Im Mordprozess in Hanau steht ein 59-jähriger Nachbar wegen des Todes seiner 45-jährigen Mitbewohnerin vor Gericht. Nach einem Streit um Lärm soll er sie mit brutaler Gewalt getötet haben. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.
Mordprozess in Hessen: Nachbar soll Frau nach Streit um Lärm getötet haben | Regional

Hanau – Nicole L. (45) war eine sportbegeisterte Frau mit großen Träumen. Gemeinsam mit ihrem Partner Stefan plante sie, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen und die Welt mit einem Camper zu bereisen. Doch all diese Zukunftsperspektiven wurden ihr genommen, als sie brutal getötet wurde. Der Vorwurf lautet, dass ihr Nachbar Oliver S. (59) nach einem Streit um Lärm ihr Leben nahm.
Seit Freitag steht Oliver S. wegen des Verdachts auf Mord aus Heimtücke und zur Verdeckung einer Straftat vor dem Landgericht Hanau. Der dreifache Vater schweigt zu den Vorwürfen, ließ jedoch über seinen Anwalt verlauten, dass er „alles entschieden zurückweise“. Der Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft.
Streitigkeiten um Lärm als Auslöser
Nicole L. lebte in einem Mehrfamilienhaus über Oliver S. und es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen wegen Lärms. Laut Anklage soll der 59-Jährige am Abend vor der Tat mit einem Besenstiel an die Decke geklopft haben. Nicole habe daraufhin gerufen: „Hau ab und verpiss dich.“
Am 13. März lag Nicole L. im Bett und telefonierte mit ihrem Freund Stefan, wobei sie über ihre Alkoholabhängigkeit sprachen. An diesem Tag war sie jedoch nüchtern. Plötzlich hörte Stefan Geräusche und legte auf, da er dachte, sie sei verärgert. Zu diesem Zeitpunkt soll Oliver S. sich mit einem nachgemachten Schlüssel Zugang zu Nicoles Wohnung verschafft haben. Unklar bleibt, wie er an diesen Schlüssel gelangte.
Brutale Tat und Entdeckung
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Oliver S. Nicole L. ohne Vorwarnung „mit stumpfer Gewalt gegen den Kopf“ getötet haben, was zu einem Schädelbruch führte. Der Grund für die Tat sei, dass er sein Eindringen in die Wohnung verbergen wollte. Als Stefan am nächsten Tag nach Nicole sah, fand er die Wohnung in einem verwüsteten Zustand vor, die Möbel waren verrückt und es sah aus wie nach einem Überlebenskampf.
Verteidigung und Zeugenaussagen
Der Verteidiger des 59-Jährigen betonte, dass die Tat „sich nicht beweisen lasse“. Oliver S. äußerte sich lediglich zu seiner Person und stellte sich als zuverlässigen Mitarbeiter am Flughafen dar, der nie krank gewesen sei und gerne bei jedem Wetter gearbeitet habe. Stefan, der Freund von Nicole, berichtete, dass Oliver sich in der Vergangenheit über Nicole beschwert hatte und sie ihm erzählt hatte, dass er gesagt habe, sie würde „trampeln wie ein Elefant“.
Die Anwältin Friederike Vilmar, die die Angehörigen von Nicole L. vertritt, äußerte: „Meine Mandanten wünschen sich eine akribische und lückenlose Aufklärung der Tat und entsprechend harte Sanktionen.“ Der Prozess wird fortgesetzt.
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