Betrüger geben sich als Microsoft-Techniker aus, verlangen Geld für angebliche Problemlösungen. Opfer sollten sofort Bank und Polizei informieren.
Falsche Microsoft-Mitarbeiter: Polizei warnt vor Betrugsmasche

LK Gifhorn (ost)
„Ein Virus hat Ihren Rechner befallen – rufen Sie jetzt an!“ – mit solchen und ähnlichen bedrohlich wirkenden Meldungen im Browser versuchen Betrüger gezielt, Menschen zur Kontaktaufnahme zu bewegen. Erst vor wenigen Tagen fiel eine 73-jährige Frau aus dem Landkreis Gifhorn dieser perfiden Masche zum Opfer: Beim Surfen im Internet erschien plötzlich ein Pop-Up-Fenster mit der Warnung vor einem angeblichen Hacker-Angriff auf ihren PC. In dem Fenster wurde sie aufgefordert, umgehend eine angegebene Telefonnummer anzurufen – und genau das tat sie. Am anderen Ende der Leitung gab sich ein angeblicher Support-Mitarbeiter als „Microsoft-Techniker“ aus und verlangte für eine vermeintliche Problemlösung die Überweisung von 249 Euro. Die Geschädigte kam dieser Aufforderung nach, nachdem sie sich durch die professionell wirkende Darstellung verunsichern ließ.
So läuft die Masche ab: Bei der weit verbreiteten Betrugsform erscheinen plötzlich Pop-Up-Fenster in Browsern, die angebliche Fehlermeldungen oder Sicherheitswarnungen anzeigen. Diese Meldungen suggerieren, dass der Computer mit Schadsoftware infiziert oder gehackt sei. Es wird eine Telefonnummer angezeigt, die angeblich zum technischen Support eines bekannten Software-Anbieters wie Microsoft führen soll.
Ruft das Opfer die Nummer an, melden sich Betrüger, die sich als Support-Mitarbeiter ausgeben. Sie behaupten, sie könnten das Problem beheben, und versuchen, durch geschickte Gesprächsführung Vertrauen zu gewinnen. Oft wollen sie den Opfern Fernwartungssoftware installieren lassen, um Zugriff auf den Rechner zu erhalten und sensible Daten auszuspähen. Anschließend werden hohe Summen für angebliche Dienstleistungen oder Software-Lizenzen verlangt – Gelder, die tatsächlich nie einem seriösen Unternehmen zufließen.
Wichtig zu wissen: Seriöse Unternehmen wie Microsoft kontaktieren ihre Kunden nicht ungefragt über Pop-Ups oder Anrufe, um Probleme auf Endgeräten zu beheben.
Um nicht Opfer dieser Betrugsmasche zu werden, rät die Polizei:
Wenn Sie bereits Geld überwiesen oder Daten preisgegeben haben, trennen Sie den Rechner vom Internet, melden Sie den Vorfall umgehend Ihrer Bank und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Niedersachsen für 2022/2023
Die Cyberkriminalitätsraten in Niedersachsen zwischen 2022 und 2023 sind leicht gestiegen. Im Jahr 2022 wurden 12917 Fälle registriert, wobei 4662 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen lag bei 3226, darunter 2212 männliche, 1014 weibliche und 788 nicht-deutsche Verdächtige. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der registrierten Fälle auf 13218, wobei 5070 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 3422, darunter 2310 männliche, 1112 weibliche und 950 nicht-deutsche Verdächtige. Im Vergleich dazu verzeichnete die Region Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 registrierten Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 12.917 | 13.218 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 4.662 | 5.070 |
| Anzahl der Verdächtigen | 3.226 | 3.422 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 2.212 | 2.310 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 1.014 | 1.112 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 788 | 950 |
Quelle: Bundeskriminalamt








