Jugendlicher verliert Bewusstsein nach gefährlicher Challenge “Choking-Game”. Polizei leitet Strafverfahren ein und appelliert an Erziehungsberechtigte.
Landkreis Schaumburg: Polizei warnt vor gefährlichem TikTok-Trend

Landkreise Nienburg und Schaumburg (ost)
(KEM) In dieser Woche gab es im Landkreis Schaumburg einen Einsatz von Rettungsdienst und Polizei aufgrund eines lebensgefährlichen Online-Trends, dem sogenannten “Choking-Game”. Bei dieser Mutprobe wird die Sauerstoffzufuhr im Gehirn bewusst eingeschränkt, um einen Rauschzustand zu erzeugen, indem der Hals zugekniffen wird. In sozialen Medien wird diese Handlung manchmal als Challenge oder Mutprobe dargestellt, gefilmt und verbreitet.
Ein jugendlicher Minderjähriger aus dem Landkreis Schaumburg soll in dieser Woche diese im Internet kursierende Challenge ausprobiert haben und einen ebenfalls minderjährigen Jugendlichen in einen Würgegriff genommen haben, bis dieser das Bewusstsein verlor. Die alarmierten Rettungskräfte kümmerten sich sofort um den Jugendlichen. Anschließend wurde er seinen Eltern übergeben.
Die Polizei betont, dass es sich bei solchen Handlungen nicht um eine harmlose Mutprobe handelt, auch wenn die betroffene Person mutmaßlich zustimmt oder sie vorschlägt. In solchen Fällen ist eine “Einwilligung” aufgrund der konkreten gesundheitlichen Gefahr rechtlich nicht möglich. Das Abschnüren der Blut- oder Atemzufuhr führt zu Sauerstoffmangel und kann nicht nur zu unkontrollierten Stürzen, sondern auch zu irreversiblen Hirnschäden oder zum Tod führen. Die Strafverfolgungsbehörden leiten in solchen Fällen konsequent Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein.
Auch wenn es bisher Einzelfälle sind, warnt die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg eindringlich und appelliert an alle Erziehungsberechtigten:
Sprechen Sie mit Ihren Kindern: Führen Sie offene Gespräche über die Gefahren von Social-Media-Trends und Online-Challenges. Klären Sie Jugendliche darüber auf, dass körperliche Übergriffe lebensbedrohliche Folgen haben können.
Wer solche Handlungen ausführt, andere dazu ermutigt oder entsprechende Inhalte verbreitet, riskiert strafrechtliche Konsequenzen.
Sensibilisieren Sie für Gruppendruck: Ermutigen Sie Kinder, NEIN zu sagen und sich mutig abzuwenden, wenn Freunde zu gefährlichen Mutproben drängen.
Behalten Sie die Mediennutzung im Auge: Informieren Sie sich regelmäßig über aktuelle Trends auf Plattformen wie TikTok, Instagram und Co., um Risiken frühzeitig zu erkennen.
Hinweise an die Pressevertreter: Aus Gründen des Persönlichkeits- und Jugendschutzes können wir auch auf Anfrage keine genaueren Angaben zum Wohnort, Alter oder Tatort machen.
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Niedersachsen für 2022/2023
Die Statistiken über Cyberkriminalität in Niedersachsen zeigen einen Anstieg der Fallzahlen von 12917 im Jahr 2022 auf 13218 im Jahr 2023. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 4662 auf 5070. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 3226 auf 3422, wobei die Anzahl der männlichen Verdächtigen von 2212 auf 2310 und die Anzahl der weiblichen Verdächtigen von 1014 auf 1112 stieg. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 788 auf 950. Im Vergleich dazu verzeichnete die Region Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl an registrierten Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 12.917 | 13.218 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 4.662 | 5.070 |
| Anzahl der Verdächtigen | 3.226 | 3.422 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 2.212 | 2.310 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 1.014 | 1.112 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 788 | 950 |
Quelle: Bundeskriminalamt








