Internationaler Sachverständiger referiert über Ladungssicherung bei Lkw und Anhängern. Fernfahrer durften ablegereife Ratschen überprüfen und lernten wichtige Anforderungen an Zurrgurte.
Hamburg: 231. Fernfahrerstammtisch Ladungssicherung

Rotenburg (ost)
Ob groß oder klein, lang oder breit, beruflich oder privat. Jeder stand schon einmal vor der Herausforderung, Ladung mit einem Fahrzeug transportieren zu müssen. Im PKW ist das unkompliziert. Interessant wird das Thema Ladung und ihre Sicherung bei LKW und Anhängern.
Ein internationaler Experte hielt einen Vortrag über Ladungssicherung Das umfassende Thema der Ladungssicherung war Gegenstand des 231. Fernfahrerstammtisches der Polizeidirektion Lüneburg am vergangenen Mittwochabend an der Rastanlage Ostetal (Süd), direkt an der BAB 1. Als Referent konnte der internationale Sachverständige für Ladungs-/Transportsicherheit und CEO von GWS Schlobohm, Herr Wolfgang Schlobohm, gewonnen werden. Er verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Ladungssicherung, Aus- und Weiterbildung sowie Gefahrgut und beleuchtete den Einsatz von Zurrgurten in der Ladungssicherung.
Ladungssicherung zum Anfassen
Zu Beginn ließ Herr Schlobohm mehrere Ratschen unter den Zuhörern herumgehen. Die 22 Teilnehmer konnten prüfen, welche Ratschen noch einsatzfähig waren und welche ausgemustert werden mussten. Wolfgang Schlobohm sammelte die ausgemusterten Ratschen ein. CE-Kennzeichnung auf dem Etikett? Nicht erlaubt. Falsche Angaben auf dem Etikett? Nicht zulässig. Beschädigter Gurt, verbogene Ratsche oder überdehnbare Teile? Ausgemustert. Am Ende blieb keine einzige Ratsche übrig, was alle Zuhörer überraschte. Keine der Ratschen durfte mehr verwendet werden.
Die Handhabung von Zurrgurten
Schlobohm erklärte, dass nur geprüfte und einsatzfähige Zurrgurte verwendet werden dürfen. Zudem müssen sie deutlich gekennzeichnet und mit Etiketten versehen sein. Bei scharfkantiger Ladung sind Schutzüberzüge oder Kantenschoner erforderlich, um die Gurte zu schützen. Doch was genau zählt als scharfe Kante? Eine Kante gilt bereits als scharf, wenn der Radius kleiner ist als der Querschnitt des Zurrmittels. Mechanische Hilfsmittel wie Rohre oder Balken dürfen nicht zum Spannen verwendet werden.
Wann Zurrgurte nicht mehr verwendet werden dürfen Zurrgurte müssen regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, von einer qualifizierten Person überprüft werden. Gurte mit Einschnitten an den Webkanten, die mehr als 10 % betragen, dürfen nicht mehr genutzt werden. Gurte mit Etiketten, die nicht blau, grün oder braun sind, die kein CE-Zeichen tragen, unleserlich sind oder fehlen, dürfen ebenfalls nicht verwendet werden.
Beeindruckende Beispiele zum Abschluss
Zum Schluss präsentierte der Sachverständige Wolfgang Schlobohm spannende Beispiele aus seiner Erfahrung. Beispiele, wie es nicht gemacht werden sollte. Zum Beispiel ein Rohr als Zurrpunkt, ein selbst genähter Zurrgurt oder wild verknotete Gurte, die nur noch an einem dünnen Faden hingen. Schlobohm betonte erneut, warum nur zugelassene Zurrgurte verwendet werden sollten. Der Hinweis auf die Dehnbarkeit verdeutlichte dies besonders. Eine maximale Dehnung von 7 % ist üblich. Doch eine Dehnung von bis zu 30 % bei einem 8-Meter-Standardzurrgurt bedeutet eine Dehnung von 2,40 Metern. Zu viel, um die Ladung sicher zu sichern.
Während des Vortrags gab es viele Fragen und Diskussionen, was zeigte, dass das Thema vom Moderatorenteam des Fernfahrerstammtisches positiv aufgenommen wurde. Alle Fragen konnten zufriedenstellend beantwortet werden, so dass alle Teilnehmer glücklich nach Hause fuhren.
Der nächste Fernfahrerstammtisch findet am 01.07.2026 zum Thema „Technisches Hilfswerk (THW)“ wieder an der Rastanlage Ostetal in Richtung Hamburg statt.
Quelle: Presseportal








