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Schwerin: Integrationspreis 2026 verliehen

Der Vierte Integrationspreis Mecklenburg-Vorpommern 2026 wurde unter dem Motto “Gestärkt durch Vielfalt” in Schwerin verliehen. Fünf Projekte wurden ausgezeichnet für ihr Engagement für Integration und gesellschaftliche Teilhabe.

Foto: Depositphotos

Schwerin (ost)

Unter dem Motto “Gestärkt durch Vielfalt” wurde am heutigen Tag in Schwerin der Vierte Integrationspreis Mecklenburg-Vorpommern 2026 verliehen. Gäste aus Politik und Zivilgesellschaft nahmen an der feierlichen Preisverleihung teil.

Ausgezeichnet wurden fünf Projekte, die sich in besonderer Weise für Integration, gesellschaftliche Teilhabe und ein respektvolles Miteinander engagieren.

Die Landesintegrationsbeauftragte Jana Michael erklärt: “Integrationsarbeit ist von unschätzbarem Wert. Sie ermöglicht es Menschen, hier anzukommen, sich zu Hause zu fühlen und unsere Gesellschaft und Wirtschaft aktiv mitzugestalten. Die ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Integration gelingt: durch Vertrauen, Begegnung, Beteiligung und gegenseitigen Respekt.”

Auch Staatssekretärin Ina Maria Ulbrich hebt die gesellschaftliche Bedeutung der ausgezeichneten Integrationsarbeit hervor: “Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ein wichtiger Baustein ist das gegenseitige Verständnis, der durch respektvollen Austausch über die eigenen Erfahrungen, Wünsche und Erwartungen und über die Kulturen in den Gesellschaften entsteht. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie dies konkret gelingt und wie wichtige das Miteinander für unsere Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist.”

Die Auszeichnungen werden von Landtagspräsidentin Birgit Hesse, Justizministerin Jacqueline Bernhardt Staatssekretärin Ina Maria Ulbrich und Landesintegrationsbeauftragte Michael überreicht.

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt hielt die Laudatio für den ersten Platz des Integrationspreises 2026: “Das Romnja Support Projekt der Malteser Werke in Stralsund zeigt eindrucksvoll, was möglich wird, wenn Integration nicht als Anpassung, sondern als Begegnung auf Augenhöhe verstanden wird. Dieses Stralsunder Projekt wirkt. In der Communi-ty ist das Zusammenleben weniger konfliktgeladen, die Schulbeteiligung ist höher, der Zugang zu medizinischer Versorgung und das Vertrauen in Institutionen haben sich verbessert. Dieses Projekt baut Brücken, wo lange Ausgrenzung herrschte, und eröffnet echte Chancen auf Teilhabe. Es hat mittlerweile Strahlkraft auf ganz Deutschland. Herzlichen Glückwunsch zum 1. Platz.”

1. Platz: Romnja-Support-Projekt der Malteser Werke in Stralsund

Seit März 2024 begleitet das Projekt geflüchtete Romnja-Familien. Im Mittelpunkt stehen der Aufbau von Vertrauen, persönliche Beziehungen und die individuellen Fähigkeiten der Menschen. Die Angebote werden gemeinsam mit der Community entwickelt. Dabei arbeitet das Projekt eng mit Schulen, Kindertagesstätten, Gesundheitsdiensten und Vereinen zusammen.

Die Wirkung ist bereits deutlich sichtbar: Konflikte konnten reduziert, die Schulbeteiligung erhöht und der Zugang zur medizinischen Versorgung verbessert werden. Zugleich wächst das Vertrauen in staatliche und gesellschaftliche Institutionen. Das erfolgreiche Stralsunder Modell wird inzwischen auf weitere Standorte übertragen.

2. Platz: “Ich schenke dir ein Buch aus meiner Kindheit”

Das Projekt der Grundschule in Stralsund bringt Kinder und Erwachsene sowie unterschiedliche Generationen, Kulturen und Sprachen miteinander ins Gespräch. Bücher aus der eigenen Kindheit werden durch persönliche Widmungen und Briefe zu Brücken zwischen Menschen.

73 Schülerinnen und Schüler gestalten das Projekt aktiv mit. Sie erfahren, dass ihre Geschichten und Fähigkeiten zählen, übernehmen Verantwortung und gewinnen neues Vertrauen in ihren eigenen Bildungsweg.

2. Platz: Kurs “Schule ohne Rassismus” der Freien Schule Güstrow

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln eigene Projekte, treffen gemeinsam Entscheidungen und übernehmen Verantwortung. Mit Begegnungsangeboten, Filmabenden, Weihnachtspäckchen für Kinder in Geflüchtetenunterkünften und einer selbst organisierten Demonstration setzen sie deutliche Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Der Kurs zeigt, wie junge Menschen Demokratie leben und mit Mut, Haltung und eigenen Ideen das gesellschaftliche Miteinander gestalten.

3. Platz: Stadtmütter Wismar

Frauen aus verschiedenen Ländern werden sechs Monate lang qualifiziert, um Familien zu begleiten und ihnen den Zugang zu Beratungsstellen und öffentlichen Einrichtungen zu erleichtern. Sie geben Orientierung, schaffen Vertrauen und bauen Brücken. Zugleich stärkt das Projekt die Stadtmütter selbst: Von bislang 44 qualifizierten Frauen haben zwölf eine Arbeit aufgenommen, drei weitere befinden sich in Ausbildung. Damit werden sie zu Vorbildern für ihre Kind er und für andere Frauen.

3. Platz: Parchimer Malteserteam

Das interkulturelle Team begleitet dezentral untergebrachte Geflüchtete im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Dabei verbindet es professionelle Sozialarbeit mit politischer Bildung, persönlichen Begegnungen und ehrenamtlichem Engagement. Die Geflüchteten erhalten nicht nur Unterstützung, sondern bringen auch ihre Erfahrungen, Perspektiven und Ideen aktiv ein. Auf diese Weise fördert das Projekt gesellschaftliche Teilhabe, gegenseitiges Verständnis und Begegnungen auf Augenhöhe.

Wir gratulieren allen Preisträgerinnen und Preisträgern.

Quelle: Presseportal

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