Die Polizeidirektion Lüneburg startet im Oktober 2026 einen Aktionsmonat gegen Gewalt. Eine Videokampagne sensibilisiert für das Erkennen und Handeln bei verschiedenen Arten von Gewalt.
Gewaltprävention in Lüneburg

Lüneburg (ost)
Gewalt geschieht nicht immer sichtbar. Insbesondere häusliche Gewalt bleibt häufig über lange Zeit im Verborgenen. Doch oftmals gibt es Menschen im Umfeld, die Veränderungen wahrnehmen, ungewöhnliche Situationen beobachten oder ein ungutes Gefühl haben. Genau hier setzt die neue Videokampagne “Du siehst mehr, als du denkst. – Gewalt erkennen. Sicher handeln.” an, mit der die Polizeidirektion Lüneburg im Oktober 2026 einen Monat lang für die verschiedenen Arten von Gewalt sensibilisiert. Die Kampagne richtet sich sowohl an Menschen, die selbst von Gewalt betroffen sind, als auch ganz gezielt an deren persönliches Umfeld: Angehörige, Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen sowie andere Personen, die möglicherweise Anzeichen von Gewalt wahrnehmen. Die zentrale Botschaft lautet: Hinschauen, ernst nehmen und handeln kann entscheidend sein.
Gewalt erkennen. Sicher handeln.
Viele Menschen erleben Situationen, bei denen sie unsicher sind: War der Streit in der Nachbarwohnung noch “normal”? Warum wirkt eine Kollegin plötzlich auffällig zurückgezogen? Was bedeuten wiederkehrende Verletzungen oder Verhaltensänderungen? Darf ich die Polizei rufen, obwohl ich nicht sicher weiß, was passiert ist? Genau diesen Unsicherheiten möchte die Polizeidirektion Lüneburg mit der Kampagne entgegnen.
Wer den Eindruck hat, dass ein Mensch akut bedroht oder Gewalt ausgesetzt sein könnte, darf und soll die Polizei verständigen. In dringenden Fällen gilt: 110 wählen. Niemand muss zunächst selbst klären, ob tatsächlich eine Straftat vorliegt. Die Bewertung der Situation ist Aufgabe der Polizei.
“Gerade bei häuslicher Gewalt bleibt das Geschehen häufig hinter verschlossenen Türen. Gleichzeitig gibt es im Umfeld oftmals Menschen, die etwas wahrnehmen. Wir möchten ihnen Mut machen, ihrem Gefühl zu vertrauen und nicht wegzusehen”, sagt Kathrin Schuol, Polizeipräsidentin der Polizeidirektion Lüneburg. “Mit unserer Kampagne möchten wir ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt setzen – und für eine Gesellschaft, in der Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.”
Im Mittelpunkt der Kampagne stehen drei in Zusammenarbeit mit Polizei TV, der Zentralen Polizeidirektion Hannover produzierte Videos. Sie greifen das Thema Gewalt aus unterschiedlichen Perspektiven auf. Die Videos zeigen, dass Hinweise auf Gewalt nicht immer eindeutig sein müssen und dass dennoch jeder Hinweis von Bedeutung sein kann. Unter dem Leitgedanken “Du siehst mehr, als du denkst.” soll deutlich werden: Aufmerksamkeit kann helfen, Gewalt zu erkennen, Betroffene zu unterstützen und möglicherweise weitere Taten zu verhindern.
Verantwortungsbewusst handeln und 110 wählen
Die Polizeidirektion Lüneburg möchte mit dem Aktionsmonat zugleich vermitteln, dass niemand Angst haben muss, die Polizei zu verständigen, wenn eine Situation bedrohlich erscheint. Wer die 110 wählt, weil er oder sie eine akute Gefahr vermutet, handelt verantwortungsbewusst. Entscheidend ist nicht, bereits Gewissheit zu haben, sondern eine mögliche Gefahr ernst zu nehmen.
Auch Betroffene selbst sollen durch die Kampagne darin bestärkt werden, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gewalt ist keine Privatsache. Wer bedroht, verletzt, eingeschüchtert oder kontrolliert wird – auch digital -, kann sich an die Polizei und an spezialisierte Beratungs- und Hilfsangebote wenden.
Im gesamten Oktober 2026 veröffentlicht die Polizeidirektion Lüneburg die Beiträge der Kampagne über den YouTube-Kanal der Polizei Niedersachsen und auf den Instagram-Kanälen der sechs Polizeiinspektionen Celle, Harburg, Heidekreis, Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, Rotenburg und Stade.
Das erste Video zum Thema “FAQ mit der Leitstelle” ist bereits hier abrufbar: https://youtu.be/wFDfliUBP7Q
Quelle: Presseportal








