Am vergangenen Wochenende übte die neu strukturierte Kreisfeuerwehrbereitschaft erstmals mit 172 Einsatzkräften im Landkreis Nienburg.
Landkreis Oldenburg: Erste Großübung der Kreisfeuerwehrbereitschaft Oldenburg

Landkreis Oldenburg (ost)
Letztes Wochenende führte die neu formierte Kreisfeuerwehrbereitschaft (KFB) des Landkreises Oldenburg ihre erste gemeinsame Großübung durch. Das Ziel war es, die neu strukturierte KFB gemäß den aktuellen niedersächsischen Vorgaben erstmals unter realistischen Bedingungen zu testen und wertvolle Erfahrungen für die zukünftige Zusammenarbeit zu sammeln.
Um 6:45 Uhr trafen sich die Einsatzkräfte an der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Ganderkesee. Nach der Einteilung und den letzten Vorbereitungen begann die Bereitschaft um 7:30 Uhr ihre Fahrt in Richtung Landkreis Nienburg in einer Kolonnenfahrt unter Sonderrechten.
Insgesamt nahmen 172 Einsatzkräfte an der Übung teil. Neben Feuerwehrleuten unterstützten auch 11 Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes sowie der Johanniter-Unfall-Hilfe und zwei Helfer des Technischen Hilfswerks die Kreisfeuerwehrbereitschaft.
Die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Oldenburg umfasst die Fachzüge Information und Kommunikation, Technische Hilfeleistung, Brandbekämpfung, Vegetationsbrandbekämpfung, Wasserförderung, Wassertransport sowie den Logistikzug mit der Verpflegungsgruppe des DRK.
Aufbau einer eigenen Infrastruktur
Das Ziel war ein Schulzentrum in Marklohe, das während der Übung als Verfügungsraum diente. Die Einsatzkräfte richteten dort ihre gesamte Infrastruktur eigenständig ein. In einer Turnhalle wurden Feldbetten aufgestellt, während der Logistikzug zusammen mit der Verpflegungsgruppe des DRK ein Versorgungszelt mit Feldküche errichtete.
Die Teilnehmenden wurden den ganzen Tag über mit Getränken, Snacks und Süßigkeiten versorgt. Das Mittagessen, Gulasch mit Nudeln, und das reichhaltige Abendessen mit Chili con Carne, Fleischspießen, Wraps und Baguette wurden von der Verpflegungsgruppe zubereitet.
Ein Notfall-Krankentransportwagen der Johanniter aus Ahlhorn stand für die sanitätsdienstliche Absicherung der gesamten Veranstaltung bereit.
Während die anderen Kräfte noch auf dem Weg waren, war das Führungskommando bereits zum Zielort vorausgefahren. Dort erhielten sie die erste Lageeinweisung, damit nach der Ankunft der Bereitschaft die einzelnen Fachzüge sofort eingewiesen und die Einsatzaufträge verteilt werden konnten.
Fünf herausfordernde Einsatzszenarien
Nach dem Mittagessen begann die eigentliche Übung gegen 12:00 Uhr. Die Kreisfeuerwehr Nienburg hatte eine eigene Einsatzleitung eingerichtet, die die verschiedenen Einsatzbefehle an die Fachzüge des Landkreises Oldenburg weitergab.
Es mussten mehrere anspruchsvolle Szenarien bewältigt werden:
* zwei Vegetationsbrände, darunter ein Einsatz auf munitionsbelastetem Gelände, * ein Wohnungs- und Kellerbrand mit mehreren vermissten Personen, * eine Technische-Hilfeleistungs-Situation in einem Industriegebäude nach einem Deckeneinsturz mit vermissten Personen, * sowie ein schwerer Verkehrsunfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen, eingeklemmten Personen und einem Auto, das einen Abhang hinuntergestürzt war.
Die verschiedenen Fachzüge erledigten ihre Aufgaben teilweise auch in Zusammenarbeit selbstständig und konnten dabei ihre jeweiligen Spezialfähigkeiten unter Beweis stellen. Die Übung lieferte wertvolle Erkenntnisse darüber, welche Abläufe bereits gut funktionieren und wo noch Verbesserungsbedarf besteht.
Sicherheit hatte höchste Priorität
Während der gesamten Übung herrschten Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius. Die Führung der Kreisfeuerwehr legte daher besonderen Wert auf den Gesundheitsschutz aller Beteiligten. Insbesondere die Zug- und Gruppenführer wurden angewiesen, regelmäßig auf ihre Einsatzkräfte zu achten und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.
Trotz der Hitze zeigten die Einsatzkräfte große Disziplin und Motivation. Jede Gelegenheit zur Abkühlung wurde genutzt: Löschrucksäcke wurden nicht nur zur simulierten Vegetationsbrandbekämpfung eingesetzt, sondern sorgten auch für eine willkommene Erfrischung einzelner Kameraden. Die eingesetzten Löschroboter erzeugten feinen Wassernebel zur Abkühlung, und nach Abschluss der Übungen wurde ein faltbarer Wasserbehälter kurzerhand zu einem improvisierten Pool umfunktioniert.
Rückreise bereits am Samstagabend
Ursprünglich war geplant, die Nacht in der eingerichteten Turnhalle zu verbringen. Im Laufe des Tages hatte sich die Halle jedoch so stark aufgeheizt, dass ein erholsamer Schlaf dort nicht mehr möglich gewesen wäre.
Da die Sicherheit und das Wohlbefinden der Einsatzkräfte oberste Priorität haben, entschied die Führung der Kreisfeuerwehr Oldenburg, die Übung anzupassen und bereits am Samstagabend die Rückreise anzutreten.
Nach dem gemeinsamen Abendessen ließ man den Tag bei einem kurzen kameradschaftlichen Beisammensein ausklingen, bevor sich die Kreisfeuerwehrbereitschaft gegen 22:00 Uhr erneut in Kolonnenfahrt und mit Sonderrechten auf den Rückweg zur Feuerwehrtechnischen Zentrale in Ganderkesee machte. Dort angekommen lösten sich die einzelnen Züge wieder auf, und die Einheiten traten den Heimweg zu ihren jeweiligen Standorten an.
Dank an alle Beteiligten
Die Kreisfeuerwehr Oldenburg bedankt sich herzlich bei der Kreisfeuerwehr Nienburg für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung der Übung, die abwechslungsreichen Einsatzszenarien sowie die Gastfreundschaft in Marklohe.
Ein besonderer Dank gilt allen Feuerwehrleuten, dem Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie dem Technischen Hilfswerk, die mit großem Engagement und hoher Einsatzbereitschaft zum Erfolg dieser Übung beigetragen haben, insbesondere angesichts der außergewöhnlich hohen Temperaturen.
Die erste gemeinsame Übung der neu strukturierten Kreisfeuerwehrbereitschaft hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachzüge bereits auf einem hohen Niveau funktioniert. Gleichzeitig konnten zahlreiche Erkenntnisse gewonnen werden, um die Abläufe weiter zu optimieren und die Einsatzbereitschaft für zukünftige Großschadenslagen weiter zu stärken.
Quelle: Presseportal








