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Gifhorn: Warnung vor Betrug bei Onlinebanking

Betrüger nutzen Telefonanrufe, um Opfer zur Überweisung auf Kryptobörsen zu drängen. Polizei warnt vor Drucktaktiken und empfiehlt Vorsicht.

Foto: unsplash

LK Gifhorn (ost)

Das Nutzen von Online-Banking und Zahlungsdienstleistern wie Klarna oder PayPal erleichtert den Alltag vieler Menschen erheblich. Es ist bekannt, dass Betrüger dies ausnutzen. Ein aktueller Fall aus dem Landkreis Gifhorn verdeutlicht jedoch, wie schnell ein großer finanzieller Schaden entstehen kann.

Ende März wurde ein 62-jähriger Mann aus dem Landkreis Gifhorn von seinem Mobiltelefon angerufen. Er nahm den Anruf entgegen und hörte eine Bandansage, die besagte, dass PayPal eine verdächtige Zahlung blockiert habe. Ein angeblicher Mitarbeiter bot weitere Details an. Der Mann ließ sich verbinden und wurde informiert, dass sein PayPal-Konto unbefugt von einer IP-Adresse aus Mexiko zugegriffen worden sei.

Der Betrüger behauptete, dass durch die Verknüpfung des PayPal-Kontos mit dem Bankkonto nun Zugriff auf das Geld bestehe. Um das Geld zu „sichern“, wurde der 62-Jährige aufgefordert, seine Ersparnisse sofort auf Kryptobörsen zu überweisen. Zudem sollte er eine App herunterladen, um weitere Schritte zu unterstützen. Infolgedessen überwies der Mann einen hohen Geldbetrag auf verschiedene Plattformen.

Über mehrere Tage hinweg wurde der 62-Jährige wiederholt vom Betrüger kontaktiert und zu weiteren Transaktionen gedrängt. Erst später kamen ihm Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Forderungen. Durch seine Hausbank konnten schließlich Teilbeträge, darunter mehr als 15.000 Euro, zurückgebucht werden. Am 08.04.2026 erstattete der Mann Strafanzeige bei der Polizei.

Während der Telefonate setzten die Betrüger den Geschädigten gezielt unter Druck und brachten ihn durch geschickte Gesprächsführung in Stress. Dies ist ein übliches Vorgehen bei solchen Betrugsfällen: Durch Zeitdruck und Angst sollen die Opfer daran gehindert werden, Rücksprache zu halten oder Angaben zu überprüfen.

In diesem Fall nutzten die Betrüger eine automatisierte Bandansage in Verbindung mit einem angeblichen Support-Mitarbeiter, um Vertrauen zu wecken. Ihr Ziel war es, die Opfer dazu zu bringen, eigenständig Überweisungen durchzuführen – oft in schwer nachverfolgbare Bereiche wie Kryptowährungen. Einmal getätigte Transaktionen sind in der Regel nicht umkehrbar. Die Polizei empfiehlt daher, bei unerwarteten Anrufen von vermeintlichen Banken oder Zahlungsdienstleistern grundsätzlich misstrauisch zu sein und solche Gespräche sofort zu beenden.

Quelle: Presseportal

Cybercrime-Statistiken in Niedersachsen für 2022/2023

Die Cyberkriminalitätsraten in Niedersachsen zwischen 2022 und 2023 sind leicht angestiegen. Im Jahr 2022 wurden 12917 Fälle gemeldet, während es im Jahr 2023 13218 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 4662 auf 5070. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 3226 auf 3422, wobei 2310 männliche Verdächtige und 1112 weibliche Verdächtige waren. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 788 auf 950. Im Vergleich dazu hatte Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 12.917 13.218
Anzahl der aufgeklärten Fälle 4.662 5.070
Anzahl der Verdächtigen 3.226 3.422
Anzahl der männlichen Verdächtigen 2.212 2.310
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 1.014 1.112
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 788 950

Quelle: Bundeskriminalamt

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