Ermittler haben drei Tatverdächtige wegen räuberischer Erpressung festgenommen und umfangreiche Beweismittel sichergestellt.
Garbsen: Polizei Hannover vollstreckt Durchsuchungsbeschlüsse

Hannover (ost)
Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Hannover und der Polizeidirektion Hannover.
Mit einem Großaufgebot an Polizeikräften haben am frühen Montagmorgen, 02.03.2026, Ermittlerinnen und Ermittler mehrere Wohnungen und eine Geschäftsanschrift in Hannover und Garbsen durchsucht. Drei Tatverdächtige, die im Verdacht stehen, einen 27-Jährigen um eine hohe Geldsumme erpresst zu haben, sind dabei vorläufig festgenommen worden.
Nach bisherigen Erkenntnissen des Zentralen Kriminaldienstes Hannover bedrohten am 24.02.26 insgesamt drei Tatverdächtige einen 27-jährigen Mann in einem Lokal in der hannoverschen Innenstadt mit einer Schusswaffe. Bei einem darauffolgenden Gerangel kam es zu einer Schussabgabe bei der jedoch keiner der Beteiligten getroffen wurde. Im Anschluss erpressten die drei Verdächtigen den 27-Jährigen um mehrere Tausend Euro. Im Zuge der intensiv geführten Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung mit einer Schusswaffe verdichteten sich die Hinweise auf einen 28-Jährigen und einen 41-jährigen aus Garbsen sowie auf einen 40-jährigen Hannoveraner. Deutliche Bezüge zu den Hells Angels in Hannover wurden festgestellt.
Mit insgesamt vier Durchsuchungsbeschlüssen, welche im Saturnring, der Theodorstraße in Garbsen sowie zwei Örtlichkeiten in der Kurt-Schumacher-Straße in Hannover vollstreckt wurden, gelang den Beamtinnen und Beamten ein Schlag, der zur Sicherstellung diverser Beweismittel, darunter Bargeld, diverse mobile Datenträger, Schreckschusswaffen, eine „scharfe Schusswaffe“ und mutmaßliches Diebesgut, führte. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung wurden die Tatverdächtigen wieder entlassen.
„Wir nehmen es nicht hin, dass versucht wird, durch Einschüchterung, Gewalt oder wirtschaftlichen Druck eigene Machtbereiche zu schaffen und den Rechtsstaat herauszufordern. Wer glaubt, durch Drohungen oder das Ausnutzen von Abhängigkeitsverhältnissen Vorteile erzielen zu können, wird auf eine konsequent handelnde Polizei treffen.
Die Polizei Hannover verfolgt Strafverfahren mit Nachdruck und der erforderlichen Härte – stets auf dem Boden des Rechtsstaates. Für organisierte Gruppen, die sich über Recht und Gesetz stellen, gibt es in Hannover keinen Raum. Wir setzen ein klares Zeichen: Kriminalität wird entschieden bekämpft, und unsere Maßnahmen zeigen Wirkung.“, erklärte Polizeivizepräsident Stefan Sengel, der sich zufrieden über die erfolgreichen Durchsuchungsmaßnahmen zeigte.
Der Zentrale Kriminaldienst Hannover hat aufgrund der erlangten Erkenntnisse und weiterer festgestellter Straftaten weitere Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel dauert an./ pol, trim
Quelle: Presseportal
Raubstatistiken in Niedersachsen für 2022/2023
Die Raubüberfallraten in Niedersachsen stiegen zwischen 2022 und 2023 leicht an. Im Jahr 2022 wurden 3370 Fälle von Raubüberfällen registriert, wobei 2265 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen belief sich auf 2903, wovon 2625 männlich und 278 weiblich waren. 1144 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der registrierten Fälle auf 4234, wobei 2839 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 3420, wovon 3115 männlich und 305 weiblich waren. 1459 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 mit 12625 Fällen die höchste Anzahl von Raubüberfällen in Deutschland.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 3.370 | 4.234 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 2.265 | 2.839 |
| Anzahl der Verdächtigen | 2.903 | 3.420 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 2.625 | 3.115 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 278 | 305 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 1.144 | 1.459 |
Quelle: Bundeskriminalamt








