, Reisekosten oder Zollgebühren, für die dringend Geld benötigt wird. Sobald der Betrug entdeckt wird oder keine Zahlungen mehr erfolgen, wird der Kontakt abgebrochen. Die Täter operieren in den meisten Fällen aus dem Ausland heraus.

Im aktuellen Fall nahm der bisher unbekannte Täter im März 2025 über ein soziales Netzwerk Kontakt mit der 65-jährigen Frau auf. Nach anfänglich belanglosen Nachrichten wechselte der Kontakt einen Monat später auf einen Messenger-Dienst. Der Täter gab sich als US-amerikanischer Arzt aus, der angeblich als UNO-Mitarbeiter auf einem Schiff einer Ölfirma arbeitete.

Später täuschte der Betrüger eine Notlage vor. Aufgrund einer angeblichen Scheidung waren seine Konten eingefroren und er musste das Schiff verlassen. Für die Rückreise in die USA benötigte er dringend Geld, das er versprach, der Frau sofort zurückzuzahlen. Die Geschädigte überwies daraufhin eine erste Geldsumme.

In den folgenden Monaten forderte der Betrüger unter verschiedenen Vorwänden weitere Geldsummen. Er gewann das Vertrauen der Frau, indem er Fotos und Videos schickte, die seine Behauptungen belegen sollten. Er vertröstete die 65-Jährige immer wieder auf die Rückzahlung und kündigte schließlich an, ein Paket mit einem Barscheck geschickt zu haben.

Kurz darauf erhielt die Frau eine E-Mail mit angeblichen Zollforderungen, die sie begleichen sollte. Nach der Zahlung erreichte das Paket die Frau jedoch nicht, stattdessen kamen weitere Zahlungsaufforderungen, um an ihr bereits überwiesenes Geld zu gelangen.

Insgesamt überwies die 65-Jährige über den gesamten Zeitraum rund 150.000 Euro. Im August 2026 brach der Kontakt seitens der Betrüger abrupt ab, weshalb sich die Frau schließlich an die Polizei wandte und Anzeige erstattete.

Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche und rät:

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie unter: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/.

Quelle: Presseportal

Cybercrime-Statistiken in Mecklenburg-Vorpommern für 2022/2023

Die Cyberkriminalitätsraten in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 2022 und 2023 sind rückläufig. Im Jahr 2022 wurden 919 Fälle registriert, wovon 382 aufgeklärt wurden. Die Anzahl der Verdächtigen belief sich auf 328, wobei 209 männlich und 119 weiblich waren. Im Jahr 2023 wurden 818 Fälle gemeldet, wovon 409 gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen stieg auf 394, wobei 244 männlich und 150 weiblich waren. Interessanterweise blieb die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen konstant bei 40. Im Vergleich dazu verzeichnete die Region Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl an registrierten Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland – 22125.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 919 818
Anzahl der aufgeklärten Fälle 382 409
Anzahl der Verdächtigen 328 394
Anzahl der männlichen Verdächtigen 209 244
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 119 150
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 40 40

Quelle: Bundeskriminalamt

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