Die Polizei setzt gezielte Kontrollen fort, Ermittlungsverfahren gegen mutmaßlichen Dealer eingeleitet.
Landkreis Northeim: Polizeikontrollen am Waageplatz in Göttingen gehen weiter

Göttingen (ost)
Göttingen, Waageplatz und Robert-Gernhardt-Platz Dienstag, 21. Juli 2026
Die Polizei in GÖTTINGEN führt weiterhin gezielte Kontrollen rund um den Waageplatz konsequent durch. Der zentral gelegene Platz in der Innenstadt von Göttingen sowie die umliegenden Straßen, Wege und Plätze sind seit einiger Zeit ein Schwerpunkt polizeilicher Maßnahmen im Zusammenhang mit Drogenkriminalität und Gewaltverbrechen. Seit April wird dieser Bereich daher gemäß § 13 des Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes (NPOG) als „Kontrollörtlichkeit“ eingestuft (siehe auch https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/119508/6307430).
Dies geht mit einer Vielzahl von polizeilichen Maßnahmen einher, die seit der Einstufung verstärkt auf und um den Waageplatz von verschiedenen Polizeieinheiten kontinuierlich umgesetzt und langfristig verfolgt werden.
Ermittlungsverfahren und Festnahme bei Überprüfungen am Dienstag
Bei einer weiteren Kontrollaktion leitete die Polizei am Dienstagnachmittag (21.07.26) insbesondere auf dem Waageplatz und dem angrenzenden Robert-Gernhardt-Platz erneut Ermittlungsverfahren wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels u. a. gegen zwei Verdächtige ein.
Mutmaßlicher Mehrfach-Dealer in Haft genommen
Ein Mann aus dem Landkreis Northeim wurde von den Ermittlern mehrfach beim Verkauf von Drogen beobachtet. Außerdem war den Beamten bekannt, dass der 22-Jährige in der Vergangenheit mehrfach gegen ein erteiltes Aufenthaltsverbot verstoßen hatte und deshalb in Langzeitgewahrsam war. Offenbar versuchte der Verdächtige am Dienstag während seiner Überprüfung, einer erneuten Festnahme zu entgehen, indem er den Polizisten mehrmals Geld anbot, um freigelassen zu werden und keine strafrechtlichen Konsequenzen zu erleiden. In diesem Zusammenhang leiteten die Beamten zusätzlich ein Verfahren wegen Bestechung gegen den 22-Jährigen ein.
Nach Darlegung der Sachlage bei der Staatsanwaltschaft Göttingen und Rücksprache mit dem zuständigen Richter des Amtsgerichts ordnete dieser die vorläufige Festnahme des Mannes zur Abhaltung der Hauptverhandlung an.
Der Festgenommene wurde anschließend am Mittwoch (22.07.26) im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens dem zuständigen Haftrichter vorgeführt.
Ermittlungen wegen Widerstands und Livestream
Gegen einen mutmaßlichen Drogenkäufer aus Baden-Württemberg leitete die Polizei u. a. Ermittlungen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz ein. Der 27-Jährige hat nach aktuellen Ermittlungen mutmaßlich die gegen ihn gerichteten polizeilichen Maßnahmen unbemerkt per Livestream über eine bekannte Social Media Plattform übertragen. Als die Polizei sein Handy beschlagnahmen wollte, leistete der 27-Jährige aktiven Widerstand.
Szenetypisch verpacktes Marihuana sichergestellt
Die Ermittler fanden und beschlagnahmten am Dienstag insgesamt etwa 22 Gramm Marihuana, das bereits in typische Verkaufseinheiten verpackt war und für den Weiterverkauf vorgesehen war.
Im Rahmen der laufenden Maßnahmen identifizierte die Polizei die Identität von zwei Verdächtigen und vier Zeugen (Käufern). Darüber hinaus wurden vier Platzverweise erteilt.
Die Ermittlungen dauern an.
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Niedersachsen für 2022/2023
Die Drogenraten in Niedersachsen zwischen 2022 und 2023 zeigen eine leichte Steigerung. Im Jahr 2022 wurden 35.970 Fälle erfasst, während es im Jahr 2023 36.058 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle blieb jedoch relativ konstant, mit 33.839 Fällen im Jahr 2022 und 33.800 Fällen im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen ging von 30.300 im Jahr 2022 auf 29.653 im Jahr 2023 zurück. Von den Verdächtigen waren im Jahr 2022 26.376 männlich und 3.924 weiblich, während es im Jahr 2023 25.755 männliche und 3.898 weibliche Verdächtige gab. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 7.947 im Jahr 2022 auf 8.584 im Jahr 2023. Im Vergleich dazu verzeichnete die Region Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 mit 73.917 die höchste Anzahl an erfassten Drogenfällen in Deutschland.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 35.970 | 36.058 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 33.839 | 33.800 |
| Anzahl der Verdächtigen | 30.300 | 29.653 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 26.376 | 25.755 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 3.924 | 3.898 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 7.947 | 8.584 |
Quelle: Bundeskriminalamt








