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Rückläufige Kriminalitätsbelastung im Landkreis Rostock 2024

Die Fallzahlen sind um 6,9% gesunken, mit 10.152 erfassten Fällen und einer Aufklärungsquote von 62,2%.

Foto: Depositphotos

Güstrow/Landkreis Rostock (ost)

Im Einklang mit dem landesweiten Trend sind auch die Fallzahlen im Landkreis Rostock rückläufig. Entsprechend ist die sogenannte Häufigkeitszahl im Vergleich zum Vorjahr gesunken und beträgt 4.535 Straftaten pro 100.000 Einwohner (2023 4.925). Damit liegt die Kriminalitätsbelastung im Landkreis Rostock deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Die Kriminalitätsentwicklung im Landkreis Rostock im Jahr 2024 wird im Vergleich zum Vorjahr durch folgende Schlüsselaussagen gekennzeichnet:

Insgesamt ist ein Rückgang der Straftaten um 6,9% gegenüber dem Vorjahr auf 10.152 erfasste Fälle zu verzeichnen, wobei die Aufklärungsquote mit 62,2% annähernd dem Landesdurchschnitt entspricht.

Während in den Kategorien sexuelle Selbstbestimmung (+15,6%) oder Sachbeschädigung (+3,5%) Anstiege bei den Fallzahlen festgestellt werden müssen, bleiben die Zahlen im Bereich der sogenannten Rohheitsdelikte nahezu konstant.

Die Abnahme der Gesamtfallzahlen zeigt sich im Landkreis Rostock in verschiedenen Deliktsbereichen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden weniger registrierte Straftaten in den Bereichen Diebstahlsdelikte (-8,2%), Vermögens- und Fälschungsdelikte (-18,6%), strafrechtliche Nebengesetze (-22,6%) sowie bei erfassten Straftaten gegen die Staatsgewalt (-24,5%) verzeichnet.

Grundsätzlich weniger Diebstähle, jedoch Anstieg von Wohnungseinbrüchen

Die Gesamtheit der Diebstahlsdelikte bildet mit 2.809 Fällen etwa 28% aller erfassten Fälle und somit den größten Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit im Landkreis Rostock.

Dieser Rückgang spiegelt sich auch in den Zahlen zu Diebstählen unter erschwerenden Umständen wider, zu denen beispielsweise Einbruchsdelikte, Bandendiebstähle oder Diebstähle mit Waffen zählen (-18,6% auf 1.129 Fälle).

Im Gegensatz zu den grundsätzlich rückläufigen Zahlen bei den Eigentumsdelikten ist jedoch ein Anstieg bei den erfassten Fällen von Wohnungseinbruchdiebstählen um 16,7% auf 105 festzuhalten. Bei der Mehrheit dieser Fälle wurde festgestellt, dass die Täter hauptsächlich tagsüber in Einfamilienhäuser einbrachen. Im vergangenen Jahr wurden in diesem Zusammenhang 41 Tageswohnungseinbrüche registriert – zehn mehr als im Vorjahr.

In diesem Zusammenhang wurden auch mehr Fälle des einfachen Diebstahls aus unverschlossenen Einfamilienhäusern bearbeitet, obwohl sich die Eigentümer zu den Tatzeiten sogar im Haus bzw. auf dem Grundstück befanden.

Rückläufige Zahlen bei Diebstählen aus/an Kraftfahrzeugen

Während die Fallzahlen der registrierten Fahrzeugdiebstähle im Vergleich annähernd gleich geblieben sind, gab es 21,6% weniger schwere Diebstähle an bzw. aus Kraftfahrzeugen (156 Fälle). Dazu zählen unter anderem die Fälle, bei denen meist Firmenwagen gewaltsam geöffnet werden, um Werkzeug zu stehlen, aber auch Aufbrüche von Fahrzeugen, die z.B. in Strandnähe geparkt und hier sichtbare Wertgegenstände aus dem Fahrzeuginneren gestohlen werden.

Zahl der Fahrrad- und Ladendiebstähle ebenso rückläufig

Der allgemein positive Trend zeigt sich auch im Bereich der Fahrraddiebstähle – unabhängig von der einfachen Wegnahme des Fahrrades (-6,1%, 77 Fälle) oder der Begehung unter erschwerenden Umständen (-10,2%, 230 Fälle), wenn beispielsweise das zugehörige Sicherheitsschloss aufgebrochen wurde.

Auch die Fälle des „einfachen Ladendiebstahls“ gingen um 16% auf 579 zurück. Lediglich die Deliktsgruppe des „schweren Ladendiebstahls“ stieg um elf Fälle auf 38.

Positiver Trend auch bei Vermögens- und Fälschungsdelikten

Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte ist ebenfalls ein signifikanter Rückgang zu verzeichnen (-18,6% auf 1.358 Fälle). Darunter fallen insbesondere Rückgänge bei Straftaten wie Veruntreuung, Urkundenfälschung, bei Straftaten im Zusammenhang mit Insolvenzverfahren oder auch Betrug.

Mehr Graffiti im Landkreis Rostock, weniger Sachbeschädigungen an Fahrzeugen

Sachbeschädigungen haben im vergangenen Berichtszeitraum leicht um 49 Fälle bzw. 3,49% zugenommen (1.452 Fälle). Wesentlich ist jedoch der Anstieg der Fallzahlen bei Sachbeschädigungen durch Graffiti und ähnliche Schmierereien. Hier ist ein Plus von 76,4% auf insgesamt 157 Fälle zu verzeichnen. Erwähnenswert ist hier, dass im Kontext der zurückliegenden Bundestagswahlen dieses Phänomen zu erwarten war. Zudem hat sich auch in diesem Bereich das Anzeigeverhalten durch die jeweils geschädigten Eigentümer oder auch Hausverwaltungen gesteigert.

Hingegen konnte bei den Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen ein merklicher Rückgang um -20,98% festgestellt werden. So sind im Gegensatz zu 2023 (367 Fälle) nur noch 290 Fälle registriert worden.

Anstieg im Deliktsbereich der sexuellen Selbstbestimmung

Erstmals seit 2021 nahmen die im örtlichen Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Güstrow bearbeiteten Fälle im Deliktsbereich der sexuellen Selbstbestimmung zu. So wurden innerhalb des Landkreises Rostock 244 Fälle erfasst – ein Anstieg von 15,6%. Dies lässt sich auch durch das gesteigerte Anzeigeverhalten der betroffenen Bürgerinnen und Bürger erklären, ebenso wie durch vermehrte Ermittlungsansätze im Nachgang der Auswertung von z.B. sichergestelltem Bildmaterial.

Weniger Raubstraftaten im Landkreis Rostock

Im Bereich der Rohheitsdelikte ist das Fallaufkommen annähernd gleich geblieben (+1,2% auf 2.110 Fälle). Dieser Bereich umfasst etwa 20,8% aller erfassten Fälle im Landkreis Rostock und beinhaltet unter anderem Delikte wie Raubstraftaten, Bedrohungen und Körperverletzungen. Während die Anzahl der Körperverletzungen um 6,8% auf 1.310 Fälle gestiegen ist, sind die Zahlen bei Raubstraftaten und Bedrohungen zurückgegangen. Während der Rückgang bei den Fallzahlen der Bedrohungen vergleichsweise geringfügig war, ist bei den Raubstraftaten ein sehr positiver Trend zu verzeichnen. 31,8% weniger Raubdelikte wurden im Berichtszeitraum 2024 festgestellt. Damit sank die Zahl der Fälle in diesem Bereich auf 43 (2023 noch 63 Fälle).

Entgegen dem Landestrend weniger Straftaten gegen die Staatsgewalt

Im Gegensatz zum Vorjahr ist die Zahl der Fälle von Gewalt gegen die Staatsgewalt um fast 24,5% auf 77 Fälle gesunken. Darunter fallen 35 Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte (-12,5%) sowie 42 tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte (-30%). Die Einsatzkräfte stellen jedoch fortlaufend fest, dass die Hemmschwelle zu körperlichen und verbalen Übergriffen gegen die Polizeibeamten niedrig ist.

Novellierung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) sorgt auch für Rückgang bei strafrechtlichen Nebengesetzen

Der größte Rückgang in Bezug auf die Gesamtzahl aller im Landkreis Rostock erfassten Fälle ist bei den strafrechtlichen Nebengesetzen zu verzeichnen (-22,6% auf 797 Fälle). Dies ergibt sich hauptsächlich aus der Novellierung des BtMG. Allein die Verstöße in diesem Bereich sind um 22,7% rückläufig. Ebenso wurden 31,8% weniger Fälle von „Straftaten gegen das Sprengstoff-, Waffen-, Kriegswaffenkontrollgesetz und das Ausgangsstoffgesetz“ (73 Fälle) erfasst.

Überwiegend männliche, deutsche Täter

Die insgesamt 4.790 in der PKS des Landkreises Rostock erfassten Tatverdächtigen waren überwiegend männlichen Geschlechts. Etwa 22,4% der erfassten Tatverdächtigen sind weiblich. Zudem handelt es sich insgesamt bei 18,6% aller Tatverdächtigen (893 Tatverdächtige) um nichtdeutsche Staatsangehörige, wobei Staatsangehörige aus Syrien, der Ukraine, Rumänien und Polen dominieren.

Der Anteil der ermittelten Tatverdächtigen in der Altersstruktur bis 21 Jahre im Verhältnis zur Gesamtzahl aller erfassten Tatverdächtigen beträgt für den Berichtszeitraum 22,1% (1.057 Tatverdächtige). Während der Anteil der Tatverdächtigen unter 18 Jahren im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich blieb, ist der Anteil von heranwachsenden Tatverdächtigen zwischen 18 und 21 Jahren um 17,9% auf 307 gesunken.

Quelle: Presseportal

Einbruchstatistiken in Mecklenburg-Vorpommern für 2022/2023

Die Einbruchsraten in Mecklenburg-Vorpommern stiegen zwischen 2022 und 2023 leicht an. Im Jahr 2022 wurden 805 Fälle registriert, von denen 218 aufgeklärt wurden. Es gab insgesamt 216 Verdächtige, darunter 190 Männer und 26 Frauen. 30 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 stieg die Zahl der registrierten Fälle auf 890, wobei nur 213 aufgeklärt wurden. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 231, wobei 193 Männer und 38 Frauen beteiligt waren. 42 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Einbruchsfällen in Deutschland mit 27.061 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 805 890
Anzahl der aufgeklärten Fälle 218 213
Anzahl der Verdächtigen 216 231
Anzahl der männlichen Verdächtigen 190 193
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 26 38
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 30 42

Quelle: Bundeskriminalamt

Statistiken zur Drogenkriminalität in Mecklenburg-Vorpommern für 2022/2023

Die Drogenraten in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 2022 und 2023 zeigen einen leichten Rückgang. Im Jahr 2022 wurden 8223 Fälle erfasst, wovon 7758 gelöst wurden. Es gab insgesamt 6598 Verdächtige, darunter 5556 Männer, 1042 Frauen und 713 Nicht-Deutsche. Im Jahr 2023 wurden 7972 Fälle registriert, von denen 7575 aufgeklärt wurden. Die Anzahl der Verdächtigen belief sich auf 6573, darunter 5585 Männer, 988 Frauen und 875 Nicht-Deutsche. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Drogenfällen in Deutschland mit 73917 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 8.223 7.972
Anzahl der aufgeklärten Fälle 7.758 7.575
Anzahl der Verdächtigen 6.598 6.573
Anzahl der männlichen Verdächtigen 5.556 5.585
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 1.042 988
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 713 875

Quelle: Bundeskriminalamt

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