Die Zahl der gestohlenen Bootsmotoren sinkt, aber die Gesamtschäden steigen. Tipps zur Prävention werden von den Behörden gegeben.
Rostock: Anstieg der Bootskriminalität in Mecklenburg-Vorpommern

LKA-LWSPA Mecklenburg-Vorpommern (ost)
Diebstähle von Bootsmotoren sind in unserem Bundesland, das einen hohen Anteil an maritimem Tourismus hat, ein häufiges Problem. Auch während der Winterpause des Wassersports gab es bereits Aktivitäten von Dieben, wie die folgenden Fälle aus dem Februar dieses Jahres zeigen:
In einem Fall sind unbekannte Täter auf das Gelände eines Wassersportvereins eingedrungen. Hier wurden von insgesamt drei Sportbooten die Außenbordmotoren gestohlen. Es handelte sich um einen fünf-, einen 15- sowie einen 90-PS-starken Motor. Die Täter haben die Zuleitungen der Motoren durchtrennt und dann die demontierten Motoren unter dem Maschendrahtzaun des Geländes hindurchgereicht. Der Gesamtschaden betrug ca. 14.600 Euro. Die Sportboote waren im Freilager und aufgepallt.
In einem anderen Fall wurde der Diebstahl von zwei Außenbordmotoren gemeldet. Diese waren an Sportbooten montiert, die auf einem Betriebshof abgestellt waren. Die Motoren waren mit Sicherungsleisten gegen Diebstahl gesichert. Es handelte sich um zwei 4-Takt-Motoren mit 25 bzw. 15 PS Leistung.
Angesichts dieser Situation zeigt sich die Lage zu Beginn des Jahres 2024 ähnlich wie im Vorjahr, als auch in den ersten beiden Monaten bereits vier Außenbordmotoren von Booten, die sich im Winterlager befanden, gestohlen wurden. Bis Ende Februar 2022 waren es bereits neun gestohlene Bootsmotoren. Auch im März und April 2024 wurden vermehrt Diebstähle von Bootsmotoren der Wasserschutzpolizei MV gemeldet, insbesondere im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte. Dennoch ist bei der landesweiten Betrachtung der Zahlen der Vorfälle und der Anzahl der gestohlenen Bootsmotoren seit 2020 eine leichte Entspannung festzustellen. Im Jahr 2023 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 157 Fälle von Bootskriminalität bei der Polizei angezeigt. Dies bedeutete erneut einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (2022: 203 Fälle). Der Großteil der erfassten Fälle bezog sich, wie auch in den Vorjahren, auf gestohlenes Bootszubehör (2022: 86 Fälle, 2021: 109 Fälle). Im gleichen Zeitraum war auch ein Rückgang der gestohlenen Bootsmotoren zu verzeichnen. Im Jahr 2023 wurden 38 gestohlene Bootsmotoren registriert, 21 weniger als im Vorjahr bei der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahr 2021 waren es insgesamt 67 sogenannte Außenborder. 2023 waren die Diebe am häufigsten auf Motoren in den Leistungsklassen bis 15 PS abzielen (19 Stück). 2022 waren es in dieser Leistungsklasse sogar 26 Stück. Die Beliebtheit dieser Bootsmotoren dürfte auf ihrem führerscheinfreien Betrieb und dem relativ leichten Gewicht von bis zu ca. 51 kg beruhen, was auch ihren illegalen Transport erleichtert. Dennoch wurden auch zehn Außenborder mit einer Leistung von mehr als 50 PS gestohlen. (2022: 17 Motoren) Anmerkung: Letztere haben ein Gewicht von ca. 115 kg.
Bei den Gesamtschäden war im Jahr 2023 ein leichter Anstieg zu verzeichnen, was auch auf das gestiegene Niveau der Endverbraucherpreise zurückzuführen sein dürfte. Die Schadenshöhe lag trotz des Rückgangs der Vorfälle um ca. 12.000 Euro höher als im Jahr 2022 (2022: 496.151 Euro, 2023: 508.179 Euro)
Nach einer mehrjährigen Pause wurden 2023 erstmals wieder sogenannte „Z-Antriebe“ von in Sportbooten installierten Innenbordmotoren gestohlen. Dies ist besonders erwähnenswert aufgrund des aufwändigeren Demontageprozesses (das Boot muss außerhalb des Wassers sein).
Die Anzahl der gestohlenen elektrischen Antriebe blieb 2023 mit sieben Stück auf dem Niveau des Vorjahres. Auch die Anzahl der Angriffe auf Bootshäuser lag 2023 mit zehn Vorfällen unter dem Niveau des Vorjahres (2022: 16 Vorfälle). In diesem Zusammenhang sei jedoch auch an die Besonderheit der Brandserie von Bootsschuppen in einer Neubrandenburger Gemeinschaftsanlage im April/Mai 2022 erinnert. Der Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg ist nach wie vor deutlich häufiger von Diebstählen betroffen als der des Polizeipräsidiums Rostock.
Obwohl im Jahr 2023 die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen leicht gestiegen ist, bleibt die Aufklärungsquote mit 3,2 Prozent nach wie vor sehr niedrig. Um Straftaten im Zusammenhang mit Booten vorzubeugen, empfehlen Wasserschutzpolizei und Landeskriminalamt erhöhte Wachsamkeit und geben folgende Tipps:
1. Sichern Sie Ihr Boot und Ihren Außenborder zusätzlich, z.B. mit Ketten, Schlössern oder Alarmanlagen.
2. Achten Sie auf widerstandsfähige Tür-, Fenster- und Lukenbeschläge, Sicherheitszylinder an Kajütentüren und Lenkradsperren auf Ihrem Boot.
3. Verschließen Sie Kajüte und Backskisten.
4. Überprüfen Sie, ob der Außenborder besser gegen Diebstahl geschützt werden kann, z.B. durch Mitnahme an Land während der Stilllegung, durch Aufbewahrung in einer Halle oder in der heimischen Garage.
5. Lassen Sie den Außen- oder Innenbordmotor sowie maritimes Equipment bei Ihrer örtlichen Wasserschutzpolizeiinspektion codieren. Mit einer solchen eindeutigen Identifizierungs- und Eigentumskennzeichnung können gestohlene Bootsmotoren schnell Ihrem Eigentum zugeordnet werden.
6. Entfernen Sie leicht abnehmbare und wertvolle Ausrüstungsgegenstände und lassen Sie keine Wertgegenstände an Bord.
7. Fotografieren Sie Ihr Boot. Registrieren Sie signifikante Merkmale, die ein Wiedererkennen erleichtern. Führen Sie außerhalb Ihres Bootes einen Bootspass mit allen Angaben zum Boot und zur Motortechnik.
8. Wenn Sie ein gebrauchtes Boot kaufen, achten Sie auf die Rumpfnummer (CIN – Craft Identification Number). Wird Ihnen ein Boot ohne oder mit „überarbeiteter“ CIN angeboten, erkundigen Sie sich genau nach der Herkunft und den Besitzverhältnissen des Bootes. Die Wasserschutzpolizei berät Sie gerne dazu.
9. In diesem Zusammenhang empfiehlt die Polizei, jeden Diebstahl sowie jeden Versuch, auch ohne materiellen Schaden, anzuzeigen.
10. Bei Bedarf bieten die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen der Polizeiinspektionen und der Wasserschutzpolizeiinspektionen des Landes zusätzliche kostenlose, individuelle und neutrale Beratungen an.
Weitere Informationen: https://www.polizei-beratung.de
Kontakt:
Landeswasserschutzpolizeiamt Mecklenburg-Vorpommern
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Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Blaulichtmeldungen des Presseportals und wurde automatisch erstellt.








