Die Polizei Rostock verzeichnete 122.165 Notrufe im Jahr 2024. Über 220 Einsätze resultierten aus unechten Situationen, die echte Notfälle behindern.
Schwaan: Notruf-Missbrauch in Rostock

Polizeipräsidium Rostock (ost)
122.165 – dies ist die Anzahl der Notrufe, die im Jahr 2024 in der Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Rostock registriert wurden. Als eine von insgesamt sogar zwei Einsatzleitstellen der Polizei Mecklenburg-Vorpommern erreichten die „110“ allein hier somit jeden Tag etwa 330 Anrufe, in denen Bürger Informationen zu Verkehrsunfällen, verbalen Auseinandersetzungen, Sachbeschädigungen, Diebstählen und Raubüberfällen sowie vielen anderen Situationen oder Bedrohungen mitteilten. In der Regel haben die Anrufer der „110“ eines gemeinsam: sie benötigen Hilfe. Umso enttäuschender ist die Tatsache, dass die Polizeikräfte des Präsidiums Rostock allein im vergangenen Jahr bei über 220 Vorfällen durch falsche Situationen missbraucht wurden.
Ein solcher Anruf erreichte die Polizei nun auch am 01.04.2025 um 03:32 Uhr. Im Bereich der Polizei Bützow meldet ein aufgeregter Anrufer eine Bedrohungslage in einer Pension in Schwaan. Die eingesetzten Beamten nutzen die Sonder- und Wegerechte, um schnellstmöglich am Einsatzort eintreffen und helfen zu können. In Schwaan konnten die Beamten jedoch niemanden feststellen. Erst nach einem Rückruf des Dienstgruppenleiters bei dem Anrufer selbst stellte sich dieser den Polizisten gegenüber. Trotz Aufklärung durch die Beamten zeigte sich der 44-jährige Güstrower uneinsichtig.
Ein solcher Missbrauch kann schwerwiegende Folgen haben. Nicht nur, dass unnötige Einsätze echte Notfälle verhindern, erhöht sich auch das Risiko für schwere Verkehrsunfälle. Der Gesetzgeber sieht Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor. Es wird geprüft, ob die entstandenen Kosten den Verantwortlichen auferlegt werden können.
Im vorliegenden Fall des Einsatzes in der Nacht des 01.04.2025 wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, das nun von der Kriminalpolizei bearbeitet wird.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Mecklenburg-Vorpommern für 2023
Die Verkehrsunfallstatistik für Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2023 zeigt insgesamt 55641 Unfälle. Davon waren 4880 Unfälle mit Personenschaden, was 8.77% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 1228 Fälle aus, was 2.21% ausmacht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 334 Fällen registriert, was 0.6% entspricht. Die übrigen Sachschadensunfälle machten den größten Anteil aus mit 49199 Fällen, was 88.42% entspricht. Innerorts gab es 3500 Unfälle (6.29%), außerorts (ohne Autobahnen) 2320 Unfälle (4.17%) und auf Autobahnen 437 Unfälle (0.79%). Bei den Verkehrsunfällen verloren 57 Menschen ihr Leben, 1105 wurden schwer verletzt und 5095 leicht verletzt.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 55.641 |
| Unfälle mit Personenschaden | 4.880 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 1.228 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 334 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 49.199 |
| Ortslage – innerorts | 3.500 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 2.320 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 437 |
| Getötete | 57 |
| Schwerverletzte | 1.105 |
| Leichtverletzte | 5.095 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








