Polizei warnt vor unterschätzter Gefahr. Erhebliche Abstandsverstöße sind kein Kavaliersdelikt und stellen eine hohe Gefahr dar. Eine Unterschreitung des Sicherheitsabstandes kann schwerwiegende Folgen haben.
Stralsund: Abstandsverstöße als Gefahr im Straßenverkehr

Grimmen (ost)
Am 20. Januar 2026 war der Videowagen des Autobahn- und Verkehrspolizeireviers Grimmen auf der Bundesautobahn 20 zwischen den Anschlussstellen Grimmen West und Grimmen Ost in Fahrtrichtung Stettin im Einsatz.
Um 08:00 Uhr näherte sich ein Mercedes AMG E 53 auf der linken Fahrspur schnell dem Videofahrzeug von hinten und unterschritt dabei den erforderlichen Sicherheitsabstand bei einer Geschwindigkeit von 152 km/h erheblich.
Bei dieser Geschwindigkeit wäre ein Abstand von 76 Metern notwendig gewesen. Nach Abzug der Toleranz betrug der tatsächliche Abstand nicht einmal 15 Meter.
Nach dem Überholen des Videofahrzeugs fuhr der Mercedes weiter auf der linken Fahrspur und fuhr dann viel zu dicht hinter einem vorausfahrenden BMW bei einer Geschwindigkeit von 166 km/h. Der errechnete Abstand der Polizeibeamten betrug etwas mehr als 21 Meter – erforderlich wären mindestens 83 Meter gewesen.
Der Mercedes verließ die Autobahn und fuhr auf den Rügenzubringer in Richtung Stralsund, wo er zudem die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 31 km/h überschritt.
Nachdem das Fahrzeug angehalten wurde, stellten die Beamten fest, dass die Fahrerin eine 19-jährige deutsche Fahranfängerin in der Probezeit war. Sie muss nun ein Bußgeld von mehr als 600 Euro zahlen und erhält ein Fahrverbot von zwei Monaten. Als Fahranfängerin wird sie voraussichtlich auch mit Maßnahmen der Fahrerlaubnisbehörde konfrontiert sein, darunter eine mögliche Nachschulung.
Ein weiterer Abstandsverstoß wurde am 30. Januar 2026 festgestellt. Um 17:00 Uhr war der Videowagen auf der Bundesstraße 96 auf der Insel Rügen zwischen den Anschlussstellen Garz und Altefähr unterwegs.
Ein Lkw Mercedes Sprinter fuhr dem Videofahrzeug bei einer Geschwindigkeit von 93 km/h bis auf nur acht Meter auf. Erforderlich wäre in diesem Fall ein Sicherheitsabstand von 46,5 Metern gewesen. Der 24-jährige Fahrer aus Berlin erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 240 Euro.
Die Polizei warnt erneut vor der großen Gefahr durch zu geringe Sicherheitsabstände. Normalerweise wird von einer Reaktionszeit von etwa einer Sekunde ausgegangen, bevor das Bremspedal betätigt wird, wenn eine Gefahrensituation erkannt wird.
Bei 100 km/h legt ein Fahrzeug in dieser Zeit bereits rund 28 Meter zurück, bei 150 km/h sogar knapp 42 Meter – noch bevor überhaupt mit dem Bremsen begonnen wird. Danach kommt der eigentliche Bremsweg hinzu.
Ein erhebliches Unterschreiten des Sicherheitsabstands ist daher nicht zu vernachlässigen. Es stellt eine ebenso große Gefahr im Straßenverkehr dar wie eine erhebliche Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und sollte keinesfalls unterschätzt werden.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Mecklenburg-Vorpommern für 2023
Die Verkehrsunfallstatistik für Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2023 zeigt insgesamt 55.641 Unfälle. Davon endeten 4.880 Unfälle mit Personenschaden, was 8,77% aller Unfälle ausmacht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden waren 1.228, was 2,21% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel beliefen sich auf 334, was 0,6% aller Unfälle ausmacht. Die restlichen Sachschadensunfälle betrugen 49.199, was 88,42% aller Unfälle entspricht. In der Ortslage innerorts ereigneten sich 3.500 Unfälle (6,29%), außerorts (ohne Autobahnen) 2.320 Unfälle (4,17%) und auf Autobahnen 437 Unfälle (0,79%). Es gab insgesamt 57 Getötete, 1.105 Schwerverletzte und 5.095 Leichtverletzte.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 55.641 |
| Unfälle mit Personenschaden | 4.880 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 1.228 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 334 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 49.199 |
| Ortslage – innerorts | 3.500 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 2.320 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 437 |
| Getötete | 57 |
| Schwerverletzte | 1.105 |
| Leichtverletzte | 5.095 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








