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Feuerwehrdienstversammlung in Rotenburg: Herausforderungen und Perspektiven

Feuerwehrführungskräfte ziehen Bilanz und planen kommende Aufgaben für 2026. Die Feuerwehren sind stark gefordert und motiviert, trotz Belastungen weiterhin engagiert zu bleiben.

v.l.: Kreisbrandmeister Peter Dettmer, Regierungsbrandmeister Uwe Quante, Geehrter Wolfang Bock und Verbandsvorsitzender Bremervörde Henning Herzig
Foto: Presseportal.de

Stemmen (ost)

Die Kreisbrandmeister-Dienstversammlung der Feuerwehren im Landkreis Rotenburg (Wümme) fand am Samstag im Hotel Landgut Stemmen statt. Viele Führungskräfte aus Feuerwehr, Politik, Verwaltung und befreundeten Organisationen nahmen an der Veranstaltung teil, um gemeinsam eine Bilanz zu ziehen und den Blick auf zukünftige Aufgaben zu richten.

Nach der Eröffnung und Begrüßung durch Kreisbrandmeister Peter Dettmer wurde zunächst der verstorbenen Kameraden gedacht. Pastor Andreas Hellmich erinnerte stellvertretend an drei Feuerwehrmitglieder, die im letzten Jahr verstorben sind.

-Umfangreicher Jahresbericht des Kreisbrandmeisters- Im Zentrum der Versammlung stand der Bericht von Kreisbrandmeister Peter Dettmer. Unter dem Jahresmotto „Wichtiger denn je – Deine Feuerwehr“ zog er eine umfassende Bilanz des Jahres 2025. Es wurde deutlich, dass die Feuerwehren im Landkreis weiterhin stark gefordert sind – nicht nur im Einsatz, sondern auch durch steigende bürokratische Anforderungen im Ehrenamt.

Dettmer betonte, dass vor allem Führungskräfte immer mehr durch Verwaltungsaufgaben gebunden sind, was sich negativ auf die Zeit für Ausbildung und Kameradschaft auswirkt. Gleichzeitig hob er die hohe Motivation innerhalb der Feuerwehren hervor, trotz dieser Belastungen weiterhin engagiert ihren Dienst zu leisten.

Im Bereich Ausbildung gab es viele Erfolge: Rund 400 Feuerwehrangehörige wurden in verschiedenen Lehrgängen an der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) geschult. Auch die neue Modulare Grundlagenausbildung (MGA) hat sich bewährt. Herausforderungen bestehen weiterhin in Bezug auf die Verfügbarkeit von Lehrgängen sowie personelle und räumliche Kapazitäten.

Ein weiterer Schwerpunkt waren die Einsatzstatistiken: Mit 1.523 Einsätzen im Jahr 2025 bewegen sich diese weiterhin auf einem hohen Niveau. Besonders auffällig sind die vielen Fehlalarme von Brandmeldeanlagen und die zunehmenden Türöffnungen im Rahmen von technischen Hilfeleistungen.

Auch strukturelle Themen wie die Einführung neuer Dienstgrade, die geplante Feuerwehrbereitschaft Niedersachsen sowie Investitionen in Fahrzeuge und Ausrüstung wurden angesprochen. Dettmer lobte die enge Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, insbesondere im Bereich Drohneneinsatz und Katastrophenschutz.

Zum Abschluss bedankte er sich bei allen Feuerwehrmitgliedern, ihren Familien, Arbeitgebern, der Verwaltung und Politik für die Unterstützung. Für das Jahr 2026 kündigte er zahlreiche Veranstaltungen an, darunter die Blaulichtmeile in Zeven, die Interschutz in Hannover und das Bezirkszeltlager.

-Ausbildung im Fokus- Sonja Heins, Kreisausbildungsleiterin, sprach in ihrem Beitrag über aktuelle Entwicklungen in der Ausbildung. Sie warb insbesondere für eine verstärkte Teilnahme am Lehrgang „ABC-Einsatz“, der nicht nur für den Gefahrgutzug gedacht ist. Es werden weiterhin Kreisausbilder gesucht.

Es gibt auch Veränderungen bei den Atemschutz-Belastungsübungen, bei denen künftig mehr Wert auf Eigenverantwortung gelegt wird. Der Schnuppertag für Atemschutzgeräteträger hat sich als großer Erfolg erwiesen.

-Starke Kinder- und Jugendarbeit- Oliver Austel, Kreisjugendfeuerwehrwart, betonte die Bedeutung der Kinder- und Jugendfeuerwehren. Mit über 1.200 Mitgliedern und steigenden Zahlen ist die Nachwuchsarbeit eine tragende Säule der Feuerwehr.

Er unterstrich, dass Kinder- und Jugendfeuerwehren nicht nur die „Zukunft“, sondern bereits die „Gegenwart“ sind und eine enorme gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung geht es auch um soziale Kompetenzen und persönliche Entwicklung.

Organisatorische Herausforderungen, insbesondere beim Bezirkszeltlager in Zeven, wurden von Austel angesprochen. Gleichzeitig lobte er die große Einsatzbereitschaft vieler Helfer, die zur erfolgreichen Fortführung der Planungen beitragen.

-Ehrung für besonderes Engagement- Wolfgang Bock aus Oese wurde im Rahmen der Versammlung mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. Regierungsbrandmeister Uwe Quante und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Bremervörde, Henning Herzig, würdigten insbesondere sein langjähriges Engagement in der Jugendfeuerwehr und in der Ortsfeuerwehr.

-Politik würdigt Engagement der Feuerwehren- Landrat Marco Prietz dankte in seinem Grußwort allen ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Einsatz. Er betonte die Bedeutung der Feuerwehren als Rückgrat des Bevölkerungsschutzes – insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Krisenszenarien.

Neben Naturkatastrophen rückt auch der Zivilschutz stärker in den Fokus. Prietz unterstrich die Notwendigkeit einer funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Hauptamt sowie die Bedeutung von Eigenvorsorge in der Bevölkerung.

Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist die neue Regionalleitstelle für mehrere Landkreise, deren Standort in Mulmshorn festgelegt wurde.

Auch Nico Burfeind, Vorsitzender des Ausschusses für Feuerschutz und Rettungsdienst, dankte den Einsatzkräften und sicherte weiterhin politische Unterstützung zu.

-Entwicklungen auf Landesebene- Regierungsbrandmeister Uwe Quante informierte über aktuelle Themen auf Landesebene, darunter Investitionen in die Infrastruktur des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz sowie die erfolgreiche Umstellung der Truppmann-Ausbildung.

Landesfrauensprecherin Sabine Schröder berichtete über Aktivitäten im Bereich Frauenarbeit, darunter ein Landesfrauenforum und neue Hilfsangebote bei Fällen sexueller Belästigung.

-Weitere Beiträge und Ausblick- Jörg Suske, Verbandsvorsitzender, kündigte die Veranstaltung „Feuerwehr bewegt“ im August an. Chris Knoblauch, Kontingentführer, betonte die gute Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen.

Zum Abschluss wurden neue Ortsbrandmeister und ihre Vertreter vorgestellt und organisatorische Hinweise gegeben. Die nächste Dienstversammlung ist für April 2027 geplant.

Hauptabschnittsleiter Henning Herzig beendete die Veranstaltung mit einem Dank an alle Beteiligten und einem positiven Ausblick auf das laufende Jahr – ganz im Sinne des Mottos 2026: „Feuerwehr – stark durch Zusammenhalt“.

Quelle: Presseportal

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