Kriminalpolizei deckt bundesweite Betrugsserie auf – Tatverdächtige in Haft. Seien Sie misstrauisch bei auffällig günstigen Angeboten, leisten Sie keine Anzahlung ohne Besichtigung und prüfen Sie Verkäuferidentität und Fahrzeugpapiere.
Rostock: Vorsicht beim Fahrzeugkauf im Internet

Rostock (ost)
Am 30. Juli 2026 führte das Kriminalkommissariat Rostock nach gerichtlicher Anordnung Durchsuchungsmaßnahmen im Zusammenhang mit einem umfangreichen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges unter anderem in Warnemünde durch. Hintergrund sind seit September 2025 geführte Ermittlungen des Sachgebiets Cybercrime gegen drei Beschuldigte, in deren Zuge bundesweit 49 Betrugsfälle mit einer vorläufigen Schadenssumme von rund 129.000 Euro nachgewiesen werden.
Die Verdächtigen sind ein 44-jähriger Mann sowie zwei Frauen im Alter von 56 und 84 Jahren. Der 44-Jährige sitzt bereits seit 2016 in einer Justizvollzugsanstalt und soll die Straftaten gemeinsam mit den beiden Frauen begangen haben.
Nach bisherigen Erkenntnissen bot der 44-Jährige seit mindestens Februar 2023 über verschiedene Onlineplattformen Fahrzeuge zum Verkauf an, die er tatsächlich nicht besaß. Die Fahrzeugdaten und Bilder, die er dafür verwendete, soll er aus bestehenden Verkaufsanzeigen erhalten haben, indem er sich selbst als potenzieller Käufer ausgab. Die Fahrzeuge wurden dann zu sehr niedrigen Preisen angeboten, um die Opfer zur Zahlung von Reservierungsgebühren oder sogar des gesamten Kaufpreises zu bewegen. Allerdings kam es nie zur Übergabe der Fahrzeuge.
Die Zahlungen erfolgten auf Konten der beiden Frauen oder wurden über Finanzagenten an sie weitergeleitet. Nach den bisherigen Ermittlungen finanzierten die Frauen zumindest teilweise ihren Lebensunterhalt mit dem aus den Betrugsstraftaten erlangten Geld. Es besteht auch der Verdacht, dass sie den 44-Jährigen aktiv bei den Straftaten unterstützten.
Ende September 2025 wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt. Die Auswertung dauert an und führte bisher zur Zuordnung von 49 Straftaten im ganzen Bundesgebiet. Es wird vermutet, dass das Trio seine mutmaßlichen Betrugshandlungen bis mindestens Juli 2026 fortgesetzt hat. Es wird erwartet, dass sowohl die Anzahl der Straftaten als auch die Gesamtschadenssumme im weiteren Verlauf der Ermittlungen weiter steigen können.
Ein Haftbefehl gegen die 56-jährige Beschuldigte wurde vollstreckt. Außerdem wurde ein Vermögensarrest in Höhe von rund 85.000 Euro durchgeführt. Diese Maßnahme dient der Sicherung möglicher Vermögenswerte aus den bisher nachgewiesenen Straftaten.
Die Ermittlungen dauern an und gestalten sich aufgrund der bundesweiten Tatorte sowie zahlreicher Strafanzeigen, die bei Polizeidienststellen in verschiedenen Bundesländern erstattet wurden, besonders umfangreich und zeitintensiv.
Beim Kauf eines Fahrzeugs über Onlineplattformen sollten potenzielle Käufer besonders vorsichtig sein. Die Polizei rät:
Seien Sie skeptisch, wenn Fahrzeuge zu deutlich unter dem üblichen Marktpreis angeboten werden.
Zahlen Sie keine Anzahlung und überweisen Sie kein Geld, bevor Sie das Fahrzeug persönlich gesehen und die Papiere überprüft haben.
Lassen Sie sich nicht zu einer schnellen Zahlung durch Zeitdruck oder vermeintlich einmalige Angebote drängen.
Überprüfen Sie die Identität des Verkäufers und vergleichen Sie seine Angaben mit den Fahrzeugpapieren.
Prüfen Sie Fahrzeugbilder mit einer Rückwärtssuche im Internet.
Wenn Fotos mehrmals verwendet werden, kann dies auf betrügerische Inserate hinweisen.
Seien Sie misstrauisch, wenn Verkäufer nur schriftlich kommunizieren oder persönliche Besichtigungen ablehnen.
Wenn Sie den Verdacht haben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, erstatten Sie sofort Anzeige bei der Polizei und informieren Sie Ihr Kreditinstitut, falls bereits Zahlungen geleistet wurden.
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Mecklenburg-Vorpommern für 2022/2023
Die Cyberkriminalitätsrate in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 2022 und 2023 ist rückläufig. Im Jahr 2022 wurden 919 Fälle registriert, wovon 382 gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen betrug 328, darunter 209 Männer, 119 Frauen und 40 nicht-deutsche Verdächtige. Im Jahr 2023 sank die Anzahl der registrierten Fälle auf 818, wobei 409 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen stieg jedoch auf 394, darunter 244 Männer, 150 Frauen und wiederum 40 nicht-deutsche Verdächtige. Im Vergleich dazu hatte Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von registrierten Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22.125 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 919 | 818 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 382 | 409 |
| Anzahl der Verdächtigen | 328 | 394 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 209 | 244 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 119 | 150 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 40 | 40 |
Quelle: Bundeskriminalamt








