Im Zusammenhang mit einer Gerichtsverhandlung kam es zu einem Polizeieinsatz. Der beschuldigte Vater wird verdächtigt, seinen Sohn dem Jugendamt entzogen zu haben.
Landkreis Hildesheim: Polizeieinsatz in Elze

Hildesheim (ost)
ELZE – (jpm) Während einer Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Elze am gestrigen Montag (02.02.2026) gab es einen Polizeieinsatz. Dem beschuldigten Vater wird vorgeworfen, seinen minderjährigen Sohn entgegen der Gerichtsentscheidung dem Zugriff des Jugendamtes entzogen zu haben.
Am Amtsgericht Elze fand am Montagnachmittag eine Verhandlung über das Sorgerecht statt, bei der es um die Inobhutnahme eines jungen Schuljungen durch das Jugendamt ging. Neben den Eltern und dem Jungen waren auch die beiden jugendlichen Geschwister anwesend. Vor der Verhandlung wurde die Polizei Elze um Amtshilfe gebeten und blieb im Gerichtsgebäude in einem Nebenzimmer.
Während einer Pause durften die drei Kinder das Gebäude mit Erlaubnis des Richters verlassen, kehrten jedoch nicht zurück. Die Verhandlung wurde fortgesetzt. Nachdem entschieden wurde, das Kind dem Jugendamt zu übergeben, verließ der 47-jährige Vater schnell das Gerichtsgebäude. Als er bemerkte, dass die Polizei ihm folgte, rannte er zu seinem Auto und fuhr schnell davon. Die Beamten versuchten zu folgen, verloren aber bald den Sichtkontakt.
Der Aufenthaltsort der Kinder blieb unbekannt. Es bestand der Verdacht, dass der Mann seine Kinder abgeholt und an einen unbekannten Ort gebracht hatte. Streifenwagen aus Hildesheim und Alfeld wurden zur Unterstützung gerufen. Es war bekannt, dass der Vater legal mehrere Schusswaffen besaß und eine entsprechende Waffenbesitzkarte hatte.
Der 47-Jährige wurde später telefonisch erreicht und überredet, zum Amtsgericht zu kommen. Dort zeigte er sich wenig kooperativ, weigerte sich auszusteigen und flüchtete erneut bis zur Oeseder Straße in Elze. Als er weiter fliehen wollte und sein Auto kurz stoppte, feuerte ein Beamter zwei Schüsse aus nächster Nähe auf die Reifen ab und machte das Auto manövrierunfähig. Dann wurde der Mann festgenommen und zur Polizeidienststelle in Elze gebracht. Es wurden keine Waffen bei ihm oder im Auto gefunden. Schließlich gab der Mann den Aufenthaltsort der Kinder preis. Um 20:45 Uhr wurden sie wohlbehalten an einer Adresse im Landkreis Hildesheim gefunden.
In der Wohnung des Mannes wurden anschließend unter anderem mehrere Langwaffen von den Einsatzkräften sichergestellt. Der 47-Jährige arbeitete hierbei mit den Beamten zusammen. Nach Abschluss aller Maßnahmen wurde er freigelassen. Die Ermittlungen dauern an.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Niedersachsen für 2022/2023
Die Mordraten in Niedersachsen zwischen 2022 und 2023 zeigen einen leichten Rückgang. Im Jahr 2022 wurden 278 Fälle von Mord registriert, während es im Jahr 2023 nur noch 236 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle liegt ebenfalls höher, mit 258 gelösten Fällen im Jahr 2022 und 225 gelösten Fällen im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen ist von 380 im Jahr 2022 auf 315 im Jahr 2023 gesunken. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Mordfällen in Deutschland mit 470 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 278 | 236 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 258 | 225 |
| Anzahl der Verdächtigen | 380 | 315 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 329 | 269 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 51 | 46 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 152 | 127 |
Quelle: Bundeskriminalamt








