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Rostock: Volksverhetzung und Angriff auf Polizeibeamte in Warnemünde

Nach einem Public Viewing in Warnemünde kam es zu einem tätlichen Angriff auf Polizeikräfte und volksverhetzenden Parolen durch mehrere Personen.

Foto: unsplash

Rostock-Warnemünde (ost)

Beim Verlassen einer Public Viewing Veranstaltung am Strand von Warnemünde kam es in der Nacht vom 14. Juni auf den 15. Juni 2024 am Bahnhof Warnemünde zu einem Einsatz der Polizei, der schließlich von einem großen Aufgebot von Polizeikräften der Bundes- und Landespolizei bewältigt werden musste. Bei einer ersten Gruppe von drei Männern konnten noch auf dem Bahnhofsvorplatz die Identitäten festgestellt werden. Sie riefen gemeinsam und für Dritte gut hörbar die volksverhetzende Parole „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!“. Eine Zeugin berichtete den Beamten, dass einer der Verdächtigen zuvor einem 35-jährigen Mann mit Schlägen gedroht hatte. Die Beamten konnten vor Ort die Identitäten der drei deutschen Männer im Alter von 22, 26 und 26 Jahren feststellen und sprachen einen Platzverweis für den Bahnhof Warnemünde aus. Gegen die drei Verdächtigen wurden Strafanzeigen gestellt und Ermittlungsverfahren eingeleitet.

In einem anderen Fall bemerkten Bundespolizeikräfte zur gleichen Zeit eine 15-jährige Deutsche auf dem Warnemünder Bahnhof, die ebenfalls laut die gleiche Parole rief. Die Bundespolizisten sprachen die 15-Jährige an, um ihre Identität festzustellen, als der 54-jährige Vater aus der fünfköpfigen Gruppe hinzukam und aggressiv auf die Beamten einwirkte. Er drohte mit körperlichem Widerstand, um die Feststellung der Identität seiner Tochter zu verhindern. Ein 26-jähriger Deutscher machte sich über die Äußerungen der 15-Jährigen lustig und zeigte mehrmals den rechten Arm zum sogenannten Hitlergruß und rief dabei für Reisende gut hörbar die Worte „Heil Hitler“. Er wollte betonen, was seiner Meinung nach Volksverhetzung sei und was nicht. Die Beamten brachen vorerst die Identitätsfeststellung ab und baten um Verstärkung, während die Verdächtigen in die S-Bahn stiegen. Nach dem Eintreffen der Verstärkungskräfte wurde die Abfahrt des Zuges untersagt. Die Beamten begaben sich in die S-Bahn, um die Identitätsfeststellung durchzuführen. Daraufhin griffen mehrere Personen aus der Gruppe die Polizisten körperlich an. Mehrmals versuchten sie, im Zuge der Auseinandersetzung, die Schusswaffe eines Beamten aus dem Sicherheitsholster zu ziehen, blieben jedoch erfolglos. Die Beamten verließen daraufhin den Zug und ließen die Türen verschließen, um ein Entkommen der Verdächtigen zu verhindern, und forderten weitere Verstärkungskräfte an. Mit zusätzlichen Kräften der Bundes- und Landespolizei konnten schließlich die Identitäten der Gruppe festgestellt werden. Die 15-jährige Verdächtige hyperventilierte während der Maßnahmen und musste von der Besatzung eines angerufenen Rettungswagens medizinisch versorgt werden. Insgesamt waren elf Bundes- und sechs Landespolizisten im Einsatz. Alle Personen wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen vor Ort freigelassen. Trotz der körperlichen Auseinandersetzungen blieben alle Beteiligten unverletzt.

Gegen die Verdächtigen werden nun Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung und des tätlichen Angriffs auf Polizeikräfte eingeleitet. Insgesamt kam es aufgrund des Polizeieinsatzes zu einer 41-minütigen Verspätung auf der S-Bahnstrecke Warnemünde Richtung Rostock.

Quelle: Presseportal

nf24